Ökumenisches Heiligenlexikon

Weihe der Lateran-Basilika

Gedenktag katholisch: 9. November
     Fest
     Ordenskalender der Augustiner-Chorherren / -frauen
Gedenktag armenisch: 15. November

Das Fest gedenkt der Weihe der Erzbasilika S. Giovanni in Laterano, die - wie die Inschrift über dem Eingang sagt - Mutter und Haupt aller Kirchen in der Stadt und dem Erdkreisist ; die von Kaiser Konstantin im Lateran erbaute Basilika wurde am 9. November 324 von Papst Silvester I. zunächst Christus, dem Erlöser - Salvator, geweiht; später wurde sie unter den Schutz Johannes des Täufers gestellt. Die Kirche ist die Hauptkirche und war der Sitz des römischen Bischofs. Die Lateranbasilika ist neben S. Pietro im Vatikan, S. Paolo fuori le Mura und S. Maria Maggiore eine der vier Patriarchalkirchen in Rom. Über dem Papstaltar - an diesem Altar sollen bereits die ersten Gemeindeleiter von Rom die heilige Messe gefeiert haben - werden die Häupter der Apostel Petrus und Paulus gezeigt; 1370 übertrug Papst Urban V. die Apostelhäupter in das von ihm gestiftete Ciborium über dem Hauptaltar. Eine Ikone des Erlösers - der Überlieferung nicht von Menschenhand geschaffen - trug bei den Prozessionen der Papst persönlich und barfuß. Pius IX. zelebrierte 1870 hier die Messe als letzter Souverän des alten Kirchenstaates, bevor dieser von Italien besetzt und annektiert wurde.

Nachdem Konstantin 312 seinen Schwager und Konkurrenten Maxentius besiegt hatte, befahl er, an dieser Stelle eine christliche Basilika und ein Baptisterium zu bauen - womit er auch erreichte, dass daraus keine Gedenkstätte für Maxentius wurde. Fausta, Konstantins Frau und die Schwester von Maxentius, übergab 313 ihr Haus auf dem Grundstück Bischof Miltiades für ein Bischofskonzil. Von da an war auf dem Lateran die Residenz der Bischöfe von Rom - benannt nach den ursprünglichen Eigentümern, der römischen Familie der Laterani; der Palast war im Jahr 65 von Kaiser Nero konfisziert worden, weil die Familie sich zum Christentum bekehrte. Die Laterans-Basilika war der erste Monumentalbau der Christenheit in Form einer fünfschiffigen Säulenbasilika mit Querhaus und Apsis, die im Grundriss und Teilen ihres Mauerwerkes bis heute erhalten ist. Damit war das Christentum nun erstmals innerhalb der Stadt, wenn auch erst am Rand, öffentlich präsent und sichtbar, denn die Gräber der Märtyrer Petrus und Paulus lagen damals weit außerhalb der Stadt.

Bis 1309, dem Beginn des Exils im französischen Avignon, residierten die Päpste im Lateranpalast. Bei der Rückkehr aus dem Exil in Avignon 1377 war der Lateran in so schlechtem Zustand, dass der Vatikan Papstresidenz wurde; 1586 wurde der Lateranspalast als päpstliche Sommerresidenz neu aufgebaut. Fünf allgemeine Konzilien der katholischen Kirche, die im römischen Lateranpalast abgehalten wurden, werden Lateranskonzile genannt. 1929 sicherten die Lateranverträge zwischen dem faschistischen Italien Mussolinis und dem Heiligen Stuhl die Exterritoralität für den Lateran, den Vatikan und die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo; heute ist die Lateranbasilika für die Päpste die Kirche, in der sie ihre Funktion als Bischof von Rom ausüben; die Liturgie am Gründonnerstag feiert der Papst ebenfalls in der Lateranbasilika.

Die katholische Kirche gewährt einen vollkommenen Ablass jedem Gläubigen, der eine der vier Patriarchalbasiliken Roms besucht - dies sind neben S. Giovanni in Laterano der Petersdom, San Paolo fuori le Mura und S. Maria Maggiore - und dabei andächtig das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis spricht. Dieser Besuch kann erfolgen:
1. am Titularfest dieser Kirche
2. an jedem kirchlichen Feiertag
3. einmal im Jahr an einem beliebigen Tag nach Wahl der Gläubigen.

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Catholic Encyclopedia





Quellen:

• Handbuch der Ablässe, Normen und Bewilligungen. Deutsche Ausgabe des Enchiridion Indulgentiarum, Rosenkranz-Verlag, München 1971


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