Die Passionszeit beginnt mit dem Aschermittwoch und dauert bis Karsamstag, sie umfasst 40 Fastentage. Schon im 2. Jahrhundert bereitete man sich durch zweitägiges Fasten auf Ostersonntag vor, im 3. Jahrhundert wurde die Fastenzeit auf die Karwoche ausgedehnt. Im 4. Jahrhundert bestimmt das Konzil von Nicäa die 40-tägige Fastenzeit, die auf Ostern vorbereiten soll durch die Taufvorbereitung bzw. Tauferinnerung und Buße. Die Zahl 40 steht für einen umfassenden Zeitraum, der Wende und Neubeginn ermöglicht. 1969 erneuerte die römisch-katholische Kirche die Grundordnung des Kirchenjahres, die Fastenzeit dauert nun nicht mehr bis Karsamstag, sondern endet bereits mit dem Gründonnerstag, dennoch wird auch am Karfreitag gefastet.
Fast-Nacht
war ursprünglich nur der Vorabend zum Aschermittwoch,
eben die Nacht vor dem Fasten. Seit dem 13. Jahrhundert galt als Fastnacht die
Zeit vom Donnerstag vor Aschermittwoch bis zum Vorabend des Aschermittwoch. 1830
wurde in Köln der Rosenmontag zum Höhepunkt des rheinischen Karnevals. Karneval
vom lateinischen Carne vale
bedeutet: Fleisch, leb wohl
.
Carl Spitzweg: Aschermittwoch, 1855 - 60, in der Staatsgalerie in Stuttgart 
Der Aschermittwoch eröffnet die Fastenzeit bis Ostern. Diese Zeit umfasst 46 Tage; die 6 Sonntage sind vom Fasten ausgenommen, da Christen an jedem Sonntag - also auch in der Fastenzeit - die Auferstehung Christi feiern; es bleiben also genau 40 Fastentage. Schon im 2. Jahrhundert bereitete man sich durch zweitägiges Fasten auf den Ostersonntag vor. Im 3. Jahrhundert wurde die Fastenzeit auf die Karwoche ausgedehnt. Im 4. Jahrhundert führte das 1. Konzil von Nicäa die 40-tägige Fastenzeit ein.
Alle Religionen kennen Fastenzeiten, am bekanntesten ist der Fastenmonat Ramadan im Islam. In der Alten Kirche wurden die Taufbewerber in der Fastenzeit einen beschwerlichen Bußweg geführt, damit sie frei würden von allen heidnischen Bindungen; dabei stand das Fasten als Verzicht auf bestimmte Nahrung im Vordergrund. Dieser Bußweg hatte seinen Höhepunkt in der Feier der Osternacht, in der dann die Bewerber getauft wurden.
Fasten im biblischen Sinn bedeutet aber eigentlich weniger die Einhaltung
bestimmter Vorschriften, als die Besinnung auf die Verantwortung, mit den Gaben
Gottes und seiner Schöpfung verantwortungsvoll umzugehen und diese maßvoll zu
gebrauchen. Fasten bezieht sich so gesehen nicht nur auf bestimmte
Lebensbereiche wie das Essen oder gilt nur eine bestimmte Zeitspanne. Bewusste
Fastenzeiten können aber Hilfe zu einem verantwortlicheren Leben sein. In diesem
Sinne ist die evangelische Aktion
Sieben
Wochen ohne schon seit 1983 sehr erfolgreich mit ihrem Aufruf zu einem
selbstgewählten Verzicht in der Passionszeit.
Als Fastenspeisen sind ab Aschermittwoch für 40 Tage weder Alkohol noch Fleisch von warmblütigen Tieren zum Verzehr erlaubt, daher hat sich als Alternative der Fisch verbreitet. Schnaps und Bier dürfen traditionell am Aschermittwoch nochmals getrunken werden, das Bier soll demnach für das Gedeihen der Gerste sorgen, der Schnaps die Mücken vertreiben. Im Mittelalter waren die Fastenregeln sehr streng: man durfte nichts essen außer 3 Bissen Brot und 3 Schluck Bier oder Wasser. 1486 erlaubte Papst Innozenz VIII. auch Milchprodukte in der Fastenzeit.
Im Mittelalter waren die Fastenbräuche streng: man durfte nur drei Bissen Brot und drei Schluck Bier oder Wasser zu sich nehmen. 1486 erlaubte der Papst auch Milchprodukte in der Fastenzeit. Ab Aschermittwoch sollen Christen traditionell 40 Tage lang weder Alkohol noch Fleisch konsumieren. Eine erlaubte Alternative ist Fisch, da er nicht blutet. Der Hering als traditionelle Fastenspeisen hat seinen Sinn darin, dass der Körper nach dem oft übermäßigen Genuss im Fasching entschlackt. Schnaps und Bier dürfen nach alter Sitte am Aschermittwoch nochmals getrunken werden, denn das Bier soll für gutes Gedeihen der Gerste sorgen, der Schnaps die Mücken vertreiben.
Aschekreuz auf der Stirn
David Farrell (Ireland/Dublin)
Der Aschermittwoch erhielt seinen Namen, weil Asche der Palmen vom
Palmsonntag des vergangenen Jahres am
Aschermittwoch geweiht und den Gläubigen vom Priester auf die Stirn oder den
Scheitel gestreut werden. Dabei erinnert der Priester die Gläubigen: Gedenke, o
Mensch, du bist Staub, und zum Staube kehrest du zurück
(Psalm 90, 3). Asche ist Symbol
sowohl der Vergänglichkeit wie der Buße und Reue; schon die Menschen im Alten
Testament hüllten sich in Sack und Asche
(Esther 4, 1), um ihrer Bußgesinnung Ausdruck zu
verleihen; Asche wurde als Reinigungsmittel verwendet, daher ist sie das Symbol
für die Reinigung der Seele. Ende des 11. Jahrhundert wurde dieser Brauch durch
Papst Urban II. eingeführt. Im 12.
Jahrhundert wurde festgelegt, dass die Bußasche von Palm- und Ölzweigen der
Vorjahres gewonnen werden muss.
Aschermittwoch wurde nach der Volksüberlieferung der Teufel, der einst ein normaler Engel gewesen sei, wegen Verstößen gegen die göttliche Ordnung aus dem Himmel geworfen.
Der Sonntag Laetare
, freuet euch
, liegt in der Mitte der Fastenzeit.
Deren erste Hälfte war von Zurückgezogenheit und Trauer geprägt; ab Laetare sollte der
Christ froh dem Palmsonntag entgegen sehen, der für den
Einzug Jesu in Jerusalem,
dessen Opfergang und somit die Erlösung des Menschengeschlechts
steht. Bis ins 19. Jahrhundert hinein trat der Papst am
Laetare-Sonntag mit einer goldenen Rose in Rom vor die Gläubigen. So wollte er
auf die nahende Leidenszeit Christi hinweisen; die Rose gilt als Sinnbild
Christi.
Am Sonntag Judika
, 14 Tage vor Ostern,
werden in der katholischen Kirche alle Dinge, die etwas österliches darstellen -
so Kreuze und Bilder - mit Hungertüchern
verhüllt.
Palmprozession in Bad
Saulgau in Oberschwaben
Tourist-Information Bad Saulgau
Der letzte Sonntag der Passionszeit ist der Palmsonntag, der Sonntag vor dem Ostersonntag
Die katholische Kirche gewährt an jedem Freitag der Passionszeit demjenigen
Gläubigen vollkommenen Ablass, der das En ego, o bone et dulcissime Jesu
nach
dem Kommunionempfang vor dem Bild des Gekreuzigten
andächtig betet; an allen anderen Tagen des Jahres wird hierfür Teilablass
gewährt:
Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt; sie haben alle meine Gebeine gezählt.
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