
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Dagobertus II., Rex, M. (23. Dec. al. 2. 6. 10. Sept.). Der hl. König
Dagobert von Austrasien, der zweite dieses Namens, Patron von Stenay (Satanacum)
in Lothringen, und Martyrer, war der Sohn des hl. Sigibert
III., Königs von Austrasien und der Hymnehilde, und folgte als Kind seinem
Vater, der am 1. Februar 636 mit Tod abging, anfänglich ohne Widerspruch in der
Regierung nach. Allein einige Monate später machte der Hausmaier (Major domus)
Grimoald, ein Sohn Pipins von Landen, eine Verfügung geltend, von welcher er
behauptete, sie sei von Siegbert zur Zeit, wo dieser Fürst noch keine Nachkommen
hatte, zu Gunsten seines Sohnes Childebert erlassen worden, entriß dem König
Dagobert den Scepter und schickte ihn, das Gerücht aussprengend, Dagobert sei
gestorben, nach Irland, wo er lange Zeit verborgen blieb. Als es aber nach
längerer Zeit ruchbar geworden war, Dagobert sei noch am Leben und befinde sich
in Irland, ging der Adel von Austrasien ernstlich mit dem Gedanken um, die
Rückkehr ihres Königs zu bewirken, und wenn es auch diesem nicht gelang, sich
zum König von Austrasien ausgerufen zu sehen, so wußte man doch den Childerich
zu bewegen, ihm das Elsaß und einige Ländereien auf dem rechten Rheinufer
abzutreten. Die kluge Hymnehilde benützte aber den Tod des Usurpators, der im
Jahre 673 gemeuchelt wurde, und schlug den Großen des Reiches ihren Sohn
Dagobert, unter dem Elsaß und die andern Provinzen sich glücklich fühlten, als
König vor, worauf er auch wirklich zu Metz zum Könige ausgerufen wurde. Die Ruhe,
welche Austrasien anfänglich genoß, benützte er zur Ausführung frommer Zwecke,
ließ Kirchen und Klöster herstellen, stiftete Abteien, und unter diesen die
berühmt gewordene Abtei Weissenburg, und gab der Kirche von Straßburg, welche
den größten Theil ihrer Besitzungen ihm verdankte, zwei gottesfürchtige und
erleuchtete Männer, den hl. Arbogast,
der seinen Sohn durch ein Wunder vom Tode zum Leben erweckte (s. S. Arbogastus)
und den hl. Florentius zu Bischöfen.
Während seines Aufenthaltes in Irland hatte er eine sächsische Prinzessin,
Namens Bathildis oder Mathildis, geheirathet und mit ihr einen Sohn, Namens
Siegbert, und vier Töchter erzeugt, von denen zwei, Irmina
und Adela (s. S.
Adela2) zu den
Heiligen der Kirche gerechnet werden. Die Ruhe aber, welche Austrasien genoß,
war von kurzer Dauer, indem zwischen Dagobert und König Theodorich III. von
Neustrien und Burgund ein Krieg entstand. Die beiden Könige rückten an der
Spitze ihrer Heere auf den Gränzen von Lothringen und Champagne gegen einander,
und es wäre vielleicht der Sieg auf Seite unsers Heiligen gewesen, wenn nicht
der blutdürstige Hausmaier Theodorichs, Ebroin mit Namen, eine Verschwörung
unter den Austrasiern wider Dagobert angezettelt hätte, in Folge deren dieser
Fürst im Reviere von Noivre, fünf Stunden von Stenay, unvermuthet überfallen und
am 23. December 679 von Grimoald ermordet wurde. Seiner Frömmigkeit und Tugend
wegen wurde er unter die Zahl der Heiligen gesetzt und ihm der Titel Martyrer
beigelegt, wie man damals überhaupt diesen Titel allen jenen gab, die nach einem
heil. Leben eines ungerechten und gewaltsamen Todes starben; sein Leib aber
wurde anfänglich nach Rouen und um das Jahr 872 nach Stenay an der Maas gebracht,
wo er am 23. Dec. und 2. Sept. verehrt wird. Im allgemeinen Mart. Rom. ist
jedoch sein Name nicht zu finden. Hinsichtlich seines Attributs in bildlichen
Darstellungen vgl. den Folgenden. (El., But.)
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