
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
Hemma (Emma), (26. Jan.), Gemahlin Ludwigs des Deutschen, die Mutter
Karlmanns, Ludwigs des Jüngern und Karls des Dicken,
deren Abkunft königlich fränkischen Geblütes, jedoch dem Namen der Eltern nach
unermittelt ist, war geschmückt mit ausgezeichneten Tugenden. Die königlichen
Kinder erzog sie zu aller Gottesfurcht und Frömmigkeit. Das Kloster Obermünster
in Regensburg erweiterte sie und beschenkte es reichlich mit Grundstücken und
andern Begabungen. Sie hatte dasselbe von ihrem Sohne Ludwig im J. 831 zum
Geschenke bekommen, derselbe es aber von dem Bischof Baturich von Regensburg
gegen das Kloster Mondsee oder Mansee (Lunae Lacus) in Oesterreich eingetauscht
erhalten. Sie war höchst mildthätig und stiftete eine jährliche Spende an die
Armen, welche bis zur Zeit der Säcularisation immer an ihrem Todestage vertheilt
wurde. Im J. 874 traf die fromme Hemma ein Nervenschlag, der sie lange Zeit ans
Bett heftete und ihr die Sprache benahm, bis sie am 26. Jan. (nach Andern am 7.
Febr.) 876 in die Ewigkeit schied. Ihr Leib wurde nach Obermünster geführt, wo
gegenwärtig das bischöfl. Klerikal-Seminar sich befindet, und in der dortigen
Kirche beigesetzt, wo ihr Grabstein noch zu sehen ist und von dem Schreiber
dieser Zeilen oft gesehen wurde. Dort wird noch, wie in Klosterzeiten, ihr
Jahrtag am 1. Febr. und 3. Nov. mit einem Requiem begangen. Unrichtig ist, daß
sie nach St. Emmeram gebracht wurde; der dort aufgefundene Stein bezeichnet
wahrscheinlich die Grabstätte der Kaiserin Uta. Im J. 1168 (nach Hund im J. 1163)
wurde am 7. Mai ihr Leib aufgefunden, und ein neues Grabmal darüber gebaut. Bei
Raderus heißt sie selig
. (Rad.)