
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Mamas, M. (17. Aug. al. 2. Sept.) Dieser hl. Mamas, auch Mammas, Mamans
und Mames genannt, litt nach Ruinart u. A. im J. 375 unter dem Kaiser Aurelian
zu Cäsarea (Cappadocien). Was über sein Leben und Ende erzählt wird, ist nur
legendarisch. Ebenso sein außerordentliches Fasten, wovon Surius erzählt. Die
Einen nennen ihn einen Knaben, die Andern, auch das Mart. Rom., einen Greis;
Einige sagen, er sei mit einem Dreizack oder einer Lanze durchbohrt, Andere er
sei gesteinigt worden, noch Andere wollen eine Offenbarung über seine
Enthauptung gehabt haben. Worauf endlich die schon bei Gregor
von Nazianz (or. 43) erwähnte Sage, er sei Hirte gewesen und habe Hirschkühe
und anderes Wild gemolken, sich gründe, bleibt gleichfalls unentschieden. Wie
die hhl. Basilius und Gregor von Nazianz
sagen, war er der Sohn eines Hirten. Als solcher mag er,
wie sein Vater, die Schafe gehütet haben. Hierauf weist insbesondere der hl.
Basilius (hom. 26) hin, indem er sagt: Wir kommen zusammen, nicht um einen
Reichen zu preisen, sondern um die mit Frömmigkeit verbundene Armuth zu erheben.
Ein Hirte zu seyn hat nichts Auszeichnendes, als daß es die Uebung des Fleißes
und der Weisheit bezeichnet.
An seinem Grabe geschahen zahlreiche Wunder. Bei
Butler (XII. 200) und Ruinart heißt er Mames. Die Griechen nennen ihn
Megalomartyr, d.h. Erzmartyrer. Es wird erzählt, daß die kaiserlichen Brüder
Julian und Gallus ihm zu Ehren in Cäsarea eine Kirche bauen wollten, wobei es
sich zutrug, daß die von Julian begonnenen Arbeiten durch eine unsichtbare Hand
immer wieder zerstört wurden. Bekanntlich wurde dieser Prinz später ein
gefährlicher Feind des Christenthums. Sein Haupt verehrt man in Langres, wohin
es nach Migne im J. 490 durch den Kaiser Zeno an den Bischof Agrunculus gekommen
ist. Die Cathedrale daselbst ist seiner Anrufung geweiht. Das Proprium dieser
Diöcese erzählt die Geschichte von einer weitern am Anfang des 13. Jahrh.
erfolgten Uebertragung. Auch in Spanien befinden sich Kirchen, die seinen Namen
tragen. Eine solche wurde (Florez Esp. Sacr. XVII. 96) z.B. von dem Bischofe
Alphons I. († 1213) von Orense erbaut und bei seinem Tode der Cathedrale
zugewiesen. Auf Abbildungen trägt er (Mg.) bald die Palme, das allgemeine
Kennzeichen der Martyrer, bald eine große Gabel (den oben bemerkten Dreizack).
Zu Rom befand sich (Piazza II. 175) ehedem eine ihm geweihte Basilica, wo der
hl. Gregorius der Große seine 34. Homilie
gehalten hat. (II. 423-446).

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