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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

7. Dezember

1. † am Sonntag, dem 7. Dezember 374, wurde der Taufschüler und Stadtpräfekt von Mailand, Ambrosius, als er in der Bischofskirche für Ordnung und Frieden unter den sich laut streitenden Gläubigen auftrat, zum Bischof gewählt, indem zuerst ein kleiner Junge und dann die ganze Versammlung rief: Ambrosius soll unser Bischof sein!, eine Wahl also durch das versammelte Volk per acclamationem, durch Zuruf. Sein Geburtstag für den Himmel war am Samstag, dem 4. April 397, dem Tag der Ostervigil. Weil dieser Tag oft in die Kar- oder Osterwoche fällt, feiert die Kirche ihn als heiligen Bischof, Kirchenvater und Kirchenlehrer am Tag seiner Bischofswahl.
Ambrosius wurde 339 in Trier als Sohn des Praefectus Praetorio Galliarum geboren. Er studierte römisches Recht in Rom und stieg schnell auf in seiner Laufbahn als Staatsbeamter, wurde Consular von Aemilia und Ligurien, schließlich wurde er Stadtpräfekt von Mailand. Am 7. Dezember 374 wurde er gewählt, wenig später empfing er die Taufe und die heiligen Weihen bis zur Bischofsweihe. Auf seine Predigten hin bekehrte sich der heilige Augustinus (28. August 430 / 1). 390 verweigerte er dem Kaiser Theodosius den Eintritt in die Bischofs-Kirche, weil dieser einen Großteil der Bewohner von Thessaloniki ermordet hatte; erst nach Ableistung der vom Bischof dem Reuigen öffentlich auferlegten Buße wurde er zugelassen. Sein von der römischen Liturgie etwas verschiedener Ambrosianischer Ritus der lateinischen Messe wird noch heute in Mailand gepflegt. Als Hymnendichter berühmt wird ihm der Ambrosianische Hymnus, das Te Deum, Großer Gott, wir loben dich, zugeschrieben. Von seinen Hymnen zum täglichen Stundengebet werden noch heute acht im römischen Stundengebet verwendet, außerdem viele seiner Predigten. Gegen Ende seines Erdenlebens besuchte er noch zweimal seine Geburtsstadt, um beim Usurpator Maximus zu intervenieren zugunsten ungerecht Behandelter. Er gehört zu den vier lateinischen Kirchenvätern, zusammen mit Augustinus (28. August 430 / 1) Hieronymus (30. September 420 / 1) und Papst Gregor dem Großen (12. März 604 / 6). Obwohl er ein halbes Jahr vor dem heiligen Martin (11. November 397 / 1) gestorben ist, hält sich bis heute eine alte Legende, die der des heiligen Severinus von Köln (23. Oktober, um 400 / 5) sehr ähnlich ist. Sie ist noch abgebildet im Apsismosaik in seiner Grabeskirche San Ambrogio in Mailand. Nach ihr soll der heilige Ambrosius eines Tages während der Feier der heiligen Messe eingeschlafen sein; behutsam geweckt berichtet er, dass er im Traum an der Beisetzung des heiligen Martin in Tours teilgenommen habe. Sinn der Legende ist wohl im 8. Jhdt. die Bedeutung der Reichsteile Karls des Großen zusammen zu sehen, Ambrosius von Mailand, der Hauptstadt der Lombardei, mit dem Frankenheiligtum Tours des heiligen Martin, die Grablegen unter den Altären mit der heiligen Messe, dem eucharistischen Messopfer des Todes und der Auferstehung Christi, zu verbinden. Karl der Große war 784 Gründer des Mailänder Benediktinerklosters, wo er den Abt Petrus einsetzte. Beider Freund Alkuin wurde Abt von Sankt Martin in Tours.

2. † an einem 7. Dezember um 300, wurde in Spoleto in Umbrien, der heilige Bischof Sabinus zum Märtyrer. Sabinus, ein Sabiner, war Bischof von Assisi und wurde zur Zeit des Maximian in Spoleto verhaftet, gefoltert und an einem 7. Dezember getötet und vor der Stadt begraben. Er ist abgebildet auf einem Mosaik von San Apollinare Nuovo in Ravenna.

3. † an einem 7. Dezember, um 304, entschlief in Syrien, der heilige Märtyrer Athenodoros, der unter Kaiser Diokletian und dem Statthalter Eleusius, mit Feuer und Folterwerkzeugen gequält, dann zum Tod durch Enthauptung verurteilt wurde; schließlich aber, da der Henker zusammengebrochen war und kein anderer Schwertträger ihn zu verletzen wagte, durch die Folgen seiner Folterungen geschwächt, betend in den Todesschlaf gegangen ist.

4. † an einem 7. Dezember im 4. Jhdt., entschlief in Theane bei Neapel, in der Campagna, der heilige Bischof Urban.

5. † am Samstag, dem 7. Dezember 558, entschlief im Kloster Mar Saba in Palästina, der heilige Bischof Joannes Hesychastes Ησυχιαστης Silentiarius, der Schweiger, 104 J., geboren in Nikopolis in Armenien, wo er kaum 20-jährig ein Kloster gründete, später Bischof von Colonia in Armenien, Tanara, nach zehn Jahren verzichtete er auf die Ausübung seines Amtes und zog sich zurück ins Heilige Land, in eine Klause von Mar Saba im Kidrontal, in der Wüste Judäa. Seine Besonderheit war sein tiefes Schweigen.

6. † am Donnerstag, dem 7. Dezember 657, entschlief in ihrem Kloster in Evreux bei Meaux, Fara von Marmoutiers, 62 J., nachdem ihr Vater jahrelang sie am Eintreten ins Kloster gehindert hatte, bis der Bischof Gondoald von Meaux und der Abt Eustasius von Luxeuil (2. April 629 / 7) ihn überzeugten; er stiftete alles Notwendige für ihre Klostergründung in der Landschaft Brie, bei Meaux, nach ihr Farmoutiers genannt. Ihre Nachfolgerin war die heilige Äbtissin Ethelburga (7. Juli, um 655) Ein Bruder war der heilige Faro (28. August, um 670 / 7), ein zweiter der heilige Cagnoaldus von Laon (6. September 633 / 5).

7. † am Dienstag, dem 7. Dezember 1649, wurde in Ontario, Kanada, zum Blutzeugen, der heilige Priester und Märtyrer Charles Garnier aus dem Orden der Gesellschaft Jesu, der während einer Tauffeier für mehrere Katechumenen, von wütenden Heiden überfallen wurde und schwer verwundet, schließlich durch einen Axthieb ermordet worden ist.
Siehe auch 19. Oktober 1 / 1

8. † am Dienstag, dem 7. Dezember 1880, entschlief in ihrer Geburtsstadt Savona, an der Küste Italiens, unweit Genua, die heilige Jungfrau Maria Giuseppina, Benedetta Rossello, 69 J., die, bei einer reichen Familie als Dienstmädchen arbeitete; als sie hörte, dass der Erzbischof von Genua vorhatte, eine Schwesterngemeinschaft zu gründen für verlassene Mädchen und bekehrungswillige Prostituierte, setzte sie sich mit ihm in Verbindung und hat 1837 das Institut Figlie della Madonna della Misericordia, Töchter Unserer Lieben Frau von der Barmherzigkeit gegründet und sich mit all ihren Kräften der Vervollkommnung der Seelsorge verschrieben und auf Gott allein vertraut. Sie war Ökonomin und Novizenmeisterin. Sie wurde 1949 von Papst Pius XII. heiliggesprochen.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln