In der Regel wird an Heilige an deren Sterbetag gedacht; ist dieser
unbekannt, wird ein anderer biografisch wichtiger Tag aus dem Leben des Heiligen
gewählt; fehlen alle Anhaltspunkte, wird ein von anderen Feiern freier Tag für
den Heiligen festgesetzt. In einer ganzen Anzahl von Fällen wird als Gedenktag
auch ein vom Todestag abweichendes Datum - meist der Tag danach - gewählt, um
die Kollision mit anderen wichtigen Gedenktagen zu vermeiden.
Der von der römischen Kurie erstellte Kalender der Heiligen, der weltweit
gültig ist und zuletzt im Anschluss an das 2.
Vatikanische Konzil überarbeitet wurde, ist der Generalkalender.
Er enthält
• 1. die Feiern des Heilsmysteriums im Kirchenjahr,
• 2. die überall zu haltenden Feiern der besonders bedeutenden
Heiligen,
• 3. die Feier weiterer Heiliger mit vielfältiger und fortdauernder
Heiligkeit.
Darüberhinaus gibt es je unterschiedliche Regionalkalender der Heiligen, so der für das deutsche Sprachgebiet. Diese Eigenkalender für Teilkirchen und Ordensgemeinschaften sind in diesen ebenso verbindlich und werden gültig, indem sie vom Vatikan approbiert werden.
Zum Heiligenkalender gehören auch die besonderen Gedenktage, v.a. die an die Apostel. Im Gottesdienst gefeiert wird jeweils der ranghöchste Heilige des Tages. Bei den Gläubigen besonders beliebte Gedenktage, die auf einen Wochentag fallen, können auch am Sonntag begangen werden, sofern diese Feier in der Rangordnung über der für diesen Sonntag vorgesehenen steht.
Das maßgebliche Verzeichnis ist das Martyrologium Romanum in der neuen Ausgabe von 2001/2004. Die Angaben in unseren Biografien entsprechen diesem Verzeichnis, im Kalender finden Sie alle dort verzeichneten Einträge.
Der Evangelische Namenkalender wurde von der
Evangelischen
Michaelsbruderschaft des Berneuchener Hauses Kloster Kirchberg erstellt.
1963 wurde er nach 100-jährigen Bemühungen entworfen, in der Fassung von 1969
vom Rat der EKD freigegeben. Seit 1976 besteht er in einer ökumenischen Fassung,
die sich an die nachkonziliaren Erneuerung des katholischen Regionalkalenders
für das deutsche Sprachgebiet
anlehnt. Der Evangelische Namenkalender, online
jetzt verfügbar im
ökumenischen
Kalender Glaubenszeugen
, enthält
• Tage zum Gedenken an die Apostel und an für die Geschichte aller
Kirchen wichtige Personen, stimmt darin also mit dem katholischen
Heiligenkalender überein.
• Tage zum Gedenken an für die Geschichte der reformierten Kirchen
wichtige Personen.
Die anglikanischen Holy Days
wurden vom Konzil der Erzbischöfe der
anglikanischen Kirche zuletzt mit dem neuen Common Worship im Jahr 2000
festgelegt.
In der Orthodoxen Kirche gibt es kein verbindliches, gemeinsames Heiligenverzeichnis, die einzelnen orthodoxen Kirchen verantworten auch die Heiligsprechungen selbst. Wir verzeichnen alle Gedenktage aus dem Prolog von Ochrid, zusammengestellt vom serbischen Bischof Nikolai Velimirovic in Ohrid in den Jahren 1920 bis 1938 sowie die Heiligen und Seligen aus dem Nachschlagewerk für Geistliche (Nastol'naya Kniga Svyaschennosluzhitelya) des Moskauer Patriarchats, erschienen 1978 & 1979 in Moskau.
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