Ökumenisches Heiligenlexikon

Böhmische Brüderkirche

Die böhmische Brüderkirche, auch mährische Brüderkirche, ist Mitte des 15. Jahrhunderts in Prag aus den Hussiten hervorgegangen, als sich eine Gruppe zur Unitas Fratrum, Brüderunität, zusammenschloss. Schon vor der Reformation erstrebten sie eine am Urchristentum orientierete Kirche. In den 50-er Jahren des 15. Jahrhunderts ließ sich die Brüderunität an der Grenze zu Schlesien und Mähren nieder. Immerwährende Verfolgung durch die katholische Kirche führte im 30-jährigen Krieg zum fast völligen Verschwinden der Bewegung. Verbliebene Reste fanden 1722 in Herrnhut in Sachsen auf dem Landsitz des Religionsreformers Nikolaus Graf von Zinzendorf eine Zuflucht und gingen in der Herrnhuter Brüdergemeine auf.

Das habsburgische Toleranzpatent erlaubte 1781 erstmals wieder evangelische Kirchen auch in Böhmen. Nach Gründung der ersten Tschechischen Republik 1918 wurde 1920 die evangelische Kirche in Tschechien gegründet, sie nennt sich hussitisch, will damit bewusst an dessen reformatorische und nationale Anliegen erinner, und sie bewahrt heute das Andenken und die Traditionen der böhmischen Brüder mit etwa 150.000 Mitgliedern in 265 Gemeinden.







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