Ökumenisches Heiligenlexikon

Sara die Einsiedlerin

Gedenktag katholisch: 13. Juli

Gedenktag orthodox: 13. Juli

Gedenktag koptisch: 11. März

Gedenktag äthiopisch-orthodox: 11. März

Name bedeutet: die Vornehme (hebr.)

Einsiedlerin, Äbtissin in der Sketischen Wüste
400im 4./5. Jahrhundert in der Sketischen Wüste in Ägypten


Nicolaes de Bruyn: Sara von Ägypten in einer Hütte am Fluss. Kupferstich, 1606, in der Herzog August Bibliothek in Braunschweig
Nicolaes de Bruyn: Sara von Ägypten in einer Hütte am Fluss. Kupferstich, 1606, in der Herzog August Bibliothek in Braunschweig

Sara wurde wegen ihrer Bescheidenheit und Demut hoch verehrt.

Worte der Heiligen

Die hl. Theodora fragte die hl. Sara: Sag mir, was soll ich tun? Eine Menge böser Gedanken überwältigt mich. Die Heilige antwortete ihr: Du musst den Kampf nicht gegen alle, sondern gegen den einen führen, denn alle bösen Gedanken unterstehen einem bösen Gedanken, der ist deren Haupt und Fundament. Kämpfe gegen diesen Hauptgedanken, und dann werden alle anderen Gedanken besiegt. Der Kampf gegen diesen Hauptgedanken aller bösen Gedanken besteht im folgenden: Es ist das Schweigen, das Fasten, das Niederfallen, der Durst, die Nachtwache, die Bekämpfung des Schlafs, das Lesen der Heiligen Schrift, die Zerknirschung des Herzen, eine Menge Metanien [tiefe Verbeugungen, bei denen man spricht: Herr, sei mir Sünder gnädig], das Schlagen an die Brust, die Demut. All diese Übungen zusammen sind der Kampf und die Waffe, die man gegen den Hauptgedanken aller bösen Gedanken anwenden soll. Dadurch und durch die Gnade Christi kannst du die bösen Gedanken überwinden. Es gibt keine andere Möglichkeit, sie zu überwinden.

Einst kamen zwei große und heilige Altväter, Einsiedler von Pelusium, zur hl. Sara. Als sie schon von ihr im Gehen waren, sagten sie zueinander: „Lasst uns diese Nonne demütigen". Gleich darauf wandten sie sich ihr zu und sagten zu ihr: Sieh zu, Mutter, sei nicht aufgeblasen, und sprich nicht in deinem Herzen: Siehe, die Asketen kamen zu mir, die ich doch nur eine Frau bin. Darauf antwortete die Selige ihnen mit aller Demut und unter Tränen: Von Natur aus bin ich zwar eine Frau, meinen Gedanken nach aber bin ich ein Mann.

Eines Tages kam eine Nonne zur hl. Sara und sagte zu ihr: Bete für mich, meine Herrin. Die Selige antwortete ihr: Weder ich noch Gott können uns deiner erbarmen, wenn du dich nicht selbst über dich erbarmst, indem du gute Werke und Tugendübungen tust, wie die heiligen Väter uns belehrten.

Eine Nonne fragte die hl. Sarra: Sage mir, meine Herrin, wie kann ich mich retten? Die Heilige antwortete ihr: Sei, wie wenn du eine Tote wärest! Sorge dich weder um die Unehre von den Menschen noch um die Ehre dieser Welt. Bleibe still in deiner Zelle und denke immer an Gott und an den Tod. Dann wirst du errettet werden.

Martirij Bagin u. Andreas-Abraham Thiermeyer (Hrsg. und Übersetzer): Meterikon. Die Weisheit der Wüstenmütter. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2004, Nr. 18 - 20, 57f

Zitate von Sara:

Die folgenden Sünden treiben von der Seele das Gedenken an Gott aus: die Redseligkeit, die Gefallsucht, das Lachen, der Aufenthalt außerhalb der Zelle, der Umgang mit einem Mann, der Zorn, die Vernachlässigung der Lesung und der Betrachtung der Heiligen Schrift, die irdischen Sorgen, das Vergessen des Todes. All diese treiben das Andenken an Gott aus. Die weise Nonne aber, die in sich etwas von diesen Übeln bemerkt, beeilt sich, wie eine eifrige Dienerin Gottes, sich zu bessern; dadurch entgeht sie allen Netzen des Dämons.
Essen- und Wasserentzug ist das sicherste Mittel, um die Seele zu beruhigen. Wenn ein Gegner eine Stadt bezwingen will, bringt er die Städter um die Nahrung und das Wasser, und die Städter sind wider Willen genötigt, sich ihm zu ergeben. Ebenso geschieht es den Mönchen: Wenn sie sich in Speise und Trank nicht mäßigen, können sie sich nicht von den schlechten Gedanken befreien.
Wenn der Mensch sich an die Worte der Heiligen Schrift erinnert: Aufgrund deiner Worte wirst du gerechtfertigt, und aufgrund deiner Worte wirst du gerichtet werden (Matthäusevangelium 12, 37), wird er das Schweigen um so lieber wählen.
Wie man erst mit dem Rauch die Bienen abwehrt und dann den Honig ihrer Mühe nimmt, so vertreibt die Bequemlichkeit des Leibes die Gottesfurcht von der Seele und zerstört alles, was die Seele an Gutem getan hat.
Wenn wir den Herrn durch die Mühe und die Tugenden suchen, kommt er zu uns; und wenn wir in der Stille leben, ist Er bei uns.
Solange du noch im Leibe bist, sei nicht eitel, auch dann nicht, wenn du etwas Gutes getan hast, damit nicht dadurch der Feind einen Zugang zu dir finde und dich nicht ins Verderben stürzen kann.

Quelle: Martirij Bagin u. Andreas-Abraham Thiermeyer (Hrsg. und Übersetzer): Meterikon. Die Weisheit der Wüstenmütter. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2004, Nr. 61, 66, 70 - 72

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.07.2021

Quellen:
• http://www.autobahnkirche.de/dc/hk/FMPro?-db=namenstag.fp5&-format=record%5fdetail.htm&-lay=layout &Name=sara&-recid=33515&-find=

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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