Ökumenisches Heiligenlexikon

Abendländisches Schisma

Schisma - griechisch: Trennung - bezeichnet die Zeitspanne zwischen 1378 und 1417, als zwei - später drei - Päpste in der westlichen Kirche gleichzeitig Anspruch erhoben, das legitime Oberhaupt der katholischen Kirche zu sein.

Sebastiano del Piombo: Papst Clemens VII., 1526, Museo e Gallerie Nazionali di
Capodimonte in Neapel

Sebastiano del Piombo: Papst Clemens VII., 1526, Museo e Gallerie Nazionali di Capodimonte in Neapel   

Das große Schisma des Abendlandes hatte mit der umstrittenen Wahl des Papstes Urban VI. im Jahr 1378 begonnen. Aufgrund seines Verhaltens versagten ihm die Kardinäle den Gehorsam, erklärten seine Wahl für ungültig und wählten Clemens VII. zum Papst. Daraufhin exkommunizierte Urban Clemens und seine Anhänger und gründete ein eigenes Kardinalskollegium. Clemens VII. ging daraufhin nach Avignon und besiegelte damit das Schisma. Das Treffen von Kardinälen und Bischöfen beider Seiten 1409 in Pisa konnte das Schisma nicht überwinden und endete mit der Wahl eines dritten Papstes, der Wahl von Alexander V.

Das Konstanzer Konzil führte schließlich 1417 zum Rücktritt der rivalisierenden Päpste und zur Wahl Martins V., womit das Abendländische Schisma beendet wurde. Das Schisma hatte allgemein die Stärkung des Konziliarismus zur Folge und verstärkte den Ruf nach Reformen, der schließlich in der protestantischen Reformation gipfelte.


Quellen:
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