
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Rumpertus, Ep. Abb. Conf. (27. März, al. 24., 25. Sept.). Der hl. Bischof
Rupertus, auch Rudbertus und Robertus genannt, erleuchtete in ungewisser Zeit
durch den Glanz seiner Lehre und Tugenden das südöstliche Bayern, und ist
vollständig was sein Name bedeutet: glänzend an Ruhm.
Nicht leicht hat ein
anderer Missionär Deutschlands eine eingehende Behandlung in der Literatur bis
auf die neueste Zeit gefunden. Die älteste Lebensbeschreibung des heil. Rupert
(vita S. Ruperti Salisburg. Ep. Boiorum Apost. primigenia) wurde um das J. 873
verfaßt (Rettb. K.-G. Deutschlands II.) und gilt als Anfang einer größern
Schrift über die Bekehrung der Einwohner von Bayern und Kärnthen zum
christlichen Glauben. Dieselbe wurde später, um das J. 1472, überarbeitet. Eine
andere Bearbeitung führt den Titel: Legenda seu sermo de S. Ruperto, welche zum
ersten Male von Canisius veröffentlicht
worden ist (l. l. antiquae VI. 1038-1043). Aus diesen Quellen haben alle die
zahlreichen spätern Geschicht- und Legendenschreiber geschöpft. Dennoch erhalten
wir auf viele Fragen keine Antwort. Schon über seine Herkunft wissen wir nichts
Bestimmtes. Die Einen schreiben, er sei der Sohn eines fränkischen Großen
gewesen; Andere, z. B. Colgan, lassen ihn aus Irland (Schottland) entsprossen
sein, noch Andere suchen beide Angaben zu vereinigen. Der spätere hl. Virgilius,
welchen Einige für seinen unmittelbaren Nachfolger halten, war in der That ein
Ire. Vielleicht ist der Schluß: also kam auch der erste Begründer des
Christenthums in Salzburg aus Irland, nicht zu gewagt. Von Kindesjahren an hatte
er Entsagung und Selbstverleugnung um Christi
willen lieb gewonnen. Daß der hl. Trudpert, welcher
im Breisgau um d. J. 640 für das Evangelium thätig war, sein Bruder gewesen sei,
ist allgemein als falsch angenommen. Zu seinem spätern Berufe brachte er die
natürliche Anlage mit auf die Welt; Erziehung und eigene Mitwirkung, ganz
besonders aber die Gnade Gottes hat dieselbe so sehr entwickelt und ausgebildet,
daß er in der Geschichte Bayerns und Deutschlands als einer der größten und
eifrigsten Missionäre dasteht. Der Glanz seines Geschlechtes, so hoch dasselbe
einige Schriftsteller auch setzen mögen, wird weit überstrahlt durch seine
Tugenden und Verdienste. So groß war seine Demuth, Sanftmuth, Keuschheit und
kluge Vorsicht, daß es in seinen Tagzeiten heißt, er sei voll des heil. Geistes
gewesen, das beste Vorbild der Gläubigen, der durch sein Leben und seine Werke
erprobte, was er im Worte gelehrt hatte. Frägt man aber, wodurch der Heilige so
Großes gewirkt hat, so ist die Antwort: durch gänzlichen Verzicht auf alle
irdischen Mittel. Einer seiner Denksprüche lautete: Von Allem, was wir in der
Welt haben, können wir nur das unser Eigenthum nennen, was wir den Armen geben -
alles Andere raubt uns der Tod; was wir den Armen geben, ist ein Schatz, der im
Himmel hinterlegt ist.
Gewiß hat zu seiner Zeit zu Worms eine Missionsanstalt
für Deutschland bestanden, in welche er frühzeitig eintrat. Daß er Bischof von
Worms gewesen ist, wird von vielen Seiten behauptet, darf aber wohl bezweifelt
werden, da er sonst seinen Sitz nicht verlassen hätte, um anderswo sich dauernd
niederzulassen. Allerdings findet sich in dem Verzeichnisse der Wormser Bischöfe
an fünfter Stelle ein Rupertus; daß es der unsrige sei, ist nicht nachzuweisen;
jedenfalls gehört seine gewaltsame Vertreibung, womit man seine Entfernung von
Worms zu begründen versucht hat, ins Reich der Fabeln, weil es in diesem Falle
undenkbar wäre, daß er schon nach ein paar Jahren hätte zurückkehren können, um
weitere Sendboten des Evangeliums nach Salzburg zu führen. Wir müssen also
annehmen, daß er bei seinem Abgange von Worms allerdings die bischöfliche Weihe
bereits empfangen hatte, aber nicht als Bischof eines bestimmten Sitzes, sondern
lediglich zu Missionszwecken. Der beste Beweis hiefür ist, daß er zu Worms gar
nicht verehrt wird. Seine gewaltsame Vertreibung aus Worms ist nicht viel mehr,
als ein unbegründeter Versuch, um seine Missionsreise nach Bayern zu erklären,
und ihn dennoch als Bischof von Worms festhalten zu können. Daß ihn aber die
Legende auch nach Rom reisen läßt, hat seinen guten Grund, und nur unkatholische
Schriftsteller finden daran etwas Anstößiges
; denn vom Stuhle des hl. Petrus
mußte er die nöthigen Vollmachten zu seinem Vorhaben erlangen. Ohne die
Verbindung mit der römischen Kirche gab es zu keiner Zeit und nirgends ein
katholisches Christenthum. Die meisten Schriftsteller berichten, Herzog Theodo
von Bayern habe den Heiligen in sein Land berufen, Andere aber sagen mit großer
Wahrscheinlichkeit, er sei ungerufen, vielleicht nur mit Empfehlungen des
fränkischen Königs (die Nachfolger Chlodwigs suchten alle neu erwordenen
Provinzen christlich zu machen) dahin abgereist. Noch deckte hier Fürst und Volk
die Nacht des Heidensthums und es kostete nicht geringe Mühe, den heidnischen
Aberglauben mit seinen Gebräuchen auszurotten. In dieser Absicht kam aber der hl.
Rupert nach Regensburg und begab sich zum Herzoge Theodo (welcher von den drei
ersten d. N. es war, ist streitig), nicht bloß um die Erlaubniß zur Verkündung
des Evangeliums einzuholen, ohne welche er nichts Erkleckliches zu Stande
gebracht hätte, sondern um ihn selbst zu bekehren und zu taufen. Dann wollte er
hinausziehen ins Land, um zu predigen, zu taufen, Kirchen zu erbauen und Klöster
zu gründen, wo er und seine Gehilfen wohnen und ausruhen, die Neubekehrten aber
Stärkung im Glauben finden könnten. Er erreichte mit Gottes Hilfe beide Zwecke
und heißt deßhalb in den ältesten Kirchenbüchern der Evangelist des bayrischen
Landes,
der Apostel der Bayern.
Er unterrichtete den Herzog und taufte ihn zu
Regensburg in dem großen Thurm auf dem Kornmarkte *, wo er
Hof hielt, und diesem Beispiele folgten viele Andere aus dem Adel und dem Volke.
Nun konnte er auch daran gehen, christliche Kirchen zu erbauen und einzurichten.
Den Götzentempel zur alten Kapelle
in Regensburg und den zu Altötting wandelte
er in Kirchen um und weihte sie zu Ehren der seligsten Gottesmutter.
Es ist sehr wahrscheinlich, daß ihm das Gnadenbild von Altötting der
besuchtesten und gnadenreichsten Wallfahrtsstätte Bayerns, zu verdanken ist.
Ferner erbaute er zu Regensburg, auf dem Marterberge
, an dem Orte, wo sich
später die Abtei St. Emmeran erhob, ein Georgskirchlein.
Er hatte zu seinem großen Werke Kraft und Beistand nöthig, welche er durch die
Fürbitte der hl. Martyrer zu erlangen hoffte. Außerdem erhielt er vom Herzoge
das Versprechen, daß eine Kathedrale und andere Kirchen in der Stadt und auf dem
Lande erbaut werden sollten. Freilich verfloß noch lange Zeit bis unter Wicterp,
dem ersten Bischof von Regensburg, diese Hoffnung verwirklichet wurde. Das
Bekehrungswerk aber gelang vollständig bei dem ganzen Volke; es nahm in seiner
großen Mehrheit das Christenthum an. Die nachfolgenden Missionäre, wie z. B. der
heil. Corbinian, trafen zwar noch
viele Rohheit, der Boden im Allgemeinen war aber für die christliche Cultur
vollständig hergerichtet. ** Nach diesen ersten Erfolgen zog
der Heilige die Donau hinunter bis in das Ensgebiet und predigte insbesondere zu
Lorch, Gottes Allmacht aber bekräftigte die Wahrheit seiner Worte durch darauf
folgende Zeichen. Es scheint, daß es ihm nicht gelungen ist, auf dieser
Missionsreise eine feste Niederlassung zu gründen, worauf er, durch den Herzog
Theodo ermuntert, ausgegangen war. Doch hat er viel Volk getauft und eine
Muttergotteskirche eingeweiht. Erst auf dem Wege nach Salzburg, zu Seekirchen am
Wallersee im Attengau, baute er wieder eine Kirche, die er dem hl.
Apostelfürsten Petrus weihte, neben welcher später ein Collegiatstift entstand.
Hier fand der Heilige noch einige Christen, welche er zu einer Gemeinde sammelte.
Lange Zeit konnte man daselbst noch den vom hl. Rupert erbauten Altar sehen.
Bald hierauf aber folgte die Gründung einer neuen Peterskirche, mit Kloster und
Schule zu Salzburg, damals noch ein Trümmerhaufen, die Reste der frühern, durch
die Heruler zerstörten Stadt Juvavia (Helfenburg), und die von himmlischen
Lichtern angebahnte Erbauung der Maximilianszelle
im Pongau, das heutige Bischofshofen. Der Herzog, welcher (nach Stabell I. 378)
sich wahrscheinlich zu Tittmoning aufhielt, nahm die Gegend, welche der hl.
Rupert sich zum bleibenden Wohnsitze erkoren hatte, selbst in Augenschein, und
schenkte ihm das öde Getrümmer und das Thal herum - etwa eine Quadratmeile
Landes zu beiden Seiten der Salzach und dazu den dritten Theil der Salzquelle zu
Reichenhall, deßgleichen den landesherrlichen Zehent und Zoll. Die vom hl.
Rupert erbaute Peterskirche war sehr zierlich. Sie stand nicht ganz an der
Stelle der heutigen Peterskirche; die Mönchzellen zogen sich, als das größere
Kloster gedieh, dem Rücken des heutigen Mönchsbergs entlang. Hier erscholl Tag
und Nacht das Lob Gottes. Die Evangelisirung des Landes gedieh unter dem
göttlichen Segen so schnell, daß der hl. Rupert genöthigt war, neue Arbeiter um
sich zu sammeln, die er aus der Heimat holte. Man sagt, es seien ihrer zwölf
gewesen. Unter ihnen werden genannt: Maternus, Dignulus, Isenhard, Gerhard,
Ariofrid, Ratherius und Erchenfrid. Schon früher mögen die Missionäre Vitalis,
Chunaldus und Gislarius,
die sämmtlich als Heilige verehrt werden, sich in seiner Begleitung befunden
haben. Diese eifrigen Männer drangen unter der Leitung und dem Segen des hl.
Rupertus über Hall, den Salzachfluß hinauf, in den Pinzgau, und auf der andern
Seite bis zum Ursprunge der Ens und in den Attengau. Unter den gebauten Kirchen
dortiger Gegend verdient Maxglan bei Salzburg noch besondere Erwähnung, weil
eine Inschrift in der dortigen Sacristei die Urheberschaft des hl. Rupertus
bestätiget. Die Stiftung zu Salzburg ist seit jenen Tagen eine Pflanzstätte der
Gottseligkeit und der Wissenschaften, der kirchliche Mittelpunkt der Bisthümer
des bayerischen Landes gewesen. Der hl. Rupertus gründete hier eine Schule,
deren Oberleitung er selbst in den Händen hatte. Nähere Angaben mangeln.
Besonders segensreiche Folgen hatte die Gründung eines Frauenklosters auf dem
Nonnberge. Seine Schwester oder Nichte Erentrudis
entsagte auf seinen Wunsch gleichfalls dem Glanze und den Genüssen dieser Welt,
um mit andern gleichgesinnten Jungfrauen den Arbeiten des hl. Rupertus die
Früchte ihrer Gebete und Abtödtungen zuzuwenden. Sie kömmt schon im 9. Jahrh.
als Heilige vor. Auch des Kloster Weltenburg hat wahrscheinlich dieser Heilige
gegründet, indem er den dortigen Minervatempel in eine Kirche zu Ehren der
Mutter Gottes und des hl. Georgius umwandelte. Ob auch zu Ruprechtsberg bei
Eichstädt, Rupertsöd in der Raischach, Bischofsberg bei Pleiskirchen,
Haltenstein, Zell, Buch, zu Rupertsberg bei Velden, in Oberdietfurt im Rottthal
und zu Wörth bei Regensburg vom hl. Rupertus selbst noch Kirchen erbaut worden
sind, läßt Niedermayer (das Mönchthum in Bajuwarien) unentschieden. Wie lang der
heil. Rupertus seine unter vielen Mühen und Thränen gemachte Aussaat frisch
aufblühen und gedeihen sah, wissen wir nicht, aber es besteht die Vermuthung,
daß er 42 Jahre lang der neuen Pflanzung vorgestanden sei. Die Ueberlieferung
sagt: er sei an einem Ostersonntag gestorben, nachdem er zuvor noch das
feierliche Amt gehalten und während desselben, da er sein Ende nahe fühlte, sich
selbst die heil. Communion als Wegzehrung gereicht hatte. Vor seinem Sterben
ernannte er noch seinen getreuen Jünger Vitalis zu seinem Nachfolger als Abt und
Bischof, die versammelten Brüder ermahnte er zur Treue und Ausdauer in dem
begonnenen Werke, und gab dann betend seinen Geist auf. Die vereinzelt
vorkommende Angabe, er sei schließlich nach Worms heimgekehrt, und dort
gestorben, ist falsch. Der zu Worms gestorbene Bischof d. N. (der fünfte in der
Reihenfolge) ist nicht der Apostel des Bayerlandes, sondern eine andere Person.
Auch kennt man in dieser Stadt kein Grab des hl. Rupertus und ihn selbst nicht
als hl. Bischof. Es sagt auch seine Lebensbeschreibung davon durchaus Nichts. Es
heißt nur: Er kehrte (nach längerer Missionsreise) zu seinem eigenen Sitze
zurück
und starb. Diesen Sitz hatte er aber, wie gezeigt wurde, zu Salzburg.
Hier wurde der Leichnam des Heiligen in der von ihm erbauten Kirche bestattet.
Der hl. Virgilius übertrug ihn am 24. Sept. 773 in eine eigene schöne Kirche
(die spätere Kathedrale). Als dieselbe abbrannte. suchte man die theuren
Ueberreste aus dem Schutte hervor und setzte sie im J. 882 in der Domkirche bei,
die auf den Namen des Heiligen geweiht ist. Alles dieß muß man übersehen und
noch dazu eine recht gezwungene Erklärung der oben angeführten Stelle der
ältesten Lebensbeschreibung anwenden, um mit Friedrich an seinen Hintritt in
Worms zu glauben, wo Niemand etwas von ihm weiß. In der St. Peterskirche zu
Salzburg befindet sich sogar noch sein ursprüngliches Grabmal und ein Theil
seiner Reliquien. Das gläubige Volk trägt sein Andenken, ungeachtet dasselbe in
der sog. Aufklärungsperiode geflissentlich in das tiefste Dunkel gestellt wurde,
*** bis auf den heutigen Tag mit größter Ehrfurcht im Herzen.
Sowohl der Tag seines Todes, als die Uebertragungsfeier wird als gebotener
Festtag begangen. Auch die jetzt zur Erzdiöcese München-Freising gehörigen
vormaligen Diöcesanen von Salzburg haben die besondere Vergünstigung erbeten und
durch König Ludwig I. auch erhalten, den 25. Sept. als Feiertag begehen zu
dürfen. Im Jahr 1701 wurde zur Verehrung des Heiligen ein eigener Orden
gestiftet. Die chronologischen Schwierigkeiten in der Lebensgeschichte des hl.
Rupertus scheinen unlösbar zu sein. Wir stellen die vier hervorragendsten
abweichenden Meinungen nach dem Grade ihrer Wahrscheinlichkeit hier zusammen: 1.
Der heil. Rupert kam schon am Anfang oder doch um die Mitte des 6. Jahrh. als
der älteste fränkische Missionär nach Bayern. (So P. Rupert Mittermüllerin der
Schrift das Zeitalter des heil. Rupert.
) Die hauptsächlichsten Gründe für
diese Meinung sind: Die Kirche von Salzburg galt von jeher unbestritten als die
älteste und vornehmste Kirche Bajuwariens, als die Mutterkirche der übrigen.
Durch den hl. Rupertus, heißt es in den ältesten kirchlichen Urkunden, sei der
Glaube an Jesus Christus in diese Gegenden gekommen. Er heißt der Apostel des
Bayerlandes. Von den hhl. Corbinian und Emmeran lesen wir, daß sie bereits
Kirchen und Klöster im Lande antrafen; der hl. Rupertus traf nur Götzentempel
und Götzendiener an. Eine Missionsreise nach den östlich gelegenen Donauländern
wäre später wegen der feindlichen Haltung der Avaren nicht mehr möglich gewesen.
Das Salzburger Verbrüderungsbuch bringt bis zum J. 745 sieben Abtbischöfe von St.
Peter; wie ist diese hohe Zahl zu erklären? Sie hätten aus dem ihnen verhaßten
fränkischen Reiche keinen Missionär angenommen. Das 6. Jahrh. überhaupt galt
allen Schriftstellern bis ins 11. Jahrh. für das Zeitalter des Heiligen. Zuletzt
hat Huber d. J. 535 als wahrscheinliches Jahr seiner Ankunft in Bayern zu
begründen versucht. - 2. Er kam ums J. 580. Dafür spricht die älteste
Lebensgeschichte des Heiligen, welche sagt, er sei unter König Childebert II.
(vom J. 576 bis 593) von Austrasien nach Bayern gekommen, ebenso eine Inschrift
über der Thüre der sehr alten Krypta zu Seekirchen, welche lautet: primaeva
sedes S. Huperti Episcopi anno 581, d. h. der uranfängliche Sitz des heil.
Bischofes
Rupertus. Im Kloster Niederaltaich befand sich eine alte,
wahrscheinlich dem 11. Jahrh. angehörige Hds, welche den Aufenthalt des hl.
Rupertus zu Worms ins J. 580 setzt. Hiemit stimmt die Ueberlieferung der
Salzburger Kirche überein. - 3. Seine Ankunft in Regensburg fällt zwischen die J.
616 u. 641. Dafür spricht eine Hds. der Salzburger Annalen in der Wiener
Hofbibliothek aus dem 11. Jahrh., wo sich zum J. 628 die Notiz findet:
transitus S. Hudberti, Hintritt des hl. Rupertus ( Pertz mon. scr. I. 89.) - 4.
Er kam ums J. 696, errichtete das Bisthum Salzburg im J. 716 und starb im J. 718.
Für diese von Hansizius aufgestellte Zeitrechnung hat sich unter Andern
Wattenbach entschieden. - Wir lesen außerdem von diesem hl. Bischof, daß er auch
im Zeitlichen den Seinigen vortrefflich vorgestanden sei, und die Oeffnung der
Salzbergwerke bei Hallein und Berchtesgaden geleitet habe, weßhalb er auch mit
einem Salzfäßchen oder mit dem Salzgefäß in der Hand (letzteres zumeist auf
Münzen) abgebildet wird. Besser wird er aber als Abt und Bischof, das
Muttergottesbild von Altötting auf dem Arme, im Hintergrund die hl. Kapelle,
dargestellt. In der Bavaria Sancta und bei St. Bonifaz
in München sieht man ihn die Taufe des Herzogs Theodo vollziehen.
* Es bewahrt aber auch die sog. alte Kapelle
einen Taufstein, aus welchem er die Taufe empfangen haben soll.
** So erkläre ich die Stelle bei Aribo (vita S. Corbiniani cap. III): Gens adhuc rudis erat, et nuper ad Christianitatem conversa
*** Als im J. 1782 das 1200jährige Jubiläum der Bisthums-Gründung begangen wurde, that der damalige Erzbischof Hieronymus in seinem bei dieser Gelegenheit erlassenen, auch in sonstiger Hinsicht anstößigen Hirtenbriefe seines großen Vorgängers, des hl. Rupertus, nicht die geringste Erwähnung!
