
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. S. Sixtus (Xystus). Pp. II. et Soc. M. M. (6. Aug.). Dieser hl. Papst
wurde nach dem Mart Rom. im Cömeterium des Callistus zu Rom wegen des
christlichen Glaubens gefangen genommen und nach kurzem Prozesse enthauptet.
Zugleich mit ihm starben die hhl. Quartus,
Felicissimus, Agapitus,
Januarius, Vincentius,
Magnus und Stephanus.
Sein Geburtsort war Athen. Er ging nach Rom, um die in seiner Vaterstadt
begonnenen Studien zu vollenden und wurde ein eifriges Mitglied der römischen
Geistlichkeit. Der hl. Papst Stephan I. ernannte
ihn zum Archidiacon und empfahl ihn zugleich als seinen Amtsnachfolger.
Einzelnheiten aus seinem Leben sind nicht auf uns gekommen. So wissen wir z.B.
daß der hl. Dionysius, Patriarch von
Alexandria, eine Anfrage über die Gültigkeit der von Ketzern ertheilten
Taufe an ihn, als Nachfolger des hl. Petrus und Lehrer
der Gesammtkirche gerichtet hat, aber die Antwort des Papstes ist unbekannt.
Kurz vor dem Ausbruch der Verfolgung brachte er noch die Leiber der hhl. Apostel
Petrus und Paulus in
Sicherheit. Im J. 257 bestieg der Heilige den apostolischen Stuhl. Nach 11
Monaten und 6 Tagen wurde er Martyrer, weil er den Abgöttern
, namentlich dem
Mars, nicht opfern wollte. So hatte der Kaiser Valerianus vor seiner Abreise in
den Orient es verordnet. Bekannt ist das rührende Zwiegespräch zwischen ihm und
seinem Diacon, dem hl. Laurentius,
auf dem Wege zur Richtstätte; Wohin, Vater, gehst du heute, ohne den Sohn
mitzunehmen? Du hast niemals noch dein Opfer entrichtet, ohne daß ich dabei
gewesen wäre! Lasse mich erproben, daß du keinen Unwürdigen zu so hoher Ehre
erhoben und mit der Ausspendung des Blutes Christi
beauftragt hast.
Sei ruhig,
antwortete der heil. Papst; dich erwarten
schwerere Kämpfe! ich verlasse dich nicht. Du wirst nach drei Tagen denselben
Weg gehen und als Levite mir, dem Priester, nachfolgen.
So geschah es.
Wahrscheinlich gab ihm der hl. Oberhirte auf seinem Todesgange den Auftrag, die
Kirchenschätze vorher an die Armen zu vertheilen. Ebendeßhalb scheint uns aber
die Unterscheidung seiner Leidensgenossen in Diacone und Subdiacone durchaus
grundlos zu sein. Der Leichnam des heil. Papstes wurde im Cömeterium des
Callistus, die der übrigen Martyrer in jenem des
Prätextatus beigesetzt. Gegenwärtig ruht er
(Piazza, II. 129) in der Kirche s.N. an der Appischen Straße. Bei Migne heißt es:
Papst Leo IV. schenkte im J. 850 den
hl. Leib der Kaiserin Irmengarde, Gemahlin Lothars I., welche ihn in der Abtei
Erstein im Elsaß beisetzen ließ.
Auf Bildnissen trägt er außer den
Papstinsignien zur Darstellung seines Todes ein Schwert. Auf größern Bildern ist
stets der hl. Laurentius mit ihm abgebildet, entweder wie er diesem die
Diaconsweihe gibt, oder Almosen für die Armen anvertraut, oder von ihm auf
seinem Todesgange begleitet wird. (II. 124.)