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Ökumenisches Heiligenlexikon

Passionszeit

Die Passionszeit beginnt mit dem Aschermittwoch und dauert bis Karsamstag, sie umfasst 40 Fastentage. Schon im 2. Jahrhundert bereitete man sich durch zweitägiges Fasten auf Ostersonntag vor, im 3. Jahrhundert wurde die Fastenzeit auf die Karwoche ausgedehnt. Im 4. Jahrhundert bestimmt das Konzil von Nicäa die 40-tägige Fastenzeit, die auf Ostern vorbereiten soll durch die Taufvorbereitung bzw. Tauferinnerung und Buße.

Fast-Nacht war ursprünglich nur der Vorabend zum Aschermittwoch, eben die Nacht vor dem Fasten. Seit dem 13. Jahrhundert galt als Fastnacht die Zeit vom Donnerstag vor Aschermittwoch bis zum Vorabend des Aschermittwoch. 1830 wurde in Köln der Rosenmontag zum Höhepunkt des rheinischen Karnevals. Karneval vom lateinischen Carne vale bedeutet: Fleisch, leb wohl.

Der Aschermittwoch eröffnet die Fastenzeit bis Ostern. Diese Zeit umfasst 46 Tage; die 6 Sonntage sind vom Fasten ausgenommen, da Christen an jedem Sonntag - also auch in der Fastenzeit - die Auferstehung Christi feiern; es bleiben also genau 40 Fastentage.

Aschekreuz auf der Stirn

Aschekreuz auf der Stirn    David Farrell (Ireland/Dublin)

Seinen Namen erhielt der Aschermittwoch, weil Asche der Palmen vom Palmsonntag des vergangenen Jahres am Aschermittwoch geweiht und den Gläubigen vom Priester auf die Stirn oder den Scheitel gestreut werden. Dabei erinnert der Priester die Gläubigen: Gedenke, o Mensch, du bist Staub, und zum Staube kehrest du zurück. Asche ist Symbol sowohl der Vergänglichkeit wie der Buße und Reue; schon die Menschen im Alten TestamentWir verwenden den Begriff Altes Testament, wissend um seine Problematik, weil er gebräuchlich ist. Die hebräische Bibel, der „Tanach” - Akronym für „Torah” (Gesetz, die fünf Bücher Mose), „Nevi'im” (Propheten) und „Kethuvim” (Schriften) - hat aber natürlich ihre unwiderrufbare Bedeutung und Würde. hüllten sich in Sack und Asche, um ihrer Bußgesinnung Ausdruck zu verleihen; Asche wurde als Reinigungsmittel verwendet, daher ist sie das Symbol für die Reinigung der Seele. Ende des 11. Jahrhundert wurde dieser Brauch durch Papst Urban II. eingeführt. Im 12. Jahrhundert wurde festgelegt, dass die Bußasche von Palm- und Ölzweigen der Vorjahres gewonnen werden muss.

Aschermittwoch wurde nach der Volksüberlieferung der Teufel, der einst ein normaler Engel gewesen sei, wegen Verstößen gegen die göttliche Ordnung aus dem Himmel geworfen.

Als Fastenspeisen sind ab Aschermittwoch für 40 Tage weder Alkohol noch Fleisch von warmblütigen Tieren zum Verzehr erlaubt, daher hat sich als Alternative der Fisch verbreitet. Schnaps und Bier dürfen traditionell am Aschermittwoch nochmals getrunken werden, das Bier soll demnach für das Gedeihen der Gerste sorgen, der Schnaps die Mücken vertreiben. Im Mittelalter waren die Fastenregeln sehr streng: man durfte nichts essen außer drei Bissen Brot und drei Schluck Bier oder Wasser. 1486 erlaubte Papst Innozenz VIII. auch Milchprodukte in der Fastenzeit.

Der Sonntag Laetare liegt in der Mitte der Fastenzeit. Ihre erste Hälfte war von Zurückgezogenheit und Trauer geprägt; ab Laetare sollte der Christ froh dem Palmsonntag entgegen sehen, der für den Einzug Jesu in Jerusalem, dessen Opfergang und somit die Erlösung des Menschengeschlechts steht. Bis ins 19. Jahrhundert hinein trat der Papst am Sonntag Laetare mit einer goldenen Rose in Rom vor die Gläubigen. So wollte er auf die nahende Leidenszeit Christi hinweisen; die Rose gilt als Sinnbild Christi.

Am Sonntag Judika, 14 Tage vor Ostern, werden in der katholischen Kirche alle Dinge, die etwas österliches darstellen - so Kreuze und Bilder - mit Hungertüchern verhüllt.

Der Palmsonntag ist der Sonntag vor dem Ostersonntag, er ist eine Vorwegfeier von Ostern mit Gedenken an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem: zum Zeichen seines Königtums streute das Volk Palmzweige und jubelte (Matthäusevangelium 21, 8 - 9). In katholischen Kirchen werden Prozessionen zur Kirche mit zuvor gesegneten Palmkätzchenzweigen veranstaltet. Palmen wurden schon im Altertum als heilige Bäume verehrt, im Orient ehrte man siegreiche Soldaten damit, Palmzweige sind Symbol der Märtyrer und zeigen deren Sieg über die Mächte der Welt an.

Schon im 8. Jahrhundert wurden Palmweihen in den westlichen Kirchen abgehalten. Da hier keine Palmen wuchsen, ersetzte man diese durch Palmkätzchen, also Weidenzweige. Diese können zu Palmbuschen gebunden und mit bunten Bändern geschmückt werden. Die Palmkätzchen werden in der Messe am Palmsonntag geweiht und sollen dann Unheil abwehrende Wirkung haben. Zuhause werden sie in den Herrgottswinkel gesteckt, man legt sie zum Kruzifix, zu Heiligenbildern, oder an den Spiegel, mancherorts werden sie am Ostersonntag heute auch mit bemalten Eiern und kleinen Osterfiguren behängt.

Mit der Karwoche geht Passionszeit zu Ende. Sie beginnt nach dem Palmsonntag, schließt Gründonnerstag und Karfreitag ein und endet mit dem Karsamstag. Abendmahl, Kreuzestod und Auferstehung Jesu gehören eng zusammen, bis zum 4. Jahrhundert feierte man in der Osternacht, der Nacht zum Ostersonntag, diese drei Ereignisse an einem einzigen Tag. Heute beginnen die Feiertage mit der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag.

Am Morgen des Gründonnerstag - sein Name kann von gronan, weinen, greinen abgeleitet werden, damit können die Tränen der Büßer gemeint sein, welche in der alten Kirche an diesem Tage nach beendeter Buße wieder in die kirchliche Gemeinschaft integriert wurden - oder am Tag davor wird in den katholischen Bischofskirchen durch den Bischof unter Beteiligung des Diözesanklerus die missa chrismatis zelebriert. In dieser Feier wird für die ganze Diözese das Chrisamöl, das bei Tauf- und Firmsalbung, sowie Katechumenen- und Krankensalbung verwendet wird, für ein ganzes Jahr geweiht.

Mit der Abendmahlsfeier am Abend wird den Gläubigen das Abschiedsmahl Jesu mit seinen Jüngern nahe gebracht. Auch eine Fußwaschung kann in der Messe am Gründonnerstag vorkommen zur Erinnerung an die Geschichte, in der Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht (Johannesevangelium 13, 1 - 20): Jesus hat sich erniedrigt - Füße waschen war Sklavenarbeit - so groß war seine Liebe zu den Menschen, deshalb sollen die Christen ihm in solcher Nächstenliebe nachfolgen. Fußwaschungen sind 694 in Spanien belegt, im 12. Jahrhundert sind sie in der Gründonnerstagmesse in Rom bekannt. Am Ende der Messe wird der Altar leergeräumt, in der katholischen Kirche auch der Tabernakel geleert. Der schmucklose Altar weist darauf hin, dass die kommenden zwei Tage der Trauer und der Besinnung gewidmet sind. Orgel und Kirchenglocken schweigen nun bis zum Gloria der Osternacht. Die Volksüberlieferung sagt, die Glocken würden in dieser Zeit nach Rom fliegen, um geweiht zu werden, und erst am Karsamstag zurückkehren. In den Anbetungsstunden - auch als Ölbergstunden bezeichnet - bis Mitternacht zum Karfreitag soll Jesus begleitet werden im Gebet zum Ölberg, wo er in größter Not und Bedrängnis seinen Vater um Hilfe anflehte.

Albrecht Altdorfer: Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, 1515 - 1516, Gemäldegalerie in Kassel

Albrecht Altdorfer: Christus am Kreuz mit Maria (links) und Johannes, 1515 - 1516, Gemäldegalerie in Kassel

Der Karfreitag steht im Zeichen des Leidens, er vergegenwärtigt den Tod Jesu. In seinem Namen steckt das althochdeutsche kara, chara, Trauer, Wehklage. Für protestantische Christen ist der Tag des Sterbens Christi und damit der Erlösung der Menschen traditionell der höchste Feiertag, er wird mit großem Ernst begangen. In der katholischen Kirche findet an diesem wie auch am folgenden Tag keine Messe statt, stattdessen kommen um 15 Uhr, zur Todesstunde Christi, die Gläubigen zusammen, um dem Leiden und Sterben Jesu zu gedenken.

Die Kreuzwegandacht wird in katholischen Kirchen in der Regel in der 40-tägigen Fastenzeit gehalten, besonders feierlich jedoch am Karfreitag. Seit dem 14. Jahrhundert gab es Vorläufer dieser Andacht. 1590 hatte man zunächst 12 Stationen, 1625 fügte der spanische Franziskaner == Antonius Daza die beiden weiteren heute gebräuchlichen hinzu. Von Beginn des 18. Jahrhunderts an wurden Kirchenwände mit Kreuzwegbildern behängt, auf heiligen Stätten entstanden Wallfahrtskirchen und Wallfahrtswege. Die Anleitung zum Beten des Kreuzweges erstellte Mitte des 18. Jahrhunderts der Franziskaner Leonhard von Porto Maurizio.

Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Jesu, der letzte Tag der 40-tägigen Fastenzeit. Am Abend werden Altäre und Kreuze von den Fastentüchern befreit, besonders die Kinder freuen sich auf den nächsten Tag, den Ostersonntag.




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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 21.10.2018

Quellen:

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.