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Ämilie Juliane wurde aus dem Geschlecht derer zu Barby und Mühlingen auf der Flucht geboren. Ihre Eltern waren in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges von Barby an der Elbe auf die Heidecksburg geflohen. Hier residierte der Graf von Schwarzburg-Rudolstadt, ein Verwandter derer von Barby. Ämilie Juliane verlor mit vier Jahren ihren Vater, ein Jahr später ihre Mutter, sie wurde als Pflegekind auf der Heidecksburg in die Familie aufgenommen und gemeinsam mit ihren Pflegegeschwistern erzogen und unterrichtet. Die Pflegeeltern standen fest zur lutherischen Kirche; ihr Anliegen war, im Alltag ein christliches Leben zu führen und tätige Nächstenliebe zu üben, wozu es in der Kriegs- und Nachkriegszeit reichlich Gelegenheit gab.
Ämilie Juliane heiratete 1665 ihren Pflegebruder Albert Anton, der
mittlerweile Reichsgraf von Schwarzburg-Rudolstadt war, wurde so zur
Landesmutter
und musste dem großen Haushalt des Schloss- und Gutsbetriebes
vorstehen; nach einer von ihr erstellten Liste gehörten dazu 152 Personen. In
großer Zahl verfasste sie Gedichte und Liedtexte. Außer den Liedern für jeden
einzelnen Tag der Woche und für das Kirchenjahr hat sie über viele Dinge des
täglichen Lebens ein Gedicht gemacht und dabei immer zum Ausdruck gebracht, dass
Gott alles geschaffen hat und alles lenkt; sie gilt als die liederreichste unter
den geistlichen Dichterinnen in Deutschland. 1672 musste sie den frühen Tod
ihrer drei Pflegeschwestern bzw. Schwägerinnen erleben; auch von ihren zwei
Kindern starb die Tochter schon als Kleinkind. Ab der Mitte ihrer Lebenszeit,
litt sie immer wieder an Krankheiten und wurde zunehmend von Gebrechen
heimgesucht. Während ihrer Sterbegebetsstunde, die sie schon länger täglich
hielt, starb sie.
Das Evangelische Gesangbuch enthält die von ihr getexteten bekannten Lieder
Wer weiß, wie nahe mir mein Ende
(EG 530) und Bis hierher hat mich Gott
gebracht
(EG 329).
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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