
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
Conradus, 3. Aug. al. 9. Apr.), Erzbischof von Salzburg, stammte von den
Grafen von Scheyern und Abensberg, und war sein Vater Wolfram I. Bei der
Vertheilung seines väterlichen Erbes von seinen Brüdern umgangen, mußte er sich
zu Kaiser Heinrich IV. flüchten, der ihn zum Kaplan seines Hofes und mit
Genehmigung des Papstes Paschal II. zum Erzbischof von Salzburg ernannte. In dem
Streite des Papstes mit dem Kaiser über die Investitur war Conrad der Einzige,
der es wagte, vor den Kaiser hinzutreten und ihm sein Betragen gegen das Haupt
der Kirche vorzuwerfen. Er soll, als ihm ein Graf mit dem Erstechen drohte, wenn
er nicht aufhöre, dem Kaiser Vorwürfe zu machen, gesagt haben: Hier ist mein
Hals; möget ihr mir thun, was ihr mir angedroht; ich bin bereit, für das Beste
der Kirche zu sterben.
Er wurde wirklich geächtet, mußte wie Athanasius
umherirren und ein ganzes Jahr in einer Höhle bei Admont verborgen bleiben,
kehrte jedoch nach neunjähriger Verbannung wieder nach Salzburg zurück und starb
im Jahre 1147. - Raderus gibt ihm den Titel selig
. Weißbacher gedenkt seiner
am 9. April. (Rad., Wb.)
