
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Phosterius Abb. (5. Jan.). Dieser heil. Abt, welcher in den Menäen am
heutigen Tage erwähnt wird, lebte im Orient
, aber die Strahlen seiner
Heiligkeit erleuchten auch das Abendland.
Da Orts- und Zeitangaben, überhaupt
bestimmte Anhaltspunkte gänzlich mangeln, so ist man wohl berechtiget, die ganze
Legende, so erbaulich sie lautet, bezüglich ihrer Aechtheit in Zweifel zu
stellen. Dieses vorausgesetzt, geben wir die Erzählung, wie wir sie finden. Er
hatte einen hohen Felsen bestiegen, und vollbrachte dort sein Leben mit Beten,
Fasten und Wachen. Er wurde von Gott mit der Wundergabe begnadigt und heilte
durch sein Gebet die verschiedensten Arten von Krankheiten. So lange er allein
auf dem Felsen lebte, brachte ihm täglich ein Engel Gottes ein Brod; wenn er
aber Besuch hatte, waren immer so viele Brode da, als es Personen waren. Später
erbaute er unter Gottes Beistand ein Kloster, in welches sich viele Mönche
aufnehmen ließen, die sich durch ihrer Hände Arbeit ihre Nahrung verschafften.
Wegen einer damals entstandenen Ketzerei versammelten sich viele Väter zu einer
SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
, auf welcher auch der hl. Phosterius sich einfand. Man staunte über seine
kraftvollen Worte, und Viele traten vom ketzerischen Irrthume zur Wahrheit über.
Er wirkte viele Wunder im Leben und nach dem Tode, und starb am 5. Januar. Nach
einer andern Version war er Abt in Gallien. (I. 286.)
