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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

9. November

1. † am Montag, dem 9. November 324, fand die feierliche Kirchweihe der ersten Patriarchal-Basilika, der Basilika Sanctissimi Salvatoris, der Lateranbasilika statt, zu der das Baptisterium, die Taufkapelle, und das Episcopium, das Bischofshaus, mit Amts- und Wohnräumen des Bischofs von Rom, des Papstes, gehören. Das Ganze ist eine Stiftung des Kaisers Konstantin. Das Gelände hatte einst der vornehmen Familie der Laterani gehört, war aber unter den Kaisern mit großen Kasernen bebaut, die aber wegen Baumängeln Anfang 4. Jhdt. eben abgerissen worden waren. Das jährliche Fest dieser Kirchweihe verbindet die ganze römisch-katholische Kirche auf Erden mit dem Papst, dem Nachfolger des heiligen Petrus in Rom. Fünf Konzilien fanden hier statt: Hier blieb lange die Wohnung des Papstes, immer jedoch seine wichtigste, erste Patriarchalkirche, vor Sankt Peter, Sankt Paul und Santa Maria Maggiore.
Nach der Überlieferung errang Kaiser Konstantin an der milvischen Brücke in Rom am Dienstag, dem 28. Oktober 312 seinen entscheidenden Sieg über Maxentius im Namen Jesus, Heil, (Mt 1,21) in der zweisprachigen Kurzform: griechisch ΙΗΣους, lateinisch gedeutet In Hoc Signo Vinces in diesem Zeichen wirst du siegen, verbunden mit dem Zeichen für den Christus, dem ChiRho ΧΡ Salvator, Heiland, ist daher der Titel der römischen konstantinischen Papstbasilika im Lateran, omnium ecclesiarum urbis et orbis mater et caput - aller Kirchen der Urbs (Rom) und des Erdkreises Mutter und Haupt.

2. † an einem 9. November im 3. Jhdt. entschlief im Berry der heilige Bischof Ursinus, der als erster Ortsbischof gilt, der den Gläubigen das Evangelium verkündete und der das Haus des damals noch heidnischen Senators Leocadius (16. November, 3. Jhdt/4) in eine Kirche verwandelt hat. Die Legende versetzt beide ins 1. Jhdt. und lässt Leucadius bei seiner Bekehrung sein großes Haus dem Bischof Ursinus und der Kirche schenken.

3. † an einem 9. November im 3. Jhdt. entschlief in Neapel der heilige Bischof Agrippinus, der als erster seine Stadt befestigen ließ.

4. † an einem 9. November um 530 entschlief in Verdun der heilige Bischof Vito, Vitonius, Vanne, der 8. Bischof von Verdun, nach dem heiligen Firminus (5. Dezember 496).

5. † an einem 9. November um 600 entschliefen in Konstantinopel die heiligen gottgeweihten Jungfrauen Eustolia und Sopatra. Eustolia kam aus ihrem heimatlichen Rom nach Konstantinopel und traf dort in der Kirche der Heiligen Gottesgebärerin auf die Prinzessin aus dem Kaiserhaus Sopatra; gemeinsam gründeten sie ein Frauenkloster, das sich sehr schnell mit vielen gottgeweihten Jungfrauen füllte.

6. † an einem 9. November um 870 entschlief in Ludeva in Narbonne, Gallia, der heilige Bischof Georg.

7. † am Donnerstag, dem 9. November 1307, entschlief in Signa bei Florenz, die selige Jungfrau Giovanna, die für Christus ein Einsiedlerleben geführt hat.

8. † am Dienstag, dem 9. November 1456, entschlief in Ancona der selige Priester Gabriele Feretti aus dem Orden der Minderbrüder, der in demütige Gehorsam gegen die Ordensregel ein Krankenpfleger für die Kleinen und die Armen war.

9. † am Mittwoch, dem 9. November 1485, entschlief in Bologna der selige Luigi Morbioli, der, 30-jährig von einem sündhaften Leben bekehrt, in aller Strenge ein Büßerleben gewählt und so seinen Mitbürgern ein leuchtendes Vorbild gegeben hat. Für seinen Lebensunterhalt schnitzte er fromme Kleinigkeiten und war bekannt, da er immer mit seinem Esel zusammen zu sehen war, der ihn zu Bußpredigten über Land trug und, treu vor den Kirchen liegend, auf den drinnen betenden Herrn wartete.

10. † am Donnerstag, dem 9. November 1508, entschlief auf Murano in Venedig die selige Ordensfrau Grazia de Catharo, eine Augustinerin, die, als sie in tiefer Armut Gondelführerin war, um Kleinigkeiten für ihren Lebensunterhalt zu verdienen, durch die Predigten des seligen Simon von Camerino zum Ordensleben angeregt, ins Kloster eingetreten ist und ein äußerst frommes Leben geführt hat.

11. † am Dienstag, dem 9. November 1610, wurde in seinem Geburtsort Oxford, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt, der selige Priester und Märtyrer Georges Napper, 60 J., der im heimatlichen College Corpus Christi aufgewachsen, in Douai auf das Priestersein vorbereitet, wurde er 1596 zum Priester geweiht und als home-missioner nach England ausgesandt, wo er 14 Jahre im Untergrund und danach im Kerker auf bewundernswerte Weise Christus gedient hat und für seine Kirche geworben hat, dafür unter König James I. die Märtyrerkrone zu erlangen verdient hat.
Siehe auch 1. August, 14/6

12. † am Freitag, dem 9. November 1906, entschlief in Dijon, die selige Jungfrau Elisabeth de la Trinité Catez, 26 J., Unbeschuhte Karmeliterin, die sich von Kind an ausgerichtet hatte, die Allerheiligste Dreifaltigkeit zu erkennen und sie zu betrachten, und schon sehr jung von vielen Widerwärtigkeiten geplagt, zum Lieben, zum Leuchten, zum Leben, wie sie gewünscht hatte, zu gelangen.

13. † am Sonntag, dem 9. November 1941, wurde in der Ortschaft Borysów in Polen erschossen der selige Priester und Märtyrer Henric Hlebowicz, von den Feinden des Heiles in der Kriegszeit ermordet.
Siehe auch 28. Mai, 14/25

14. † am Freitag, dem 9. November 1951 entschlief in Rom, der selige Luigi Beltrame Quattrocchi, 71 J., Ehemann der seligen Maria Beltrame Quattrocchi, geborene Corsini, 81 J., entschlafen am 25. August 1965 (26. August/15), die beide zusammen am 21. Oktober 2001 seliggesprochen worden sind.
• Der Ehemann stammte aus Catania auf Sizilien, lebte aber seit er 10 J., alt war in Rom. Er studierte an der Universität La Sapienza Jurisprudenz und schloss 21-jährig sein Studium mit dem Laureat ab. In seiner Studentenzeit hatte er Maria Corsini kennen gelernt, am 25. August 1905 heirateten sie in Santa Maria Maggiore. Sie hatten vier Kinder: aus Filippo wurde der Ordenspriester Don Tarcisio, aus Stefania die Ordensschwester Cecilia, aus Cesare der Padre Paolino, zuerst Benediktiner, dann Trappist, die Jüngste hieß Enrichetta. Neben seinem Familienleben erlebte er einen beständigen Aufstieg in höhere juristische Ämter und Ehrenämter, dazu setzte er sich sehr ein in der Azione Cattolica. Er starb plötzlich, an einem Herzinfarkt, in der Via Depretis.
• Die Ehefrau, gebürtig aus Florenz, kam 9-jährig nach Rom und studierte an der Höheren Handelsschule für Frauen, lernte 1901 Luigi kennen und sie heirateten am 25. August 1905 in der Capella Santa Caterina in der Basilica Liberiana. 1914 half sie den beim Erdbeben von Avezzano Verletzten, 1915 den im Weltkrieg Verwundeten. In ihrer Pfarrei San Vitale bot sie Katechesen für Frauen an. 1917 trat sie in den Dritten Orden des heiligen Franziskus ein und zwei Jahre später auch als Mitarbeiterin in der Congregazione delle Dame dell’ Immaculata. 1920 trat sie in die Frauenabteilung der Katholischen Aktion ein und wurde Mitarbeiterin in dessen Zentral-Sekretariat. Ab 1936 begleitete sie regelmäßig die Krankenzüge nach Lourdes und spezialisierte sich auf die Sorge für an Tropenkrankheiten leidende Pilger. 1946 arbeitete sie mit im Werk des Pater Lombardi Mundo Migliore, für eine Bessere Welt, später auch im Movimento Fronte della Famiglia, in dem sie Vize-Präsidentin für Rom wurde, und auch in der Aktion Rinascita Cristiana. Ab 1920 veröffentlichte sie viele Artikel in verschiedenen apostolisch ausgerichteten Zeitschriften. Auch viele Briefe von ihr sind erhalten. Die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres geliebten Mannes erreichte sie in ihrem Ferienhaus La Madonnina in Serravalle di Bibbiena. Sie starb 81-jährig. Am 21. Oktober 2001 wurden sie als Ehepaar von Papst Johannes-Paul II. seliggesprochen.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln



Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel