
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Malachias (Maleachi), Proph. (14. al. 3. Jan., 23. April u. 15. Mai). Der
hl. Malachias, der Engel Gottes
oder Gottesbote
, ist der letzte unter den
zwölf kleinen Propheten und wird in der lateinischen Kirche am 14., in der
griechischen am 3. Jan. verehrt. Auch am 23. April und 15. Mai wurde in
einzelnen Kirchen sein Andenken begangen. Er lebte zu einer Zeit, da der Cultus
im neu erbauten Tempel wieder im Gange war (Mal. 1,10 u. 3,1); wie bald nach
Erbauung des Tempels läßt sich nicht bestimmen. (Vgl. Haneberg, Gesch. der bibl.
Off. 3. Aufl. S. 437.) Daß Esdras und Nehemias
gleichzeitig mit ihm waren, oder kurz vorher gelebt hatten, ist wahrscheinlich.
Sein Name Maleachi, d.i. mein Engel
oder als Verkürzung von Malachiah
aufgefaßt Engel Gottes
, Bote Gottes
, zeigt uns zugleich die Größe seines
Berufes und die Gnade, in welcher er bei Gott stand. Von den Kirchenvätern wird
er zuweilen geradezu unter dem Namen Angelus citirt. Origenes
und Einige nach ihm glaubten sogar, er sei ein wirklicher Engel gewesen, welcher,
wie Raphael, in menschlicher Gestalt erschienen wäre.
Andere, wie der hl. Hieronymus und einige Rabbiner,
haben ihn mit Esdras identificirt. Nach Rabbinischen Nachrichten (W. W., K.-L. VI. 775)
war er aus dem Stamme Zabulon und zu Sopha geboren. Ebenso ist er Mitglied der
unter Darius Hystaspes zur Feststellung des Canon abgehaltenen großen
Rathsversammlung gewesen. Seine Weissagung zeigt Gott als den liebenden Vater
Israels, welchem aber dieses Volk das schuldige Vertrauen, den pflichtmäßigen
Dienst entziehe und die Zehent-Abgabe unterlasse, während auch die Priester
durch Mißachtung des Gesetzes und Annahme und Darbringung fehlerhafter Opfer
sich versündigten. Dafür werde Gott von ihrer Hand kein Opfer mehr annehmen,
sondern - vom Aufgange der Sonne bis zum Niedergange ist mein Name groß unter
den Völkern und an allen Orten wird meinem Namen Rauchwerk geweiht und ein reines
(unblutiges) Opfer (Mincha - Speiseopfer) dargebracht, denn mein Name ist groß
unter den Völkern, spricht der Herr der Heerschaaren.
Nachdem er in diesen
Worten das neutestamentliche Opfer angekündigt hat, erhebt er sich gegen die
leichtsinnigen Ehescheidungen und gegen die Ehen der Juden mit ausländischen
(heidnischen) Weibern. Er verkündet die Ankunft des Messias zur Beschämung der
Murrenden und zum Frohlocken der Gerechten und seines Vorläufers, als eines
zweiten Elias. In Abbildungen findet man ihn (z.B. in
den Ephem. der Russen ap. Boll. Maji I. x.) in ernster Haltung, die Rechte wie
zum Vortrag erhoben, die Linke abwärts gekehrt, aber gleichfalls offen; die
Kleidung ist die eines jüdischen Lehrers. Oder er hält (Hack, S. 259) eine
offene Rolle in den Händen; vor ihm befinden sich drei Schafe, von welchen eines
krank auf dem Boden liegt und das andere hinkt (Mal. 1,8). Auch Christus
und Johannes der Täufer, über welche er
weissagte, sind zuweilen neben ihn gestellt. Galesinius und der Kalender der
Moskowiter nennen ihn am 3., die Menäen, Molanus und das Mart. Rom. am 14. Jan.
(I. 126 u. 931).
