
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
SS. Basilius et Emmelia, (30. Mai), waren die Eltern des hl.
Basilius des Großen und des hl.
Gregorius von Nyssa. Die ganze Familie, von welcher die
genannten zwei heil. Brüder abstammten, war so fromm und gottesfürchtig, daß sie
mehrere Heilige aufzuweisen hat, die in der Kirche verehrt werden. Eine
ausgezeichnete Persönlichkeit war schon die Großmutter väterlicher Seits, die
hl. Makrina (14. Jan.), welche mit ihrem Manne, dessen Name nicht auf uns
gekommen, unter der Regierung Maximins II. im J. 311 ihrer Güter beraubt wurde
und sieben Jahre in den Wäldern von Pontus leben mußte. Eine Schülerin des hl.
Gregorius Thaumaturgus, hatte sie großen
Einfluß auf die religiöse Richtung des
hl. Basilius, ihres Enkels, geübt, und dieser Heilige sagt von ihr, er werde nie
die Eindrücke vergessen, welche die Reden und Beispiele dieser heil. Matrone auf
seine zarte Seele gemacht haben. Ihr Sohn, der hl. Basilius, und ihre
Schwiegertochter, die hl. Emmelia (bisweilen auch Eumelia genannt), von welchen
Beiden hier die Rede ist, zeichneten sich aus durch Uebung aller christlichen
Tugenden. Sie waren Beide in Kappadocien geboren und stammten von einem Hause
ab, das durch seinen Adel sowohl, als durch seine Reichthümer, Würden und
Ehrenstellen hervorragte. Der hl. Basilius selbst hatte schon von Natur aus die
schönsten Anlagen zu allen Wissenschaften, und erwarb sich durch eigene
Bemühungen eine ausgezeichnete Gelehrsamkeit. Dazu kam auch noch eine
hinreißende Beredsamkeit, durch die er sich die Achtung aller seiner Mitbürger
erwarb. Die hl. Emmelia war von zarter Jugend auf ein Muster der Sittsamkeit und
jeglicher Tugend. Gern hätte sie den jungfräulichen Stand für immer gewählt;
allein da ihre Eltern frühzeitig starben, sah sie sich genöthigt, in den
Ehestand zu treten. Der Himmel segnete ihre Ehe, die sie im Jahre 315 schlossen,
mit zehn Kindern, wovon neun sie überlebten, und welche alle durch eine
vorzügliche Heiligkeit in der Kirche glänzen. Die, welche in der Welt blieben
,
sagt der hl. Gregor von Nazianz,
standen jenen an Frömmigkeit nicht nach, die
den jungfräulichen Stand erwählten, um sich dem Dienste Gottes vollkommen zu
weihen.
Das älteste der Kinder war eine Tochter, welche nach dem Namen ihrer
hl. Großmutter Makrina hieß. Sie unterstützte ihre Mutter in der Erziehung ihrer
Brüder und Schwestern, und wirkte mit ihr gemeinschaftlich dahin, in denselben
lebendige Gefühle der Religion zu erwecken. Vier dieser Kinder waren Knaben,
nämlich: 1) der hl. Basilius, 2)
Naukratius, 3) der hl. , und 4) der hl. Petrus
von Sebaste. Die Namen der übrigen vier Töchter sind
unbekannt. Als der hl. Basilius i. J. 330 in einem Alter von 60 Jahren starb,
ging seine Gemahlin Emmelia mit ihrer ältesten Tochter in ein Kloster und führte
darin ein heil. Leben, bis sie im J. 372 im Herrn verschied. Vater und Mutter
und die älteste Tochter Makrina sind in demselben Kloster zu Neocäsarea in
Kappadocien in Ein Grab gelegt worden. Ihre Namen kommen sowohl im allg. Mart.
Rom. als in dem besondern für den Orden des hl. Basilius am 30. Mai vor, und
wird darin gesagt, daß sie unter dem Kaiser Galerius Maximianus verbannt worden
seyen und in den Einöden von Pontus gelebt haben. Wir haben übrigens bei den
Bollandisten hierüber nichts finden können.

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