Gedenktag evangelisch: 26. August
Name bedeutet: aus dem german. Stamm der Warnen oder:
das Verteidigungsheer (althochdt.)
Werner Sylten war Pfarrer und Leiter des Thüringer Frauenasyl
, eines
Mädchen
erziehungsheims in Bad
Köstritz bei Gera. Wegen seiner jüdischen Abstammung musste Sylten 1933
seine Arbeit aufgeben, da er nicht die rassischen Voraussetzungen
zur
Erziehung deutscher Jugend erfüllte: 1936 wurde er auch von der Kirche aus dem
Pfarrdienst entlassen, übernahm dann in Bad Köstritz noch die Geschäftsführung
der Thüringer Bekennenden Kirche bis zur Schließung dieses Büros und seiner
Ausweisung aus Thüringen. Nach längerer Arbeitslosigkeit erhielt er 1938 eine
Stelle bei Pfarrer Heinrich Grüber, der in Berlin
ein Büro zur Unterstützung verfolgter nichtarischer Christen unterhielt. Zwei
Monate nachdem Grübler verhaftet und nach Dachau
gebracht worden war, wurde 1941 auch Werner Sylten in dieses Konzentrationslager
verfrachtet.
Hier konnte Sylten als Seelsorger und Vermittler wirken. Trotz schwerer Folter und quälender Wunden meldete er sich nicht krank, denn es war klar, dass eine Krankmeldung letztlich den Tod bedeutet. Schließlich musste er doch ins Krankenrevier gehen. Als er dann wie befürchtet auf die Transportliste gesetzt wurde, konnte Pfarrer Grüber ihn durch Bestechung zunächst retten, kurze Zeit später wurde er aber in den Tod abtransportiert.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon noch nicht online