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Ökumenisches Heiligenlexikon

Prädestination

Prädestination - lateinisch: Vorherbestimmung bezeichnet die Auffassung, dass das Schicksal eines Menschen von Gott vorherbestimmt ist. Die Prädestination verneint nicht die Möglichkeit eines freien menschlichen Willens: in der Regel geht die Lehre von der Prädestination davon aus, dass zwar das endgültige Schicksal eines Individuums vorherbestimmt ist, nicht jedoch seine einzelnen Handlungen, die seinem freien Willen unterworfen sind.

Man unterscheidet die einfache und die doppelte Prädestinationslehre:

Herrad von Landsberg: Hortus Deliciarum (Garten der Lust, d. i. die Hölle), 12. Jahrhundert, in der Staatsbibliothek in Hamburg

Herrad von Landsberg: Hortus Deliciarum (Garten der Lust, d. i. die Hölle), 12. Jahrhundert, in der Staatsbibliothek in Hamburg

Liberale protestantische Theologen neigten dazu, sowohl die einfache wie die doppelte Prädestination abzulehnen. Eine Neuformulierung der Prädestination wurde im 20. Jahrhundert von Karl Barth unternommen. Ausgehend von Calvins Lehre der doppelten Prädestination kommt Barth zum Schluss, dass sich Gottes Wille in Jesus Christus offenbart hat; wie er ist die ganze Menschheit zu Kreuz und Auferstehung vorherbestimmt, durch ihn sind alle Menschen auserwählt. In dieser Form der Lehre ist die Prädestination universell, allen Menschen ist die Erlösung versprochen.





Quellen: