
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Damasus I., (11. Dec.), römischer Papst, ein Spanier seiner Herkunft nach,
doch wahrscheinlich ein Römer von Geburt, wurde um das Jahr 306 geboren, widmete
sich schon von Jugend auf dem geistlichen Stande und wurde im Jahre 355 zum
Erzdiakon der römischen Kirche ernannt. Als sein Vorgänger, Papst Liberius,
von Kaiser Constantius nach Beröa verwiesen wurde, soll Damasus, ein treuer
Anhänger desselben, ihm dahin gefolgt, doch bald wieder nach Rom zurückgekehrt
seyn. Auch nach der Rückkehr des Papstes Liberius nahm er großen Theil an der
Verwaltung der Kirche, und wurde nach dessen Tod im October 366 von dem größten
Theile des römischen Klerus und des Volkes auf den päpstlichen Stuhl erhoben. Da
eine Gegenparthei den Diakon Ursinus (Ursicinus) gewählt hatte, und dieser seine
vermeintlichen Rechte geltend machte, so entspann sich ein Kampf, der sogar in
Thätlichkeiten überging und Blut fließen machte. Der Gegenpapst wurde zwar aus
der Stadt verwiesen; allein, da er seine Rückkehr zu erwirken wußte, so entspann
sich der Kampf auf's Neue, der nur durch die Verbannung des Ursinus nach Gallien
beendigt wurde. Inzwischen bot Damasus Alles auf, die Gemüther zu beruhigen, und
es gelang ihm auch, selbst seine heftigsten Gegner für sich zu gewinnen. Allein
nicht nur im Innern der römischen Kirche suchte er Einheit und Ordnung
herzustellen, sondern er wendete seine Blicke auch nach Außen, wo nach der
SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
von Rimini (359) der Arianismus solche Fortschritte machte, daß nach dem
Ausdrucke des hl. Hieronymus (adv. Lucifer. Nr. 19)
der Erdkreis staunte, daß er arianisch geworden sei. * Er nahm
den hart bedrängten hl. Athanasius
in Schutz, verdammte die arianisch gesinnten illyrischen Bischöfe Ursacius und
Valens, sowie den Bischof Auxentius von Mailand auf den SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
n zu Rom im Jahre
368 und 370, bemühte sich, die antiochenische Kirchenspaltung beizulegen, und
trat dem von Theodosius zahlreich versammelten Concilium von Constantinopel (381)
bei, welches die Beschlüsse von Nicäa bestätigte und sich gegen die Lehre des
Apollinaris und Macedonius feierlich aussprach. Auch um die Verschönerung Roms
erwarb sich Damasus große Verdienste, da er mehrere neue Kirchen baute, ältere
ausschmückte, die Leiber hhl. Martyrer versetzte und ihre Gräber herrlich zierte.
Von ihm rührt nach dem römischen Brevier die Anordnung her, daß die Psalmen im
Stundengebet Tag und Nacht abwechselnd gesungen und daß am Schlusse eines jeden
Psalmes das Gloria Patri etc. beigesetzt werden soll. Da er im vertrautesten
Umgang mit dem hl. Hieronymus lebte, so forderte er diesen auf, die bisher
vielfach abweichende lateinische Uebersetzung der heil. Schrift zu verbessern,
und hauptsächlich die Bücher des neuen Testaments dem griechischen Urtexte
angemessen zu übertragen. Von ihm selbst sind noch viele Schriften vorhanden,
unter denen seine Briefe an Hieronymus und seine Gedichte, deren es 40 sind, die
meiste Bedeutung haben. Nach einem fast achtzehnjährigen Pontificate starb der
hl. Damasus im 80. Jahre seines Alters den 10. Dec. 384, wurde unter die Zahl
der Heiligen aufgenommen und sein Fest den 11. Dec. in der katholischen Kirche
angeordnet. Im Jahre 1639 fand man in der von ihm erbauten Kirche an der
ardeatischen Straße unter einem Altar seine Gebeine und setzte sie im J. 1645
unter denselben Altar feierlich bei, und zwar in einer der zwei Kirchen des hl.
Laurentius, welche von ihm in
Damaso
genannt wird. Seine Schriften wurden gesammelt durch Ubaldini in Rom
1638 in 4.; eine andere Ausgabe derselben erschien im Jahre 1754. Endlich sei
noch bemerkt, daß sein Name am 11. Dec. auch im Mart. Rom. vorkommt, und sein
Fest im römischen Brevier an diesem Tage sub ritu semidupl. gefeiert wird.
* Ingemiscens Orbis terrarum se arianum esse
miratus est. In ähnlicher Weise möchte auch in unseren Tagen der Erdkreis
darüber staunen, daß er so sehr ungläubig, antichristlich, freimaurerisch etc.
geworden sei. Schon ist es nach jüngsten Zeitungen in einem Lande des nördlichen
Europa, wo die katholische Kirche seit langer Zeit mit aller Strenge
ausgeschlossen ist, so weit gekommen, daß die Regierung durch ein Gesetz
auszusprechen sich bewogen fand, es könne kein Bürger angehalten werden, seine
Kinder taufen zu lassen. Das sind sonderbare Zeichen der Zeit! Doch der Herr
wird auch jetzt Seine Kirche halten, wie Er sie seit 1800 Jahren gehalten hat,
jedoch nicht ohne thätige Mitwirkung der Kirchen-Mitglieder, welche, wenn sie
darin lau wären, wohl in einzelnen Ländern auch der Ausspruch des Herrn treffen
könnte: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden,
welches die Früchte desselben hervorbringt
(Matth. 21, 43).