Gedenktag katholisch: 7. Januar
Name bedeutet: Kind des Waldes (althochdt.)

Widukind stammte aus westfälischem Adel. Als sich 777 die Sachsen den Eroberungen durch die Franken unter Karl dem Großen und der damit verbundenen Einführung des Christentums zunächst unterwarfen, floh Widukind zu den Dänen. 778 kam er zurück und wurde der Führer der Sachsen im Widerstand gegen die Invasionstruppen des Frankenkönigs. 785 gab Widukind den Kampf auf und ließ sich zusammen mit seiner Gemahlin Geva von Dänemark - wohl am Weihnachtsfest - in Attigny in den Ardennen taufen, Kaiser Karl war Taufpate.
Ary Scheffer: Karl der Große
nimmt in Paderborn
Widukinds Unterwerfung an, 1840, Galerie des Batailles in Versailles

Christliche Legenden berichten von seinem Leben, das bis 807 gedauert habe. Karl der Großen wandelte demnach in Folge der Taufe Widukinds Wappentier, das schwarze Ross, in ein weißes Ross um und erhob ihn zum Herzog der Sachsen; er herrschte dann auf der Wallburg Babilonie mild und gerecht, ließ Kirchen bauen und bereicherte sie mit Reliquien. Die Sage berichtet von Widukinds Tod in hohem Alter im Kampf gegen die Schwaben unter Herzog Gerold.
nach dem Entwurf von Alred Rethel (1816 - 1859) ausgeführt von Josef Kehren
(1817 - 1880): Widukinds Taufe im Jahr 785, Fresko aus dem Zyklus der Karlsfresken
im Aachener
Rathaus (im 2. Weltkrieg zerstört). Aus: Emanuel Müller-Baden (Hrsg.):
Bibliothek des allgemeinen und praktischen Wissens, Bd. 2. - Berlin, Leipzig,
Wien, Stuttgart, 1904 
Wittekind ist eine der am meisten mit Sagen und Legenden umwobenen Gestalten
der frühmittelalterlichen deutschen Geschichte. Sein weißes Ross ist Wappentier
von Westfalen
sowie Niedersachsen und ziert viele alte Fachwerkhäuser in dieser Gegend. Er
wurde Namensgeber des Wittekindsberges bei Minden,
weil er mit einer dort entdeckten Wallanlage in Verbindung gebracht wird, die
seit dem 15. Jahrhundert als seine Residenz gedeutet wird. Der Wittekindsberg
wurde zum Ort vaterländischer Besinnung
, wobei der Kampf des Sachsenherzogs
gegen Karl den Großen schnell mit dem Kampf gegen Napoleon gleichgesetzt wurde.
Eine Widukindwelle
ließ den Berg im 19. Jahrhundert auch zum Ort bürgerlicher
Geselligkeit vom Sängerwesen bis hin zur Turner- und Arbeiterbewegung werden. Ab
1932 existierten Pläne der Nationalsozialisten für eine neuheidnische
Altgermanische Opferstätte
.
Widukind-Statue in Nienburg

Widukind wurde wohl in Enger bei Herford beigesetzt; in der dortigen Kirche ist heute sein Grabmal aus dem 11. Jahrhundert.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Den
Wittekindsberg bei Minden als heilige Stätte
beschreibt Heinrich Rüthing
in seinem 2007 erschienen Buch.