Ökumenisches Heiligenlexikon

Cyriacus und Hannah

Gedenktag katholisch: 2. Oktober

Gedenktag äthiopisch-orthodox: 2. Oktober

Name bedeutet: C: dem Herrn gehörig (griech. - latein.)
H: die Begnadete (hebr.)

Bischof / Mutter, Märtyrer
* in Äthiopien
um 362 daselbst


Cyriacus war der Legende zufolge Bischof in Äthiopien. Er wurde in der Christenverfolgung unter Kaiser Julian Apostata - der in der äthiopischen Tradition Kaiser Elianus genannt wird - um seines Glaubens willen zum Tode verurteilt 1. Der ließ ihm demnach die rechte Hand abschneiden, gab ihm glüchendes Blei in den Mund und ließ ihn auf ein glühendes Eisenbett legen. Dann streuten sie glühende Kohlen über ihn, rieben gesalzenes Fett in ihn, schlugen ihn, bis seine Knochen brachen und steckten ihn ins Gefängnis.

Kaiser Julian / Elianus ließ nun Cyriacus' Mutter Hannah bringen, ließ sie an ihren Haaren aufhängen, mit Scherben ritzen und ihren Körper mit Fackeln brennen, bis sie starb. Dann wurde Cyriacus in eine Grube geworfen, in der sich Schlangen befanden, aber keine von diesen verletzte ihn. Cyriacus verfluchte den König und beschimpfte seine Götter, deshalb wurde er enthauptet, in ein Gefäß mit kochendem Öl geworfen und ihm mit einem Speer die Brust durchbohrt.

1 Entgegen der später im Christentum verbreiteten Ansicht gab es unter Kaiser Julian keine direkte Verfolgung von Christen um ihres Glaubens willen; seine Maßnahmen beschränkten sich auf das Schüren von Konflikten zwischen verschiedenen christlichen Gruppen. Zur philosophischen Auseinandersetzung verfasste er die Schrift Contra Galilaeos, Gegen die Galiläer, in der er Fehler und Gefahren des christlichen Glaubens aufzeigt und die Christen als Abtrünnige des allgemein akzeptierten Judentums bezeichnete.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 04.12.2020

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• http://www.stmichaeleoc.org/Synaxarium/Tekemt_05.htm

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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