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Ökumenisches Heiligenlexikon

Ämilie Juliane Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt

Gedenktag evangelisch: 3. Dezember

Name bedeutet: die Eifrige / aus dem Geschlecht der Ämilianer (latein.)

Liederdichterin
* 19. August 1637 auf der Heidecksburg in Rudolstadt in Thüringen
† 3. Dezember 1706 daselbst

Kartenskizze

Ämilie Juliane wurde aus dem Geschlecht der Reichsgrafen zu Barby und Mühlingen geboren. Ihre Eltern waren in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges von Barby an der Elbe auf die Heidecksburg geflohen. Hier residierte der Graf von Schwarzburg-Rudolstadt, ein Verwandter derer von Barby. Nach Ende der aktuellen Kämpfe kehrte die Familie in ihre Heimat zurück, aber Ämilie Juliane verlor mit vier Jahren ihren Vater, ein Jahr später ihre Mutter. Sie wurde als Pflegekind auf der Heidecksburg in die Familie ihrer Tante und Patin aufgenommen und gemeinsam mit ihren Pflegegeschwistern liebevoll erzogen und unterrichtet. Ahasver Fritsch, der Hauslehrer - später Kanzler des Landes - regte die Kinder in der geistlichen Dichtkunst an. Die Pflegeeltern gaben ein Vorbild im Glauben, sie standen fest zur lutherischen Kirche; ihr Anliegen war, im Alltag ein christliches Leben zu führen und tätige Nächstenliebe zu üben, wozu es in der Kriegs- und Nachkriegszeit reichlich Gelegenheit gab.

Ämilie Juliane heiratete 1665 ihren Pflegebruder Albert Anton, der mittlerweile Reichsgraf von Schwarzburg-Rudolstadt war, wurde so zur Landesmutter und musste dem großen Haushalt des Schloss- und Gutsbetriebes vorstehen; nach einer von ihr erstellten Liste gehörten dazu 152 Personen. 1667 wurde als erstes Kind der Erbgraf geboren, ihre Tochter, das zweite und letzte Kind starb drei Tage nach der Geburt. 1672 musste sie den frühen Tod ihrer drei Pflegeschwestern bzw. Schwägerinnen erleben. Ab ihrem 30 Lebensjahr litt sie immer wieder an Krankheiten und wurde zunehmend von Gebrechen heimgesucht.

In großer Zahl verfasste Ämilie Juliane Gedichte und Liedtexte, mehr als 600 ihrer Lieder sind überliefert. Außer den Liedern für jeden einzelnen Tag der Woche und für das Kirchenjahr hat sie über viele Dinge des täglichen Lebens ein Gedicht gemacht und dabei immer zum Ausdruck gebracht, dass Gott alles geschaffen hat und alles lenkt; sie gilt als die liederreichste unter den geistlichen Dichterinnen in Deutschland. Während ihrer Sterbegebetsstunde, die sie schon länger täglich hielt, starb sie.

Das Evangelische Gesangbuch enthält die von ihr getexteten bekannten Lieder Bis hierher hat mich Gott gebracht (EG 329) und das 1686 gedichtete Wer weiß, wie nahe mir mein Ende (EG 530).



Quellen:
• http://www.glaubenszeugen.de/kalender/s/kals030.htm
• Evangelisches Gesangbuch. Gesangbuchverlag, Stuttgart 1996
• http://www.selk-balhorn.de/lebensbilder.html#text3
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990