Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

27. Dezember

1. † Gedenktag des heiligen Apostels und Evangelisten Johannes, † um 101, יוחנן der HERR ist gnädig. Er nennt sich selber in seinem Evangelium nicht mit seinem Namen, sondern eher verschlüsselt, z. B. als der Jünger, den Jesus liebte (Joh 13, 23). Er gehörte zu den zwei (Joh 1, 35) bezw. vier (Mk 1, 19) erstberufenen Jüngern Jesu.
Johannes war der Sohn des Zebedäus und der Salome, Bruder von Jakobus dem Älteren, von Beruf Fischer mit einem energischen, ja aufbrausenden Charakter, der ihm den Beinamen "Donnersohn" einbrachte (Mk 3, 17). Vor seiner Berufung zum Apostel war er Anhänger Johannes des Täufers und wurde dann Jesu "Lieblingsjünger" (Joh 19, 26).
Sein Evangelium, die drei kanonischen Briefe und die ihm zugeschriebene Apokalypse erweisen ihn als den Theologen. Nach der Überlieferung lebte er lange in Ephesus und starb auch dort.
Ausführlich erzählt die Legenda Aurea von Johannes' Wirksamkeit in Kleinasien, wo er im Artemis-Tempel in Ephesus nicht opfern wollte. Aristodemus, der Oberpriester des Tempels, wollte nach Unruhen - die Goldschmiede fürchteten Verluste beim Verkauf ihrer Diana-Amulette - Johannes veranlassen, doch zu opfern, andernfalls müsse er das Gift trinken, an dem zwei Verbrecher vor seinen Augen schon gestorben waren. Johannes schlug das Kreuz über dem Kelch, das Gift entwich als Schlange, er trank ohne zu sterben.
Johannes wurde dann nach den legendarischen Berichten im Jahr 95 - es war die Zeit der Domitianischen Verfolgung - doch noch ergriffen und nach Rom gebracht. An der Porta Latina soll er das Martyrium im Ölkessel erlitten haben, aber er entstieg diesem Kessel unversehrt und wurde auf die Insel Patmos verbannt, wo er demnach das Buch der "Offenbarung" schrieb. Nach dem Tod Domitians konnte er nach Ephesus zurückkehren, wo er mit großen Ehren empfangen wurde und sein Evangelium schrieb. Nach seiner letzten Predigt unter dem Motto "Kindlein, liebet euch untereinander" entschlief Johannes vor aller Augen.
Als Begräbnisort wird der Burghügel von Ephesus genannt. Sein Grab in Ephesus ist bereits um 200 als Verehrungsstätte bezeugt.
Auf der Insel Patmos wird die "Apokalypse-Grotte" am Hügel zwischen dem Johannes-Kloster und dem Ort Patmos gezeigt, wo er angeblich das letzte Buch des Neuen Testaments verfasste.
Wegen seiner "hohen Theologie", wird er mit einem Adler dargestellt. Die Schlange im Kelch deutet auf den Versuch, Johannes zu vergiften.
Am Johannestag wird der nach ihm benannte Wein, die "Johannesminne", geweiht; ihn reicht der Priester der Gemeinde, die mit ihm die Liebe Johannes' kosten darf und damit vor Krankheiten und Gefahren geschützt wird.

2. † an einem Montag, dem 27. Dezember 399 entschlief in Rom die heilige Fabiola. Fabiola war eine römische Christin aus dem Geschlecht der Fabier. Sie hatte Pech mit der Wahl ihres ersten Ehemannes. Dieser sprach vielen Lastern zu. So ließ Fabiola sich gesetzlich scheiden. Gegen die Vorschriften der Kirche heiratete sie ein zweites Mal. Als ihr zweiter Gatte starb, leistete Fabiola öffentlich Buße und wurde wieder in der Gemeinde aufgenommen und zu den Sakramenten zugelassen. Fortan war sie unermüdlich in ihrem Wirken für die Armen und Kranken. Ihr gesamtes Vermögen setzte sie ein für die Werke der Nächstenliebe. Bei einer Pilgerfahrt ins Heilige Land lernte Fabiola Hieronymus kennen, in dessen Kloster sie einige Zeit lebte. Nach dem Tode Fabiolas verfasste Hieronymus eine bekannte Lobrede auf die Wohltäterin.

3. † am Samstag, den 11. Okt. 845 wurde in die Ewigkeit gerufen der heilige Theodor in Apamea in Bithynien. Er war in seiner Jugend Mönch bei Kerak jenseits des Jordan und dann in Mar Saba im Kidrontal. Zur Zeit der Bilderstürmer war er Mönch in Konstantinopel und musste wegen seiner Ikonenverehrung viel und lange leiden. Dort schrieb und diktierte er Predigten und Hymnen, daher erhielt er den Beinamen Graptos, Schreiber. Er zog weiter als Mönch durch Bithynien und starb schließlich in Apamea um 841. Im Martyrologium Romanum von 1956 wird zusammen mit ihm sein heiliger Bruder Theophanes genannt, der zusammen mit Theodor in Mar Saba Mönch gewesen, zusammen mit ihm in Konstantinopel wegen der Ikonenverehrung zwei Jahre lang schwer gelitten hatte und der nach dieser Verfolgung, mit seinem Bruder unterwegs, zum Bischof von Nikea gewählt und geweiht wurde, der auch, wie sein Bruder Graptos, Schreiber genannt wurde. Im neuen Martyrologium findet sich ein gleichnamiger Theophanes, mit dem Beinamen Chronographos, der unter Leo dem Armenier die Ikonenverehrung verteidigte, zwei Jahre dafür Kerker und schließlich Verbannung erlitt und um 817 in Bithynien gestorben ist (12. März/7); eine Verbindung mit Theodor ist nicht ersichtlich gemacht.

4. † heute, am 27. Dezember gedenkt die Kirche des seligen Priesters Alaphrid Parte, der am Dienstag, dem 29. Dezember 1936 in den Wirren der spanischen Revolution zum Märtyrer wurde. Er war Regularpriester (Piarist) aus dem Orden der frommen Schulen. Er gab sein Leben für Christus, den König, in der spanischen Hafenstadt Santander am Golf von Biskaya.

5. † ebenfalls ist heute der Gedenktag des seligen Märtyrers José Maria Corbin Ferrer, der am Dienstag, dem 29. Dezember 1936 22 J, auf einem Gefangenenschiff im Hafengelände der Stadt Santander sein Leben für Christus hingab. Er wurde geboren am 26.12.1914 in Valencia, war Universitätsstudent und tätig in der Kathtolischen Aktion (siehe 27.12. nr. 59 bei der Auflistung der Seligsprechungen Vatikan)
Siehe auch 29. Dezember,11/227

6. † am 27. Dezember ist auch der Gedenktag des seligen Priesters und Märtyrers Enrique Juan Requena, 33 J, Diözesanpriester, der als Hilfsgeistlicher an Sam Miguel in Enguera wirkte. Auch er wurde am Dienstag, dem 29. Dezember 1936 in Picadero de Paterna in der Nähe seines Pfarrers, Erzpriester José Aparicio Sanz zum Märtyrer. (siehe 29. Dezember/11 bei der Auflistung der Seligsprechung Vatikan)
Siehe auch 29. Dezember/11,228


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 22.11.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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