Es gibt im Wesentlichen drei verschiedene Termine für diesen Tag:
• in Deutschland den 1. September
• in der katholischen Kirche den 1.
Januar.
• weltweit den UNO-Weltfriedenstag
am 21. September
• in nichtkatholischen Kirchen der
21. September
Die Bemühungen um einen Antikriegstag bzw. Friedenstag lassen sich bis 1845 zurück verfolgen: pazifistisch gesonnene kirchliche Kreise in Großbritannien setzten sich dafür ein. In den 80-er Jahren des 19. Jahrhunderts gelang es ihnen dann, den letzten Sonntag vor Weihnachten zum Friedenssonntag zu machen. In Deutschland gab es um 1900 in freikirchlichen evangelischen Gemeinden ähnliche Bestrebungen.
Plakat von Käthe Kollwitz zum Weltfriedenstag 1924
Ein anderer friedenspolitischer Ansatz ging ebenfalls von Großbritannien aus: am 22. Februar 1896 trafen sich im Atelier des Malers Felix Moscheles pazifistische Künstler, darunter George Bernhard Shaw, und einige Minister zu einer Kundgebung für eine internationale Schiedsgerichtsbarkeit, welche Kriege durch rechtzeitige Klärung von Streitfragen verhindern sollte. Diese Kundgebung erregte so große Aufmerksamkeit, dass pazifistische Organisationen sich dafür einsetzten, zukünftig in jedem Jahr an diesem Tag in allen Ländern ähnliche Friedensdemonstrationen abzuhalten. 1906 wurden beispielsweise in etwa 600 Städten gleichzeitig Kundgebungen durchgeführt, auf denen eine Resolution angenommen wurde, die vorher vom Internationalen Friedensbüro festgesetzt worden war.
Am 18. Mai 1898 wurde die 1. Haager Friedenskonferenz mit staatlichen Vertretern aus 26 Nationen eröffnet. Die Regierungsvertreter beschlossen zur Schlichtung zwischenstaatlicher Konflikte die Errichtung eines internationalen Schiedsgerichtshofes mit Sitz in Den Haag und erfüllten damit eine Hauptforderung der internationalen Friedensbewegung. Dieser 18. Mai wurde dann bis 1914 als Friedenstag begangen. In den Niederlanden und den USA, wo die Haager Konferenz als Vorläufer der Idee des Völkerbundes - der Vorgängerorganisation der UNO - stärker beachtet wurde als in anderen Ländern, überlebte er sogar den 1. Weltkrieg, tauchte jedoch 1932 zum letzten Mal auf. Auch der 27. August, der Tag, an dem 1928 in Paris Vertreter von 15 Staaten den Kriegsächtungspakt unterzeichnet hatten, geriet als vom Kongress der Europäischen Union vorgeschlagener Weltfriedenstag schnell wieder in Vergessenheit.
Nach der Novemberrevolution
1918 in Deutschland riefen die beiden damaligen
bedeutendsten pazifistischen Organisationen, die von Bertha von Suttner
mitgegründete Deutsche Friedensgesellschaft (DFG)
und der Bund Neues
Vaterland (BNV)
, unter der Parole Nie wieder Krieg
eine Kampagne ins Leben,
deren Ziel es war, die persönlichen Erinnerungen an die Kriegsgreuel durch
alljährliche Massenkundgebungen am 1. August, dem Tag des Beginns des 1.
Weltkriegs, wachzuhalten und die Menschen für die Durchsetzung einer dauerhaften
Friedenspolitik zu aktivieren. In Dänemark und Schweden wurde dieser Tag schon
zuvor, während des Krieges, als Antikriegstag begangen. Bei der Gründung des
Friedensbundes der Kriegsteilnehmer (FdK)
im Oktober 1919 wurde festgelegt,
alljährlich am ersten Augustwochenende Massenkundgebungen zur Erinnerung an den
Kriegsbeginn 1914 zu organisieren, die den Friedenswillen des deutschen Volkes
bekunden sollten. Zur ersten Kundgebung am 1.August 1920 im Berliner
Lustgarten riefen Organisationen der Friedensbewegung sowie der Arbeiterjugend auf. 1921
traten Vertreter der SPD, der USPD und des Allgemeinen Deutschen
Gewerkschaftsbundes dem Nie-wieder-Krieg-Ausschuss
bei. Dieses Bündnis machte
aus den Antikriegsaktionen eine Massenbewegung, am 31. Juli 1921 beteiligten
sich im ganzen Reichsgebiet etwa 500.000 Menschen in etwa 250 Städten an den
Kundgebungen. Doch schon der Antikriegstag 1922 zeigte, dass die
Nie-wieder-Krieg-Bewegung ihren Höhepunkt überschritten hatte. Bemerkenswert war
jedoch die Ausweitung auf internationaler Ebene. Über die bereits genannten
Länder hinaus wurden in der Schweiz, in Österreich, Portugal, Skandinavien und
auf dem Balkan Antikriegstage durchgeführt.
Heute wird in Deutschland der Antikriegstag
alljährlich am 1. September
begangen; er erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Überfall
der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. Die Initiative ging vom Deutschen
Gewerkschaftsbund (DGB)
aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto
Nie wieder Krieg
zu Aktionen aufrief. Seinen Höhepunkt erreichte der
Antikriegstag in den späten 70-er Jahren, als zehntausende Menschen an den
Kundgebungen teilnahmen. Auch in der DDR wurde am 1. September der
Weltfriedenstag
gefeiert.
Kundgebung der Franziskaner am Weltfriedenstag, 21. September 2002, in La Paz in Bolivien
Die katholische Kirche begeht seit 1967 einen Weltfriedenstag
. Der Tag
fällt normalerweise auf den 1. Januar und ist mit einer Weltfriedensbotschaft
des Papstes verbunden, wird aber in deutschen Gemeinden flexibel innerhalb der
ersten 6 Wochen des Jahres begangen. Papst Paul VI. wandte sich 1967 an die
Regierenden in aller Welt mit einer Friedensbotschaft und erklärte darin den
Neujahrstag zum Weltfriedenstag.
Am dritten Dienstag im September beginnen traditionell die
Jahresversammlungen der UN-Generalversammlung. 1981 entschied die
Generalversammlung an diesem Tag, dem 21. September: Dieser Tag soll offiziell
benannt und gefeiert werden als Weltfriedenstag (International Day of Peace) und
soll genützt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und
Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken.
Seit 2004 hat sich auch der Ökumenische Rat der Kirchen diesem UNO-Tag
angeschlossen, um seinerseits zu einem Internationalen Tag des Gebetes für den
Frieden
aufzurufen.
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