
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. S. Victorinus et Soc. M. M. (20. al. 1. Febr., 30. u. 31. Jan., 5. Apr.).
Die hhl. Victorinus, Nicephorus1 (Nicophorus),
Claudianus, Dioscorus
(Diodorus), Serapion und Papias7
wurden des christlichen Glaubens willen in ihrer Vaterstadt Korinth ins
Gefängniß geworfen und nach Ertragung verschiedener Qualen in die Verbannung
nach Aegypten geschickt. Auch dort wurden sie wahrscheinlich in Diospolis, um
das J. 285 oder, wie Andere glauben, schon im J. 249 unter dem Kaiser Decius in
gefängliche Haft genommen und durch den Statthalter Tertius (die Lateiner
schreiben Sabinus) auf verschiedene Weise getödtet. Victorinus und Victor mit
dem Beinamen der Ninivite gingen den Uebrigen voran. Ihr Martyrium ist eines der
eigenthümlichsten und grausamsten. Sie wurden in rings durchlöcherte Eichen der
Art eingeschlossen, daß nur der Kopf hervorsah. Man stach nun lange Zeit mit
Messern durch die angebrachten Oeffnungen auf ihre Leiber. Dann brachte man sie
in einen neuen, zu diesem Zwecke eigens angefertigten Mörser, und zermalmte
erbarmungslos ihre Gliedmassen. Zuerst zerstießen sie die Füße des hl. Victorin
und sprachen bei jedem Stoße: Du kannst dein Leben retten und dich noch
erhalten, wenn du deinen Gott, welchen du ganz nen einführst, verleugnest.
Der
Heilige blieb standhaft, weßhalb die andern Martyrer schnell und von freien
Stücken in den Mörser hineinsprangen, wie in ein Bad. Der Richter ließ also zum
abschreckenden Beispiele dem hl. Victorinus den Kopf zerschmettern. Ihm folgten
die hhl. Victor und Nicephorus, welche dieselbe Todesart erdulden mußten. Den
heil. Claudianus befahl der Tyrann Glied für Glied zu verstümmeln, und die
verstümmelten Glieder den übrigen Bekennern Christi
vor die Füße zu werfen, indem er zu ihnen sprach: Es ist euch gestattet, wenn
ihr wollt, dieser Pein zu entgehen. Sie entgegneten vom Geiste Gottes getrieben:
Wenn du auch noch ärgere Qualen ersinnest, so lassen wir uns von unserm Gott
nicht abwendig machen, verleugnen sein Wort nicht, und entsagen nicht unserm
Erlöser Jesus Christus, denn Er ist unser Gott; wir gehören Ihm an und gehen zu
Ihm.
Der übermüthige Tyrann spottete ihrer reinen Tugend und verachtete ihre
Rede; denn was für sie vortrefflich war, erschien ihm in seiner Verblendung als
thöricht. Er befahl also, den hl. Dioscorus zu verbrennen, den gerechten
Serapion ließ er enthaupten, und den liebenswürdigen Papias ins Meer werfen.
Ihre Namen stehen im Mart. Rom. am 25. Febr. die Griechen ehren sie am 30.
Januar. (III. 488, 490 u. Assemann-Zingerle, II. 46-52)
