
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Stephanus I. Pp. M. (2. Aug.). Der hl. Papst Stephanus I. war von Geburt
ein Römer. Sein Vater Julius war, so scheint es wenigstens, ein Christ. Unter
den hhl. Päpsten Cornelius10 und Lucius14
war er bereits Archidiacon. Letzterer bestimmte und erhielt ihn zu seinem
Nachfolger. So bestieg er also im J. 253 den Lehr- und Hirtenstuhl Petri.
In sein Pontificat fällt der Streit über die Gültigkeit der Ketzertaufe. Als die
Frage an den Papst gebracht wurde, gab er in einem Schreiben an den heil.
Cyprian die Entscheidung: Wenn ein
Ketzer sich zu euch bekehrt, so soll nichts Neues eingeführt, sondern ihm nach
der Ueberlieferung die Handauflegung zur Buße ertheilt werden.
Er forderte noch
im J. 253 unter Androhung der Excommunication die Anerkennung dieser
Entscheidung, wenn die Taufe überhaupt im Namen der drei göttlichen Personen
ertheilt war, und gewährte den Bischöfen, welche ein zu Iconium in Phrygien in
gegentheiligem Sinne abgefaßtes Synodalschreiben überbrachten, weder Gehör noch
Aufnahme. So sehr ihm diese Geltendmachung seines Ansehens und seiner Stellung
als Bischof der Bischöfe,
übel genommen wurde, beharrte er gleichwohl mit
aller Strenge auf seinem Ausspruche. Durch diese Entschiedenheit verhütete er
den Ausbruch einer Kirchenspaltung wegen dieser Angelegenheit. Wer sich nicht
unterwerfe, erklärte er, sei kein gläubiger Bischof mehr, sondern ein Judas. Zu
Rom war es sein stetes Bemühen, Seelen zu bekehren und zu retten: viele Heiden
wurden von ihm unterrichtet und getauft. Als eine blutige Verfolgung ausbrach,
tröstete er die Gläubigen und ermahnte zu Gottvertrauen und Standhaftigkeit.
Zuletzt wurde er um das J. 257 selbst ergriffen und in den Tempel des Mars vor
der Porta Capena, (jetzt St. Sebastian genannt), geführt, wo auf sein Gebet ein
Blitzstrahl das Götzenbild zerschmetterte. Bei der hiedurch ausgebrochenen
Verwirrung fand er Gelegenheit zur Flucht, wurde aber bald darauf in den
Katakomben der Lucina, wo er Gottesdienst hielt,
erstochen oder enthauptet. Seine Reliquien ruhen größtentheils in der St.
Sebastianskirche außerhalb der Mauern. Hier (in der sg. Platonia) sieht man auch
den Sitz, auf welchem der heil. Papst enthauptet wurde. Im Jahr 1680 wurden die
heil. Reste nach Pisa übergetragen und in der Kirche seines Namens beigesetzt.
Sein heil. Haupt überbrachte Kaiser Heinrich III. im Jahre 1047 nach Speyer, wo
es verehrt wird. Zur Ergänzung seines Lebensbildes vgl. man noch S. Nemesius6
und S. Olympius2. Abbildungen zeigen sein Martyrium
(es steckt ihm das Schwert in der Brust). Zu Speyer befinden sich zwei schöne
Bilder, von welchen eines darstellt, wie auf sein Gebet die Götzenbilder
zusammenstürzen, und das andere seinen Tod in den Katakomben vor Augen führt.

|
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren
Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen
Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
|