Eisheilige nennt man die Tage vom 12. bis 14. Mai, nach den Eisheiligen
Pankratius,
Servatius,
Bonifatius
benannt. An diesen Tagen gibt es in Mitteleuropa oft Kälteeinbrüche, sie werden
von den Bauern als letztmöglicher Termin für eine späte Rückkehr von Frost und
Schnee gefürchtet. Vor dem Ende der Eisheiligen wird gewöhnlich im Garten nicht
gepflanzt und kein Vieh auf die Weide getrieben. Früher waren auch Feuer zur
Abwehr der Kälte verbreitetet, dieser Brauch geriet in Vergessenheit.
In Norddeutschland werden auch der 11. Mai mit Mamertus
und in Süddeutschland der 15. Mai mit Sophia,
der kalten Sophie
, hinzugezählt.
Häufig gibt es Mitte Mai nach schönen milden Tagen noch einmal kräftige Kaltluftvorstöße aus den Polargebieten auf Grund eines Hochs über Großbritannien oder Skandinavien. Dann ist die Luft, die nach Mitteleuropa kommt, kalt und trocken; dabei steigt die Tageshöchsttemperatur kaum über 15 Grad, in den klaren Nächten besteht Frost-, und besonders Bodenfrostgefahr; sie kann dazu führen, dass bereits blühende Pflanzen und Bäume geschädigt werden. Ab der Monatsmitte nimmt die Wahrscheinlichkeit für diese Wetterlage ab.
Als Ergebnisse langjähriger Wetterbeobachtungen wird oft behauptet, dass ein
Temperatursturz häufig erst um den 20. Mai auftrete und die richtigen
Eisheiligen, die besonders frostgefährdeten Tage, deshalb 7 Tage nach unserem
Kalender seien; erklärt wird die Verschiebung mit alter Tradition aus der Zeit
vor dem heute gültigen gregorianischen
Kalender. Diese Behauptung ist falsch: der gregorianische Kalender brachte
bis heute eine Zeitverschiebung um 13, nicht nur um 7 Kalendertage, und die
Frostwahrscheinlichkeit ist vom 12. bis 15. Mai höher als die vom 19. bis 22.
Mai.