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Walburga war die Tochter des Königs Richard und der Wunna und die Schwester von Willibald und Wunibald. Ihr Vater starb, als sie 10 Jahre alt war, sie wurde wohl im Kloster Wimborne erzogen. Wohl um 735 wurde sie von Bonifatius, dem Bruder ihrer Mutter, zusammen mit Lioba und anderen Gefährtinnen als Missionarin nach Deutschland gerufen. Sie lebte zunächst wohl als Nonne im Kloster Tauberbischofsheim, wo Lioba Äbtissin war. Mit drei Ähren habe sie ein Kind vom Hungertod errettet; auf dem Wege zur kranken Tochter eines Burgherrn sei sie von Hunden angefallen worden und habe den ihr zu Hilfe eilenden Knechten zugerufen, sie stehe unter dem Schutz Christi, worauf die Hunde von ihr abließen.
761, nach Wunibalds Tod, wurde Walburga zur Äbtissin des von Wunibald gegründeten und geleiteten Klosters in Heidenheim in Mittelfranken ernannt; das dortige Doppelkloster war ein wichtiger Missionsstützpunkt. Zusammen mit Willibald ließ sie 777 Wunibalds Reliquien überführen, ihm zu Ehren eine Kirche bauen und die Lebensgeschichte aufschreiben. Auch aus dieser Zeit als Äbtissin werden Wunder berichtet: So weigerte sich dereinst der Türhüter der Kirche, in der Walburga gebetet hatte, ihr auf dem Heimweg das Licht voranzutragen, sie musste hungrig ihr Nachtlager aufsuchen; da erstrahlte auf wunderbare Weise ein helles Licht im gemeinsamen Schlafraum der Nonnen, sichtbar bis zum Morgen im ganzen Kloster. Ein anderes Mal wurde die im Sterben liegende Tochter eines reichen Mannes durch ihr Gebet wieder gesund.
Stich von Ludwig Seitz, 19. Jahrhundert: Walburga auf dem Weg zur Burg - die
Hunde lasssen auf ihr Wort von ihr ab ![]()
Walburga wurde im Kloster Heidenheim
bestattet. Ihre Gebeine wurden um 875 auf Geheiß von Bischof Otgar nach
Eichstätt
gebracht und in der damaligen Kreuzkirche bestattet. 893 überließ Bischof
Erchanbald der Nonne Liubila, die in Monheim
ein Kloster für Benediktinerinnen
gegründet hatte, einige Reliquien; auf dem Weg nach Monheim und dort selbst
ereigneten sich zahlreiche Heilungswunder; nach der Aufhebung des Klosters 1542
gingen diese Reliquien verloren. Nach dieser Überführung verfasste Wolfhard von
Herrieden
894 bis 899 die wündervolle Lebensgeschichte Miracula S. Walburgis
, Grundlage
für alle jüngeren Viten. 1035 wurde in Eichstätt die Abtei St. Walburg gegründet,
1042 erhob man die Reliquien und setzte sie in einem steinernen Sarg unter dem
Hochaltar der neuen Kirche St. Walburg in Eichstätt bei.
Von Eichstätt verbreitete sich die Verehrung der Walburga in Deutschland, Österreich, Südtirol, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Ost-und Nordfrankreich aus. Walburga wurde zu einer der am meisten verehrten und volkstümlichsten Heiligen.
Tropfen, die ihre Grabplatte in Eichstätt
seit 1042 regelmäßig - meist vom 12. Oktober, dem Tag der Übertragung in die
heutige Grabstätte, bis zum Todestag am 25. Februar - absondert, gelten als das
heilkräftige Walpurgisöl
und werden in Fläschchen abgefüllt. Walpurgiskraut
ist ein Farnkraut, das auf Heidewiesen und trockenen Grashügeln wächst; es wird
neben die Milchkannen gelegt, soll gegen Verhexung der Milch schützen und für
reichen Rahm sorgen. Auf Brot verfüttert, steigert es die Fruchtbarkeit der Rinder.
Silberne Truhe mit 6 Glasfläschchen mit aufwändigen Metallverschlüssen für Walburgisöl und einem kleinen silbernen Trichter zum Einfüllen, von Silberschmied Johann Sebastian Weizmann aus Eichstätt, um 1750, im Domschatz- und Diözesanmuseum in Eichstätt
Der Todestag der heiligen Walburga, an dem jeweils viele Wallfahrer ihr Grab
besuchen, wird am 25. Februar gefeiert. Das Gedenken der Heiligsprechung wird
jeweils am letzten Sonntag im April als Maifest
gefeiert. Als eigentliche
Heiligsprechung galt jedoch einst die Erhebung der Gebeine und deren Übertragung
nach Eichstätt.
Am 4. August gedenkt man im Kloster St. Walburg in Eichstätt der Ankunft aus
England auf dem Festland.
Die Walpurgisnacht
vom 30. April auf den 1. Mai hat inhaltlich keinen erkennbaren Zusammenhang mit
der Heiligen; manche Überlieferungen berichten aber von ihrer Kanonisation durch
Papst Hadrian II. - er regierte von 867 bis 872 - an einem 1. Mai, und in
England wird ihr Gedenktag am 1. Mai begangen.
Attribute:
Ölfläschchen
Patronin
der Wöchnerinnen, Bauern und Haustiere; für das Gedeihen der Feldfrüchte; gegen
Hungersnot und Missernte, Hundebiss, Tollwut, Pest, Seuchen, Husten und
Augenleiden; des Bistums Eichstätt
Bauernregel:
Wenn sich Sankt Walburgis zeigt, / der Birkensaft nach oben steigt.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Informationen
zum Kloster Heidenheim
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon