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Ökumenisches Heiligenlexikon

Albigenser

Kartenskizze

Albigenser bezeichnet die Anhänger der bedeutendsten christlichen Häresie des Mittelalters, eine Gruppierung der Katharer. Die Bezeichnung stammt von der südfranzösischen Stadt Albi, einem wichtigen Zentrum der Bewegung.

Die Albigenser glaubten an das dualistische System des Manichäismus, das über Jahrhunderte einen großen Einfluss in der Mittelmeerregion ausübte. Dualisten gehen davon aus, dass ein guter und böser Gott unabhängig voneinander existieren. Im westlichen Teil von Europa traten die Verfechter dieser Lehre, die Katharer, erstmals im 11. Jahrhundert in Nordfrankreich und den Niederlanden in Erscheinung. Um stetigen Verfolgungen zu entgehen, zogen die Katharerprediger südwärts, wo sie im politisch eigenständigeren Languedoc und den angrenzenden Gebieten weit größeren Anklang fanden. Hier bezeichnete man sie fortan als Albigenser.

Die Albigenser verurteilten jede Form der Materie. Nur eine reine und spirituell ausgerichtete Existenz führe zur Erlösung und verheiße ein von allem irdischen Ballast befreites Leben nach dem Tod. Verfehlungen hätten dagegen die Wiedergeburt der Seele in einer neuen sterblichen Hülle, als Mensch oder Tier, zur Folge - eine Vorstellung, die dem Buddhismus nahe steht. Die traditionelle christliche Kirche mit ihrem korrupten KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. und ihrer Anhäufung riesigen materiellen Reichtums hielten sie für ein Machwerk Satans, welches es zu vernichten gelte.

Die Albigenser teilten sich in einfache Gläubige und Vollkommene. Letztere entschieden sich per Gelübde für ein Leben in strengster Askese, verzichteten auf allen Besitz und nahmen ausschließlich Spenden anderer Mitglieder an. Nur die Vollkommenen konnten im Gebet mit Gott kommunizieren, die Übrigen durften darauf hoffen, das ersehnte Stadium nach einer langen Initiationsphase zu erreichen.

Fast der gesamte Adel zählte zu ihren Anhängern. Als die Grafen von Toulouse und Foix sich gegen die katholische Kirche und den König von Frankreich wandten, begann Papst Innozenz III. 1209 einen Kreuzzug gegen diese Ketzer, der bis 1229 dauerte und als Albigenserkrieg bekannt wurde. Die Albigenser wurden dabei brutal vernichtet und weite Teile Südfrankreichs in Schutt und Asche gelegt. Kleine Gruppen retteten sich jedoch in abgelegene Gegenden des Languedoc und trotzten der Inquisitionbis ums Jahr 1330.

Die Burg Montsegur war die letzte Bation der Albigenser, bis auch sie 1244 fiel.

Die Burg Montségur war die letzte Bastion der Albigenser, bis auch sie 1244 fiel.





Quellen: