
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Cuthbertus, Ep. (20. März). Der Name Cuthbert bedeutet nach Butler berühmt
durch Gelehrsamkeit; er wird auch Guthbert genannt und das heißt: Gottes würdig
etc. - Der hl. Cuthbert, Bischof von Lindisfarne in England, wurde um das Jahr
635 in der Nähe des Klosters Melros (Mailros) in Schottland zur Welt geboren und
hütete auf den Bergen die Heerde seines Vaters. Das erbauliche Leben der Mönche
von Melros machte auf ihn solchen Eindruck, daß er sich entschloß, in dieses
Kloster einzutreten und darin Gott zu dienen. Er nahm das Ordenskleid daselbst
unter dem hl. Abte Eatus und dem hl. Prior
Boisilus, unter deren Leitung er in
der Kenntniß der heil. Schrift und in dem Leben der Vollkommenheit sich
ausbildete. Als der hl. Eatus die Leitung des Klosters Rippon antrat, nahm er
den hl. Cuthbert mit sich und übertrug ihm die Aufnahme und Verpflegung der
Fremden, welches Amt er mit wunderbarem Geschick zu seinem und Anderer Heil
verwaltete. Cuthbert kehrte jedoch später wieder nach Melros zurück und folgte
dem hl. Boisilus, der im Jahre 664 an der Pest gestorben war, als Prior nach.
Als solcher begnügte er sich nicht blos damit, durch Wort und That seine
Ordensgenossen zu erbauen, sondern er arbeitete auch rastlos an der Ausrottung
des Aberglaubens auf dem Lande und an der Verbreitung der gesunden Lehre Jesu.
Mehrere Jahre widmete er sich auf diese Weise dem Heile seiner Mitmenschen, als
der hl. Eatus ihn zum Prior nach Lindisfarne schickte, welchen Ort er jedoch
später mit einer schauderhaften Einöde auf der kleinen Insel Farn vertauschte,
um hier noch in innigerer Vereinigung mit Gott zu leben. Doch die SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
zu
Twiford in Northumberland berief ihn zum Bischof von Lindisfarne, welche Würde
er jedoch nur nach vielen Bitten und Vorstellungen annahm und mit apostolischem
Eifer verwaltete. Als er sein Ende herannahen fühlte, legte er sein
bischöfliches Amt nieder und zog sich wieder auf die Insel Farn zurück, wo er
nach zwei Monaten in eine Krankheit verfiel und am 20. März 687 starb. Sein
Leichnam wurde in die Kirche des hl. Petrus nach
Lindisfarne gebracht und an der
rechten Seite des Hochaltares beigesetzt. Vierhundert Jahre nachher fand man
seinen Leib noch ganz unversehrt zu Durham, wohin er mittlerweile gebracht
worden war; auch war derselbe noch vollständig, als König Heinrich VIII. den
Kasten, worin er aufbewahrt worden, plündern und vernichten ließ; jedoch
behandelte man ihn mit mehr Ehrerbietung als die andern heil. Leiber und ließ
ihn an dem Orte begraben, wo der Sarg gestanden war. Seiner wird am 20. März
auch im Mart. Rom. gedacht und darin bemerkt, daß er sich von Kindheit an bis in
seinen Tod durch Werke und Wunder ausgezeichnet habe. Die Wundergabe, die ihm
Gott verlieh, erwarb ihm den Beinamen: Wunderthäter von Großbritannien.
- Auf
Bildern wird er dargestellt als Abt oder Bischof, eine glühende Säule
(Feuersäule) über ihm, die ihm oder über ihm einmal erschien, und einen wilden
Schwan bei sich, oder Fischottern, die ihn bedienten. Denn oft stieg er des
Nachts bis an den Hals ins Wasser, um zu beten, und wurde, wie er wieder
herausgestiegen war, von Fischottern bedient und abgetrocknet. Auch ein wilder
Schwan diente ihm einmal.
