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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

17. März

1. † am Freitag, dem 17. März 461, entschlief in Saul, County Down, Downpatrick, der heilige Bischof und Apostel Irlands Patrick, etwa 74 J. Er stammte aus einer christlichen Familie in Britannien, geboren als Maewyn Succat in Kilpatrick bei Dumbarton in Schottland; sein Vater Calpurnius war ein vornehmer Römer, decurio, Zehnerhauptmann, Senator der römischen Kolonialverwaltung, seine Mutter Conchessa war Gallierin und eine nahe Verwandte des heiligen Martin von Tours (11. November 397 / 1). Etwa 16-jährig wurde er von Piraten aus seiner Heimat entführt und per Schiff nach Irland verschleppt, dort als Sklave einem Stammesfürst namens Milchu in Dalriada verkauft, dem er im Tal der Braid und auf den Berghängen des Slemich als Schafhirt versklavt diente, im freien Gebet aber vor allem seinem Schöpfer diente. Da sein Eigentümer Druidenpriester war, lernte er dessen Religion, da er nur unter Iren lebte, lernte er die keltische Sprache gut kennen. Nach etwa 6 Jahren erhielt er im Traum den Auftrag die Insel zu verlassen; er gehorchte und seine Flucht gelang. Dann zog er auf das Festland und studierte in verschiedenen Klöstern; er war im Sankt-Martins-Kloster in Tours, dann auf der Insel Lérins, schließlich Schüler von Saint Germain in Auxerre (31. Juli 448/6), der ihn zum Priester weihte und als Assistenten bei sich hielt; als er, im Auftrag des Papstes, nach Britannien ging um die pelagianische Irrlehre dort zu bekämpfen, nahm er Patrick mit als seinen Begleiter und Helfer. Patrick sagte ihm damals oft, wie gern er Irland von der Finsternis des Heidentums befreien würde. Zurück in Auxerre, sandte Saint Germain ihn, den er 18 Jahre in seiner Nähe hatte, deswegen, mit seinem Priester Segetius, zum Papst Caelestinus I. (27. Juli 432/4) nach Rom. Kurz vor seinem Tod gab der Papst ihm den gewünschten Missionsauftrag und den neuen Namen Pater Civium, Patercius, Patricius, Vater der Stadtgefährten, der Bürger. Auf dem Rückweg besuchte er in Turin den heiligen Bischof Maximus (25. Juni 465/1), von dem er die Bischofsweihe empfing. Über Auxerre, wo er Gefährten für seine Mission mitnahm, zog er an den Kanal und landete im frühen Frühling 433 in der Mündung des Flusses Vantry, bei Wicklow Head. Die Druiden erschienen schwerbewaffnet und verhinderten seinen Landgang. Er landete an einer einsamen Küste und fand den Weg nach Dalriada, zu seinem Herrn, dem er entlaufen war und dem er, als Ersatz für zugefügten Schaden, die Freiheit der Kinder Gottes bringen wollte. Unterwegs landete er in der Mündung des Flusses Boyne, es kamen neugierige Einwohner, hörten erstaunt ihn in ihrer Muttersprache reden; da sie aufgeschlossen erschienen, ließ Patrick ihnen einen ersten Gefährten zurück, fuhr weiter bis Strangford Loughand und zog dann über Land seinem Ziel entgegen. Unterwegs begegnete ihm ein Druidenhäuptling Dichu, der das Schwert gegen ihn erhob, den der Unbewaffnete durch seine Güte entwaffnete und der ihm eine große Scheune, Sabhal geschrieben und Saul ausgesprochen, schenkte, wo Patrick mit seinen Gefährten die erste heilige Messe auf der Insel feierte. Er blieb einige Tage dort und verkündete das Evangelium dem aufgeschlossenen Dichu und seinen Leuten. Dann zog er weiter; aber sein Ruf war ihm vorausgeeilt: als er bei Milchu ankam, sah er ihn in seinem Anwesen mit seiner ganzen Habe sich verbrennen: er war zu stolz, sich von seinem entlaufenen Sklaven belehren zu lassen. Zurück in Saul hörte er von Dichu, dass ein großes Fest in Tara angeordnet war, zu dem Leoghaire, der Ard-Righ, höchste Fürst Irlands eben alle Stammeshäupter und Druiden eingeladen hatte. Der geplante Festtag war der christliche Ostersonntag, der 26. März 433, der Vigiltag das Fest Maria Verkündigung. Patrick mit seinem Gefolge stieg auf den Hügel Slane, gegenüber Tara, dazwischen das Tal. Um Mitternacht ließ er ein gewaltiges Osterfeuer anzünden, das die Fürsten und Druiden anlockte. In dieser Osternacht wurde in Tara für Irland das Heidentum besiegt durch das Christentum. Der Ard-Righ erlaubte Patrick öffentlich die Verkündigung des Evangeliums im ganzen Land. wahrscheinlich sind von den vielen Druiden die meisten Mönche geworden. In dieser Osternacht betete Patrick mit seinen Leuten sein berühmtes in Versen gefasste Gebet, Saint Patrick’s Breast Plate genannt. Es ist zugleich Gebet und Glaubensbekenntnis. Er zeigte ihnen ein dreiblättriges Kleeblatt und erklärte daran die Einheit in der Dreifaltigkeit; so wurde das Kleeblatt Sinnbild für Irland. In den folgenden fast 30 Jahren konnte der Apostel Irlands entfalten, was in jener ersten Osternacht an Gnadengaben gegeben ward. Schließlich entschlief er in Saul, Sabhall, wo er das erste Messopfer im Land gefeiert hatte, und wurde, in einer großen Prozession, in das etwa zwei Kilometer entfernte Dun getragen, wo er in einem ihm geschenkten Fürstengrab beigesetzt wurde; darüber wurde später die große Kathedrale Saint Patrick in Down, Down-Patrick errichtet.

2. † Gedenktag der um 392 in Alexandria für Christus ermordeten vielen Märtyrer von Alexandria, die, zur Zeit des Kaisers Theodosius, als die Zahl de Christen immer mehr zunahm, von den Götzendienern des Serapis in einem Aufstand überfallen, in ihren Tempel geschleppt, dort zum Götzenopfer gezwungen werden sollten, aber Christus standhaft die Treue hielten, daraufhin grausam gequält und gefoltert wurden, bis sie ihren Geist aufgaben.

3. † am Sonntag, dem 17. März 580, entschlief in Chalons-sur-Saône, in Burgund, der heilige Bischof Agricola, der seine Kirche fast 50 Jahre geleitet hat und an mehreren SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. teilgenommen hat. Der heilige Gregor von Tours (17. November 594/7) berichtet über seinen Zeitgenossen und fast Nachbarn, dass er ein entbehrungsreiches Leben geführt hat.

4. † am Sonntag, dem 17. März 653, entschlief in Nivelles, Nijvel in Brabant, die heilige Jungfrau und Äbtissin Gertrud von Nivelles, 32 J., Tochter des Pippin von Landen und der seligen Ida, Iduberga, von Nivelles (8. Mai 652); 20-jährig nahm sie vom heiligen Amandus (6. Februar 679/7) den Schleier als gottgeweihte Jungfrau und hat das von ihrer Mutter, der seligen Ida, um 640 gegründete Kloster Nivelles mit Weisheit geleitet, berühmt durch ihre beständige Lesung der Heiligen Schrift, schließlich aufgezehrt durch ihre Nachtwachen und ihr Fasten. Aus Rom ließ sie Manuskripte der Heiligen Schrift und zur Feier der Liturgie kommen, aus Irland Mönche zur Unterweisung in der Heiligen Schrift. Ihre Schwester war die heilige Begga von Andenne (17. Dezember 693/4), die Schwiegertochter des heiligen Arnulf von Metz (18. Juli 640/6) und Mutter des Pippin von Herstal, des Gründers des karolingischen Königshauses. Ihre Reliquien werden noch heute, in einem kostbaren mittelalterlichen Schrein, in der Kollegiatskirche in Nivelles verehrt.

5. † am Samstag, dem 17. März 770, entschlief auf Zypern, der heilige Mönch Paulus, der, wegen seiner Treue zur Ikonenverehrung, lebendig verbrannt worden ist.

6. † am Mittwoch, dem 17. März 1154, entschlief in Modugno bei Bari, der selige Konrad von Bayern, ein Sohn des bayerischen Herzogs Heinrich des Schwarzen, der, Zisterzienser unter dem heiligen Bernhard (20. August 1153/1) geworden, eine Pilgerreise ins Heilige Land unternahm. Er lebte dort einige Zeit als Eremit, kehrte dann langsam heimwärts zurück, blieb unterwegs, bei Bari, und hauste dort in einer elenden Grotte bei Modugno, bis er starb. Seine Reliquien wurden überführt in die Kathedrale von Molfetta in Apulien. Er wurde 1832 seliggesprochen.

7. † am Dienstag, dem 17. März 1620, entschlief im Kerker in Olmütz, Olomouc, in Mähren, der heilige Priester und Märtyrer Johannes, Jan Sarkander, 46 J., der, bei den Jesuiten in Olmütz und Prag erzogen, 1603 in Prag zum Dr. phil. promoviert wurde, Theologie studierte, 1606 heiratete, nach kurzer Ehe Witwer geworden, 1607 sein Theologiestudium wieder aufnahm, 1609 zum Priester geweiht wurde, in ganz Mähren die katholische Reform predigte, 1616 Pfarrer von Hollenschau wurde und zu Beginn des 30-jährigen Krieges in die Hände von Protestanten fiel. Diese quälten ihn grausam, um ihn zum Bruch des Beichtgeheimnisses zu zwingen, da sie ihn nicht zur Reformation hatten bringen können. Er wurde in Olmütz öffentlich gerädert und, noch eben lebendig, in den Kerker geworfen. Nach einem Monat ist er dort zugrundegegangen, sein Leichnam wurde verbrannt. Seine Reliquien liegen in Olmütz in der Basilika Maria-Himmelfahrt. Er wurde 1860 selig- und 1995 heiliggesprochen.

8. † am Mittwoch, dem 17. März 1649, wurde im Gebiet der mehrheitlich bekehrten Huronen in Kanada, diese vom feindlichen heidnischen Stamm der Irokesen überfallen und auf der Missionsstation Saint Ignace die beiden Missionare als Geisel genommen und grausam ermordet, der heilige Priester, Jesuit und Märtyrer Gabriel Lalemant, 38 J., der 1630 in Paris Jesuit geworden, 1646 in Kanada ankam und erst wenige Wochen Gefährte des heiligen Jean de Brébeuf bei den Huronen war. Am Tag vor ihm haben diese wilden Irokesen, auf der Missionsstation Saint Ignace, seinen Mitbruder Jean de Brébeuf (16. März 1649/8) umgebracht und danach abends ihn zu foltern begonnen, so ist er am Morgen zugrundegegangen. Papst Pius XI. hat sie 1925 selig- und 1930 heiliggesprochen.
Ihr gemeinsamer Gedenktag ist der 19. Oktober/1

9. † am Freitag, dem 17. März 1905, entschlief in Malaga, der selige Priester Juan Nepomuceno Zegrí y Moreno, 75 J., geboren in Granada, wurde er 24-jährig in der Kathedrale von Granada zum Priester geweiht. Er war ein Guter Hirt als Pfarrer in nacheinander zwei Pfarreien. Dann war er Mitarbeiter am Offizialat, dem kirchlichen Gericht, Visitator von Ordensgemeinschaften und Domkapitular an der Kathedrale von Málaga, außerdem Hofprediger, capellán real. 1878 gründete er die Schwesterngemeinschaft Congregación de las Hermanas Mercedarias de la Caridad, Ordensgemeinschaft der Schwestern Unserer Lieben Frau vom Freikaufen der Gefangenen und von der Nächstenliebe. Ihr Ziel war die Linderung jeder Art leiblicher und seelischer Not. Wie Gold im Feuerofen geprüft (Weish 3, 6) hatte er, besonders in seinen letzten Jahren, viel zu leiden, auch an Verleumdungen. Er starb arm, einsam und verlassen, wie er es sich gewünscht hatte. Er wurde am 9. November 2003 seliggesprochen.

Görlitz: Johannes Sarkander: 8


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln



Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel