Als Laterankonzilien
bezeichnet werden die allgemeine Konzilien der
katholischen Kirche, die im römischen Lateranspalast
abgehalten wurden. Der Lateranpalast war Amtssitz der Päpste bis 1308. Die - zunächst Christus,
dem Erlöser, Salvator
- geweihte Lateranbasilika
S.
Giovanni in Laterano ließ Konstantin
der Große 312 auf den Mauern des Palastes der Familie der Laterani als
ersten Monumentalbau der Christenheit in Form einer fünfschiffigen
Säulenbasilika mit Querhaus und Apsis errichten, die im Grundriss und Teilen
ihres Mauerwerkes erhalten ist.
1. Laterankonzil
Das erste dieser Konzilien wurde 1123 unter Papst Calixtus II. abgehalten und war das erste allgemeine Konzil des Westens. Seine wichtigste Entscheidung bestand in der Bestätigung des Wormser Konkordats von 1122, wodurch der Investiturstreit zwischen geistlicher und weltlicher Macht beendet wurde. Das Konzil untersagte die Eheschließung Geistlicher und annullierte die Ordination von Gegenpapst Gregor VIII.
2. Laterankonzil
Das 2. Konzil im Lateran fand 1139 unter Papst Innozenz II. statt. Es wurde einberufen, um das Schisma zu überwinden, das durch Gegenpapst Anaklet II. verursacht worden war. Das Konzil versuchte das Schisma zu überwinden, indem es die Anhänger Anaklets exkommunizierte.
3. Laterankonzil
Das 3. Konzil im Lateran fand 1179 unter Papst Alexander
III. statt. Es regelte den Wahlvorgang bei der Wahl eines neuen Papstes, die
fortan durch ein Konklave von Kardinälen erfolgen sollte. Das erste Konklave,
von dem wir mit Sicherheit wissen, fand aber erst 1241 bei der Wahl von Coelestin
IV. statt. Dass die Kardinäle das Wahlgremium bilden, wurde bereits 1059 unter
Nikolaus II. im Dekret In nomine Domini
festgeschrieben.
4. Laterankonzil
Das 4. Konzil im Lateran wurde 1215 unter Papst Innozenz III. abgehalten. Die Teilnahme von zwei Patriarchen der Ostkirche, Abgeordneter zahlreicher weltlicher Fürsten sowie von über 1200 Bischöfen und Äbten unterstrich seine Bedeutung. In 70 Dekreten verurteilte das Konzil u.a. die Katharer und die Waldenser und formulierte ein Glaubensbekenntnis, das zum ersten Mal eine Definition der Transsubstantiation enthielt.
Das 5. Konzil im Lateran wurde 1512 von Papst Julius II. einberufen, unter Papst Leo X. fortgesetzt und endete 1517. Das Konzil behandelte die Frage einer Reform der Kirche und scheiterte, da die von Martin Luther - auch in seiner Konzilappelation von 1518 - kritisierten Punkte nicht behandelt wurden. Es untersagte den Druck von Büchern, die nicht von der Kirche autorisiert sind, und bestätigte das Konkordat zwischen Leo X. und dem französischen König Franz I., das die Freiheiten der französischen Kirche von Rom aufhob.
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