
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Magnus, Ep. M. (16. April). Der hl. Magnus (nach Butler VI. 59 auch Mans
oder Mang genannt) war der Sohn eines nicht genannten Grafen (regulus) der
Orkney- oder Arkadischen Inseln (Orcades) im Norden Schottlands. Auch der Name
seiner Mutter ist nicht bekannt. Als Kind erregte Magnus große Hoffnungen. Die
Lebensbeschreibung sagt von ihm, er habe, obwohl den Jahren nach ein Knabe, wie
ein Greis gelebt. Aber in schlechter Gesellschaft artete er so aus, daß man von
ihm sagte, er sei im Verbrechen groß geworden (homo sceleribus in gente nequam
alitus). Er verlegte sich auf's Räuberhandwerk, das er zu Wasser und zu Land
trieb, bis er, wie einst Saulus, auf dem Wege von der
Gnade Gottes wunderbar berührt, sich wieder zu Gott wandte, so daß der Räuber
ein Patron des Landes
, der Verfolger
der Guten ein Hirt
der Guten wurde.
Sein Vater war in Norwegen gestorben. Magnus verheirathete sich, lebte aber mit
seiner Frau in beständiger Enthaltsamkeit. Aber er konnte ins väterliche Erbe
nicht eintreten. Es entstand zwischen ihm und seinem Vetter Hako ein blutiger
Kampf, in welchem Magnus, einanderer Abel
, durch List
getödtet wurde. Er ließ sich nämlich durch Hako, der
ihm einen Vergleich angeboten hatte, auf die kleine Insel Eglis verlocken, wo er
mit Gewalt aus der Kirche geschleppt und erstochen wurde. Ebenda soll er nach
der Sage auch begraben liegen. Sein Tod fällt ins J. 1106 oder zwei Jahre früher
(Butler V. 60), nicht wie Galesinius und Andere haben, erst 1155. Da die
Orkadischen Inseln eine Zeit lang dem Reiche Dänemark unterworfen waren, nennen
einige Martyrologien seinen Namen mit dem Beisatze: in Dania. Noch irriger sind
jene daran, die in Dacia schreiben und statt eines Grafen Orcadum insularum von
einem Grafen Arcadiae sprechen. Nach Dempster hätten ihn die Heiden ermordet,
nach Camerarius, welchem Butler folgt, wäre er Bischof gewesen. Wahrscheinlich
liegt die oben auch von uns benutzte Stelle eines alten Hymnus: Persecutor
factus est plebis pastor bonus dieser Annahme zu Grunde. Ein Theil seiner
Reliquien soll in Aachen ruhen. Carl IV. nahm von hier ein Schulterstück, das
diesem hl. Magnus angehören soll, nach Prag mit sich, wo es in der Cathedrale
von St. Veit aufbewahrt wurde. Bei Hack (christlicher Bilderkreis, S. 341)
findet sich die Notiz, daß die Einwohner jener Inseln einen Becher von ihm
bewahren, der jedem neuen Bischof gereicht wird, wenn er aus Land tritt. Leert
er ihn, so ist's ein gutes Zeichen. (II. 438-441).
