
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Catharina de Ricciis, Mon. (13. al. 2. Febr.). Die hl. Katharina von
Ricci, Priorin im Orden des hl. Dominicus, war die
Tochter des Peter von Ricci und der Katharina Bonza, die beide aus einer sehr
angesehenen Familie zu Florenz stammten, und wurde im Jahre 1522 in dieser Stadt
geboren. Bei ihrer Taufe erhielt sie den Namen Alexandrina, den sie bei Ablegung
der feierlichen Gelübde mit Katharina vertauschte. In den Kinderjahren wurde sie,
da ihre Mutter bald starb, bei ihrer Pathin, einer gottesfürchtigen Matrone,
erzogen, und später zu gleichem Zwecke in das Kloster Monticelli in Florenz, wo
ihre Base als Nonne lebte, gebracht. Ins Vaterhaus zurückgekehrt, unterließ sie
nichts in den gottseligen Uebungen, zu denen sie in der klösterlichen Einsamkeit
angehalten worden war; allein die Gefahr der Zerstreuung, der sie im Umgange mit
der Welt ausgesetzt war, brachte in ihr den Entschluß hervor, der Welt gänzlich
zu entsagen und in ein Kloster zu treten. Mit Erlaubniß ihres Vaters ließ sie
sich in das Dominicanerkloster der Stadt Prato in Toscana, wo ihr Oheim
Beichtvater war, aufnehmen und nahm da in ihrem 14. Jahre den Schleier.
Anfänglich wurde ihre Geduld durch schwere Krankheiten auf harte Probe gestellt;
allein sie blieb standhaft und bediente sich der wieder erlangten Gesundheit zu
den härtesten Bußübungen. Außerordentlich waren ihre Abtödtungen und die
Züchtigungen ihres Leibes. Dafür ward sie auch vom Herrn mit hohen Gnaden
bereichert und erhielt von Jesu Christo den Brautring. Obgleich noch sehr jung,
wurde sie zur Novizenmeisterin ihres Klosters bestellt, und in ihrem 25. Jahre
mußte sie das Amt einer ständigen Priorin übernehmen. Mit dem hl.
Philippus Neri stand sie in
stetem Briefwechsel, ohne ihn zu kennen; nur einmal hatte sie das Glück, ihn in
einer Vision zu sehen und sich mit ihm über göttliche Dinge zu unterhalten. Die
Betrachtung des leidenden Heilands war ihr liebstes Geschäft, und nur Gott kennt
die Freudenentzückungen, deren seine Dienerin gewürdigt wurde. Endlich starb die
hl. Katharina am Lichtmeßtage (2. Febr.) 1589 nach einer langen Krankheit, in
einem Alter von 67 Jahren, und wurde von Papst Clemens XII. im J. 1732 selig
,
und im J. 1746 von Benedict XIV., der ihr Fest auf den 13. Febr. verlegte,
heilig
gesprochen. Ihr Name findet sich am 13. Febr. sowohl im allgem. Mart.
Rom., als in dem besondern für die Dominicaner, und im letztern auch am 2. Febr.
als an ihrem Todestage. Im Proprium der Diöcese Augsburg steht ihr Fest am 13.
Februar sub ritu dupl. (But.)