
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Zosimus, Papa, Conf. (26. al. 17. Dec, 29. Jan.). Die Reliquien dieses hl.
Papstes, welche (Piazza II. 589) zu St. Lorenzo
außerhalb der Mauern ruhen, sind nebst 15 Briefen fast das Einzige, was von
demselben erhalten ist. Wie dem Namen, so auch der Abstammung nach ein Grieche
(aus Calabrien), wie man sagt ein Schüler des hl. Basilius
d. Gr., saß er vom 18. März des J. 417-418 auf dem Stuhle des hl. Petrus.
Es werden ihm folgende Decrete zugeschrieben: die Diaconen sollen am linken Arme
die Manipel tragen; am Samstage vor Ostern soll die Osterkerze nicht bloß, wie
bisher, in der Kathedral- sondern auch in allen Pfarrkirchen geweiht werden; die
Geistlichen sollen nur im Nothfalle öffentliche Gasthäuser besuchen; wer die hl.
Weihen empfangen will, muß dem Stande der Freien angehören; Niemand soll
sprungweise (per saltum), sondern mit Beobachtung der sg. Interstitien und in
der altherkömmlichen Ordinationsfolge geweiht werden, und die kirchlichen
Gerichte sollen sich streng an die heil. Canones halten. Seine anfängliche Güte
gegen die Ketzer Pelagius und Cälestius, welche zuvor heuchlerisch versicherten,
sie würden sich der Glaubensentscheidung des Papstes unterwerfen, machte alsbald
der größten Strenge Platz, als sie durch nähere Untersuchung entlarvt wurden.
Vermöge päpstlicher Machtvollkommenheit erhob er den erzbischöflichen Stuhl von
Arles zum ersten in den sieben Provinzen * Galliens, obwohl
ihm die Bischöfe Simplicius von Vienne,
Hilarius von Narbonne und
besonders Proculus von Marseille geschlossenen Widerstand entgegenstellten, und
gestattete auch einfachen Priestern gegen ihre Bischöfe die Appellation an das
Oberhaupt der Kirche. Der hl. Augustinus
bezeichnet den Heiligen als in hohem Grade barmherzig
(multum misericors),
eine Eigenschaft, deren Werth durch den Mißbrauch, welchen bösgeartete Menschen
mit ihr trieben, nicht vermindert wird. Er schrieb selbst: Es ist das
Kennzeichen des besten Gemüthes, schlechte Dinge recht langsam (difficilius) zu
glauben
(Ep. VI. 5 Migne Patrolog. 601). Sein schönstes und wichtigstes
Schreiben, die sg. epistola tractoria ist leider verloren gegangen; die
Fragmente, welche von derselben noch übrig sind, beziehen sich 1) auf die
Allgemeinheit der Erbsünde: jener durch die natürliche Fortpflanzung ererbte
(contractum) Schuldbrief, von welchem durchaus kein Mensch entbunden ist, bevor
er durch die Taufe davon frei wird;
2) auf die Nothwendigkeit der göttlichen
Gnade zu allem Guten: Was gibt es für einen Zeitabschnitt, in welchem wir nicht
der göttlichen Hilfe bedürftig wären? Also muß Gott bei allen Handlungen,
Geschäften (causis), Gedanken und Regungen (motibus) als Helfer und Schützer
angerufen werden. Es ist Hochmuth, wenn Einer meint, aus seiner eigenen Natur
etwas (Gutes) zu vermögen.
Nimmt man hiezu, daß noch viele andere Briefe von
ihm verloren gegangen sind, so wird man über seine unermüdliche und aufreibende
Thätigkeit zur Bewunderung hingerissen. Er ordinirte im Monate December 10
Presbyter, 3 Diaconen und 8 Bischöfe für verschiedene Sitze, und starb (W. W.
K.-L. XI. 1298) nach einer langen und schmerzhaften Krankheit, während welcher
man ihn mehrmals todt glaubte, am 26. Dec. des J. 418 und wurde sogleich den
Heiligen zugezählt.
* Diese sieben Provinzen waren: Vienne, Aquitanien I und II. Novempopulanum, Narbonne I und II und die Seealpen.

|
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren
Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen
Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
|