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Ökumenisches Heiligenlexikon

aus dem Lateinischen von Richard Benz Hinweise zur Legenda Aurea

Von Sanct Theodorus


Theodorus ward gemartert in der Stadt der Marmaritaner unter den Kaisern Diodetianus und Maximianus. Da der Richter zu ihm sprach, daß er opfern sollte und seine frühere Ritterschaft wieder an sich nehmen, antwortete Theodorus "Ich bin ein Ritter meines Gottes und seines Sohnes Jesu Christi". Sprach der Richter "So hat dein Gott einen Sohn?" Antwortete Theodorus "Zumal wohl. Sprach der Richter "Möchte ich den sehen?" Antwortete Theodorus "Ja, du magst ihn wol erkennen und zu ihm kommen". Also ward Sanct Theodoro eine Frist gegeben, daß er sich beriete und den Abgöttern opfere. Da ging er des Nachts heimlich in den Tempel der Göttermutter, legte Feuer daran, und verbrannte ihn ganz und gar. Das sah der Heiden einer und meldete ihn, darum ward er in einen Kerker geschlossen, daß er darin sollte Hungers sterben. In dem Kerker erschien ihm unser Herr und sprach zu ihm "Hab gute Zuversicht, Theodore mein Knecht, denn ich bin mit dir". Darnach kam eine große Schar Männer in weißen Kleidern zu ihm durch die verschlossenen Türen und huben an mit ihm Psalmen zu singen. Als die Wächter das sahen, flohen sie voll Furcht. Darnach ward er aber ausgeführt und zum Opfer geladen; da sprach er zu dem Richter "Und wenn du mein Fleisch mit Feuer verbrennest und mit mannigfacher Pein tötest; so will ich doch meinen Gott nicht verleugnen, so lange noch Atem in meiner Nase ist". Da gebot der Richter, ihn an einem Holz aufzuhängen, und seine Seiten wurden so grausam mit eisernen Nägeln zerfleischt, daß seine Rippen bloß stunden. Sprach der Richter "Theodore, willst du nun mit uns sein, oder mit deinem Christo?" Antwortete Theodorus "Ich war mit Christo und bin noch mit ihm, und werde ewiglich mit ihm sein". Da ward geboten, daß man ihn ins Feuer würfe. In dem Feuer gab er seinen Geist auf, doch blieb sein Leib von dem Feuer unversehrt. Das geschah um das Jahr des Herrn 287. Da ward alles voll süßen Duftes und ward eine Stimme gehört, die sprach "Komm, mein Auserwählter, geh ein zu deines Herrn Freude". Und viele sahen den Himmel offen.






Aus: Jacobus de Voragine: Legenda Aurea, Aus dem Lateinischen übersetzt von Richard Benz, 13. Aufl. Gütersloher Verlagshaus Gütersloh 1999 - zuletzt aktualisiert am 16.09.2014
korrekt zitieren:
Jacobus de Voragine: Legenda Aurea: Artikel


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