
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
SS. Eleusippus, Speusippus et
Melasippus, MM. (17. Jan.) Diese hhl. Dreilinge
hatten einen heidnischen Vater, aber eine christliche Mutter, die sie jedoch
schon im dritten Jahre ihres Lebens verloren. Nach des Vaters Tod ermahnte sie
mit großer Begeisterung ihre Großmutter Leonilla,
den christlichen Glauben anzunehmen. Freudig sagten sie zu, zertrümmerten -
unter Weinen, daß ihnen die Wahrheit so lange verborgen blieb - ihre
Götzenbilder, ließen sich von dem hl. Benignus
unterrichten und taufen, und bekannten sich öffentlich als Christen, was ihnen
aber auch bald die Martyrerkrone eintrug. Sie waren nämlich von einem solchen
Eifer zur Ausbreitung der Religion Jesu
erfüllt, daß sie mehrere Heiden auf dem Lande bekehrten, und sogar in der Stadt
Langres die Götzenbilder zerschlugen. Wegen dieses Vorgehens wurden sie vor
Gericht geschleppt und aufgefordert, den Göttern zu opfern. Als sie sich dessen
weigerten, befahl der Richter, ihre Großmutter herbeizuführen, um die Jünglinge
zum Abfalle vom Christenthum zu bereden. Allein sie gestand nicht nur selbst,
daß sie eine Christin sei, sondern ermahnte auch unter vielen Thränen die
Jünglinge, lieber alle Peinen und Martern zu leiden, als den wahren Gott zu
verläugnen. Deßhalb wurde sie alsogleich enthauptet, die Jünglinge aber wurden
an einem Baume aufgehängt und litten große Qual; aber kein Laut der Klage kam
über ihren Mund. Als einer der Henker ihnen zurief: Nun sagt, wo ist euer Gott?
antwortete Speusippus: Er ist schon hier und stärkt uns, daß wir über eure
Peinigungen nicht trauern, sondern lachen.
Als ein Anderer ihnen zurief: O ihr
Unglücklichen, so einmüthig wollet ihr eurem Untergang entgegen eilen?
entgegnete Eleusippus: Eine Mutter hat uns geboren, ein Baum übergibt uns dem
Himmel.
Und als ein Dritter rief: Nicht an diesem Baume sollt ihr sterben,
sondern ein Feuer soll euch heute noch verzehren,
erwiderte Melasippus: Dann
wollen wir in diesem Feuer unsere Dreiheit dem dreieinigen Gott zum Opfer
bringen.
Hierauf wurden sie vom Baume abgenommen und mit gebundenen Händen und
Füßen ins Feuer geworfen. Aber alsbald waren ihre Bande gelöst, und, den
hebräischen Jünglingen im Feuerofen gleich, standen sie da zum Himmel
aufschauend. Gott lobend und preisend warfen sie sich auf ihre Kniee und gaben
unter Gebet ihren Geist auf in ihrem 25. Lebensjahre. Im Anschauen ihres schönen
Todes bekehrten sich zwei heidnische Gerichtspersonen, Neon
und Turbon, und wurden alsogleich gesteinigt. Ihr
Martyrertod fällt in die Regierungsjahre des Kaisers Marcus Aurelius. Nach
Einigen hatten sie denselben in Kappadocien erlitten, worauf ihre Reliquien nach
Gallien gebracht wurden, nach Andern in Gallien selbst, von wo aus ein Theil
derselben im 8. Jahrhundert in die Kirche des hl. Vitus
zu Ellwangen kam, der gegenwärtigen Hauptstadt des württembergischen Jaxtkreises,
wo sie als Patroni secundarii verehrt, und ihr Fest ritu dupl. II. class. cum
Octava gefeiert wird, wie aus einem von der Congreg. Rituum i.J. 1631
confirmirten Officium proprium jener Kirche hervorgeht. Auch im Proprium von
Augsburg werden sie am 17. Jan. commemorirt mit einer 9. Lection. (II. 73.)
