kolorierte Federzeichnung: Sitzung mit Gegenpapst Johannes XXIII. im Konstanzer
Münster, um 1460/65. Aus: Ulrich Richental: Chronik des Konzils von Konstanz, im
Rosgartenmuseum in Konstanz ![]()
Das Konzil der katholischen Kirche in der Kaiserstadt Konstanz
fand von 1414 bis 1418 statt, es war von Gegenpapst Johannes XXIII. auf Initiative von König
Sigismund einberufen worden. Konstanz war bereits im 3. Jahrhundert eine
bedeutende Stadt. 570 wurde sie zum Bischofssitz, der - bis zu seiner Aufhebung
1821 - zu einem der mächtigsten Deutschlands gehörte. Das Konzil sollte die
Frage der Nachfolge des Papstes zwischen Johannes, Papst Gregor XII. und
Gegenpapst Benedikt XIII. klären und damit das Abendländische
Schisma
beilegen, außerdem sollte das Konzil Kirchenreformen bewirken und
Häresien bekämpfen.
Das Konstanzer Konzil hat eine allgemeine Kirchenreform angedacht, in seinem
Dekret Haec Sancta
, Das Heil ist gegenwärtig
die Autorität der Konzile über
die des Papstes gestellt und ihnen insbesondere die Befugnis verliehen, das
Papsttum und die Kurie zu steuern: Als im Heiligen Geiste rechtmäßig versammelt,
ein allgemeines Konzil bildend und die katholische Kirche repräsentierend, hat
die SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
ihre Gewalt unmittelbar von Christus;
ihr hat also jedermann, welchen Standes oder welcher Würde auch immer, selbst
der päpstlichen, zu gehorchen in allem, was den Glauben, die Überwindung des
Schismas und die Reform dieser Kirche an Haupt und Gliedern betrifft.
Konzilsgebäude in Konstanz, heute Messehalle
Das Konstanzer Konzil führte schließlich zum Rücktritt der rivalisierenden Päpste und zur Wahl des Kardinals Ottone Colonna zum Papst Martin V. und beendete damit das Schisma.
Das Konzil verurteilte die Lehren von Jan Hus und Hieronymus von Prag als Häresie, sie wurden als Ketzer verurteilt und verbrannt; auch die Lehren von John Wyclif wurden posthum verurteilt, seine Gebeine wurden verbrannt.
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