Ökumenisches Heiligenlexikon

Elisabeth von Thadden

Gedenktag evangelisch: 8. September

Name bedeutet: Gott ist Fülle (hebr.)

Märtyrerin
* 29. Juli 1890 in Mohrungen, heute Morąg bei Olsztyn in Polen
8. September 1944 in Berlin-Plötzensee


Elisabeth von Thadden
Elisabeth von Thadden

Elisabeth Adelheid Hildegard von Thadden war eine Tochter des Gutsbesitzers Adolf von Thadden aus altem pommerschen Adel, der königlich preußischer Landrat und Mitglied des pommerschen Landtags war, und dessen erster Ehefrau Ehrengard geb. von Gerlach. Nach Jahren im Internat führte sie nach dem Tod ihrer Mutter 1909 das Anwesen der Familie in Trieglaff - dem heutigen Trzygłów - bei Stettin und betreute ihre jüngeren Geschwister. Dort lernte sie Friedrich Siegmund-Schultze kennen, den Gründer der ökumenischen Sozialen Arbeitsgemeinschaftt und Pfarrer an der Friedenskirche in Potsdam. In Zusammenarbeit mit ihm unterstützte sie während des Ersten Weltkriegs Kinderlandverschickungen und nahm selbst Stadtkinder im Gut Trieglaff auf.

Nachdem ihr Vater 1920 wieder geheiratet hatte, ging sie nach Berlin, arbeitete kurz als Erzieherin und suchte eine Stelle als Lehrerin, aber es fehlte ihr die entsprechende Ausbildung. Um eine eigene Schule zu gründen, ging sie als Praktikantin für eineinhalb Jahre in die damals neue Schule im ehemaligen Kloster Salem und eröffnete 1927 ihre Schule im leerstehenden Schloss in Wieblingen, einem Stadtteil von Heidelberg als Mädcheninternat, das sie bis zur Verstaatlichung der konfessionellen Privatschulen 1941 leitete. In der Zeit des Nationalsozialismus unterstützte sie Jüdinnen und Juden bei der Emigration ins Ausland. Nach Schließung ihrer Schule zog sie nach Berlin zu der Sozialpädagogin Anna von Gierke in der Cramerstr. 12 und betätigte sich im Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes, auch als Schwesternhelferin.

Elisabeth von Thadden nahm wie auch Anna von Gierke an den Treffen des Hanna-Solf-Kreises teil, in dem Regimekritiker Konzepte für die Zeit nach dem Dritten Reich diskutierten und Fluchthilfe für Verfolgte organisierten. Nachdem am 10. September 1943 76 Menschen aus dem Solf-Kreis verhaftet und etliche zum Tode oder zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, ließ Elisabeth von Thadden sich in ein Lazarett nach Meaux im besetzten Frankreich versetzen. Dort wurde sie am 13. Januar 1944 verhaftet, im Juli 1944 vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tod verurteilt und dann in Berlin-Plötzensee enthauptet.

Die von Elisabeth von Thadden gegründete Schule in Heidelberg-Wieblingen besteht als nach ihr benannte Schule in der Trägerschaft der Evangelischen Landeskirche Baden weiter.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 21.12.2022

Quellen:
• https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_von_Thadden_(Widerstandsk%C3%A4mpferin) - abgerufen am 20.12.2022
• https://www.gdw-berlin.de/vertiefung/biografien/personenverzeichnis/biografie/view-bio/elisabeth-von-thadden - abgerufen am 20.12.2022

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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