|
|
Wigbert, ein angelsächsischer Mönch aus dem Kloster Glastonbury, missionierte etwa ab 720 zusammen mit Bonifatius in Hessen und Thüringen. Er war Lehrer - wohl auch mit Aufgaben eines Abtes - am Kloster in Fritzlar und bildete wohl auch Sturmius aus. 730 baute er die Mönchsniederlassung in Ohrdruf von einer Missionsstation für Glaubensboten im thüringischen Land zum Benediktinerkloster aus und wurde dessen erster Abt. Um 732 kehrte er nach Fritzlar zurück.
Wigbert-Statue im Hof des Klosters Werningshausen, einem ökumenischen Benediktinerkloster unter dem Dach der Evangelisch-lutherischen Kirche in Thüringen
Als einmal kein Wein fĂĽr die Messe vorhanden war, pflĂĽckte Wigbert der
Legende nach eine Traube von einem imaginären Weinstock, presste sie über dem
Kelch aus und steckte eine nicht zerdrĂĽckte Beere vor der Kirche in den Boden;
ein mächtiger Weinstock soll daraus gewachsen sein. Eines Tages habe ihm ein
Vogel vom Himmel her einen Fisch gebracht - Hinweis auf das Geschenk des
Evangeliums mit dem Fischsymbol fĂĽr Christus),
das Wigbert nach eigener Bekundung Richtschnur der ganzen LebensfĂĽhrung
war.
Wigbert starb nach langer Krankheit in Fritzlar. Dreimal soll bei der Grablegung ein in allen Farben schimmernder Paradiesvogel um seinen Leichnam fliegend gesehen worden sein - ein Hinweis darauf, dass sein ganzes Wirken als vom Geist Gottes erfĂĽllt angesehen wurde.
Reliquien von Wigbert ruhen im Dom zu Fritzlar, der größere Teil wurde 780 auf Veranlassung von Lullus ins Kloster nach Hersfeld übertragen. Zum Bau der dortigen Abteikirche verfasste Lupus von Ferrières 836 Wigberts Lebensgeschichte. In der Gegend um Ohrdruf gibt es noch heute viele Wigbertkirchen.
Ein Problem der Forschung stellen verschiedene Personen gleichen Namens dar, die im Umkreis von Bonifatius wirkten.
Attribute:
Taube, Fisch, Beil
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon