
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
B. Bardo (Bardon), (10. Juni), Erzbischof von Mainz, kam in dem Flecken
Oppershofen in der Wetterau (am Rhein) um das Jahr 982 (Butl. 980) zur Welt und
wurde von seinen frommen Eltern, die Adalbero und Christina hießen, den Mönchen
zu Fulda zur Erziehung übergeben. Daselbst Mönch geworden, wurde er von seinen
Brüdern unter dem Abte Richard zum Decan des Klosters erwählt, dann von seinem
Abte einem neuerrichteten Kloster als Propst vorgesetzt, in der Folge aber vom
Kaiser Conrad (1027-1038) zum Abte des Klosters Kaiserswerth und bald nachher
von Hersfeld ernannt. Wie ihm Gott der Herr viele zukünftige Dinge offenbarte,
so erfuhr er von ihm auch, daß er einst Bischof werden würde, was in seinem 50.
Lebensjahre in Erfüllung ging, indem er von Kaiser Conrad, der ihn über Alles
hochschätzte, zum Erzbischof von Mainz erhoben wurde, im J. 1031. Seinem Amte
stand er mit großer Klugheit vor, und als er sein Ende herannahen fühlte, begab
er sich von Paderborn, wo er sich bei Kaiser Heinrich III. aufhielt, auf die
Reise nach Mainz, starb aber unterwegs in Dornhagen den 11. Juni 1053, in seinem
70. Lebensalter, worauf man seinen Leib nach Mainz übertrug und daselbst zur
Erde bestattete. Weil am 11. Juni das Fest des hl. Apostels Barnabas
gefeiert wird, so verlegte man das Fest des sel. Bardo auf den Tag vorher, woher
es kommt, daß in den verschiedenen Martyrologien sein Name am 10. Juni steht. An
seinem Grabe ereigneten sich viele Wunder. Gegenwärtig ist aber keine Spur von
seinem Grabmale mehr vorhanden, und man glaubt, es sei bei dem Einfalle des
Markgrafen zerstört worden. - Butler legt ihm den Titel heilig
bei, wir aber
glaubten dem Boll. Papebroch folgen zu sollen und ihm nur den Titel selig
geben zu dürfen.
