
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Simplicius, Ep. Conf. (24. Juni al. 20. Oct., 19. Nov.). Dieser hl.
Bischof stammte nach der Legende (geschichtliche Nachrichten besitzen wir über
ihn nicht) aus einer vornehmen und reichen Familie. Seine Gattin glänzte wie er
selbst durch Tugend und Abkunft. Obgleich äußerlich Eheleute, lebten sie doch in
vollkommener Enthaltsamkeit. Sie waren überaus wohlthätig gegen die Armen und
lagen mit allem Eifer Tag und Nacht den Uebungen der Frömmigkeit ob. Nach dem
Tode des hl. Egemonius wurde Simplicius
an dessen Stelle zum Bischof von Autun gewählt. Da seine Gattin auch jetzt noch
mit ihm zusammenwohnte, nahm das zum großen Theil noch heidnische Volk Anstoß
daran, aber als die beiden heiligen Eheleute zum Beweise ihres keuschen Wandels
eine Stunde lang glühende Kohlen in ihren Kleidern umhertrugen, ohne daß
dieselben im Mindesten verletzt wurden, fanden zahlreiche Bekehrungen statt. Zu
Autun befand sich ein Bild der Cybele (Berecynthia), welches die heidnischen
Einwohner auf einem Wagen unter wüsten Lustbarkeiten (Megalesien) in den Feldern
herumführten, um für diese Fruchtbarkeit zu erbitten. Als der heil. Simplicius
die Heiden vor dem Bilde lärmen und musiciren horte, betete er und sprach: Ich
bitte dich, o Herr! erleuchte die Augen dieses Volkes, daß es erkenne, daß das
Bild der Cybele nichts sei.
Darauf machte er das Zeichen des Kreuzes gegen das
Bild und stehe, es fiel auf den Boden und die Zugthiere ließen sich auf keine
Weise mehr zum Weitergehen zwingen. Man opferte nun ein Thier, und da die Göttin
auch jetzt sich noch nicht bewegte, verließen wieder Viele ihren heidnischen
Aberglauben. Das Todesjahr des hl. Simplicius ist unbekannt. Bei Guerin ist als
beiläufige Jahreszahl 420 genannt. Als Todestag ist der 24. Juni auch im Mart.
Rom. verzeichnet; jedoch wird sein Fest, wegen des Festes des hl. Johannes
Baptista, am folgenden Tage gefeiert. Bei Rhabanus steht er zum 20. Okt. (IV.
812.)
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