Ökumenisches Heiligenlexikon

Wilhelm von Hirsau

Gedenktag katholisch: 5. Juli

Name bedeutet: Wille und Schutz (althochdt.)

Abt in Hirsau
* 1026 in Bayern
† 4. Juli 1091 in Hirsau in Baden-Württemberg

Kartenskizze

Buchmalerei aus dem Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach, um 1100

Buchmalerei aus dem Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach, um 1100

Wilhelm wurde schon als Junge von seinen Eltern den Benediktinern von St. Emmeram in Regensburg zur Erziehung übergeben, in seiner Jugend trat er in den Orden ein und wurde zum Priester geweiht. Zunächst arbeitete er als Lehrer für Mathematik, Astronomie und Musik, wurde dann auch Prior seines Klosters. Er verfasste die ersten naturwissenschaftlichen Schriften in Bayern, zunächst eine zur Astronomie, dann eine zur Musik, und war ein mittelalterliches Universalgenie.

1069 wurde Wilhelm Abt im Kloster Hirsau. Sein Eintreten für Reformen von GorzeDie Reformen von Gorze gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Gorze in Lothringen. Sie standen im Gegensatz zur den Reformen von Cluny; ihr Ziel war ein Mönchtum unter weltlicher Herrschaft, befreit von der Einflussnahme des Papstes. Die Reformen von Gorze kamen v.a. in Lothringen zum Tragen; entsprechende Reformen in Deutschland gingen aus vom reformierten Kloster St. Maximin in Trier., dann für die Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden., nach dem Vorbild seines Heimatkloster St. Emmeram wurde unterstützt von seinem Studienfreund Ulrich von Zell. Sie gaben dem Kloster Hirsau einen herausragenden und zugleich eigenständigen Platz unter den Reformbewegungen des Mittelalters. Im Hirsauer Formular von 1075 erreichte Wilhelm zunächst die Sicherung der Freiheit seines Klosters gegenüber allen Rechten und Ansprüchen seines Stifters, auch die freie Wahl des Abtes. Im Investiturstreit stellte er sich eindeutig an die Seite des Papstes Gregor VII., den er 1075 in Rom aufsuchte.

Nach der Exkommunikation von Kaiser Heinrich IV. stellte Wilhelm sich bedingslos an die Seite von Gregor VII., unterstützte Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden, 1081 die Wahl des Gegenkönigs Hermann von Salm und 1084 die Wahl seines Mönches Gebhard als Bischof von Konstanz. Dreimal sandte er Mönche nach Cluny, um aus deren Erfahrungen Lehren zu ziehen, und studierte die von Bernhard aufgeschriebenen Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden.. Ulrich von Zell formulierte in Wilhelms Auftrag dann die Consuetudines von Cluny für Hirsau. Zusammen mit Ulrich verfasste Wilhelm zwischen 1081 und 1090 schließlich die Consuetudines Hirsaugienses; Hirsau wurde mit den Reformen von HirsauDie Reformen von Hirsau gingen im 11. / 12. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Hirsau im Schwarzwald. Sie nahmen die Reformen von Cluny auf, ohne aber deren Orientierung auf das zentrale Mutterkloster zu übernehmen. Das Ziel der von Abt Wilhelm verfassten „Consuetudines Hirsaugienses” war die strenge Lebensweise der Mönche wie in Cluny im Hinlick auf Tagesablauf und Liturgie sowie die Organisation der Klostergemeinschaft. Die Rechte der Bischöfe und Vögte wurden - entgegen den ursprünglichen Zielen - nicht eingeschränkt. das größte Kloster Deutschlands und zum Vorbild für viele andere Ordensniederlassungen.

Wilhelm ließ ab 1082 in Hirsau einen groß angelegten Klosterneubau errichten und gründete wegen des großen Andrangs ein Tochterkloster.

Haimo von Hirsau verfasste Wilhelms Lebensbeschreibung.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001