
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
Thomas (21. Mai) von Celano, einer der ersten Schüler des hl.
Franciscus von Assisi, soll nach
Waddings Annalen Thomas von Zelch * geheißen haben, und sein
deutscher Name erst bei der Aufnahme in den Orden in den italienischen Thomas
von Celano umgewandelt worden sein. Daß er eine im ganzen Orden hochgeschätzte
Person war, dafür bürgt sein vertrauter Umgang mit dem hl. Franciscus, sowie der
vom Papste Gregor IX. ihm ertheilte Auftrag, das Leben des Patriarchen von
Assisi zu beschreiben. Ungemein berühmt wurde der Name des Thomas von Celano
durch seinen Hymnus Dies irae
, welcher von ältesten Zeiten her
außerordentlichen Beifall fand, und unläugbar schon vor dem Jahre 1385 seinen
Platz im liturgischen Rituale der Kirche erhielt, indem man ihn schon damals,
wie auch heute noch als Sequenz bei den Todtenmessen und am Allerseelentage
gebrauchte. Wann Thomas von Celano von dem heil. Franciscus in den Orden
aufgenommen wurde, ist ungewiß. Wahrscheinlich geschah diese Aufnahme im J. 1215
oder 1216. Nach Wadding wurde Thomas schon im J. 1222 von Cäsarius, dem
Ordensminister für Deutschland, zum Custos der Klöster in Mainz, Worms und Köln
und bald hernach zu dessen Vikar ernannt. Wahrscheinlich blieb er bis zum Tode
des heil. Franciscus in Deutschland. Seine Rückkehr nach Italien mag zwischen
die Jahre 1226 und 1227 gesetzt werden, da er zur Abfassung der
Lebensbeschreibung seines verstorbenen hl. Ordensstifters vom damals regierenden
Papste berufen, die verschiedenen Augen- und Ohrenzeugen in persönlichen
Besprechungen zu vernehmen hatte. Das Jahr seines Todes ist ungewiß. Doch wird
desselben vor dem J. 1255 nicht gedacht.
* Die Bollandisten halten aber für wahrscheinlicher, daß der Name a Celano von der Stadt Celano am Fucinersee im Lande der Marsen genannt sei.