Ökumenisches Heiligenlexikon

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Oswald von Worcester (von York)


S. Oswaldus Ep. Conf. (29. Febr., al. 27. und 28. Juni, 15. Oct.). Dieser hl. Bischof von Wigorn (Wigornies) und Erzbischof von York (Eboracum), manchmal auch Edwald geheißen, gehörte zu den gelehrtesten und frömmsten Bischöfen, die England im 10. Jahrh. hervorgebracht hat. Er war aus einem edlen dänischen Geschlechte 1 entsprossen. Wie an Körper, so war er auch an Geist schön und liebenswürdig von Kindheit an. Er befliß sich von Jugend auf der Gottseligkeit und wurde von dem hl. Erzbischof Odo von Canterbury, einem Bruder seines Vaters, sorgfältig erzogen. Er wurde früh Kanoniker, begab sich aber, da er mit seinen ausgelassenen Collegen nicht länger leben mochte, in's Kloster nach Fleury (Floriacum). Hier konnte er nicht bloß den Wissenschaften, sondern auch dem innern Leben sich ungestört hingeben, da ihm der Abt auf sein Ansuchen eine mit der Kirche in Verbindung stehende Zelle zur Wohnung anwies, wo er in heiliger Abgeschiedenheit betend und betrachtend den großen Kampf mit dem Teufel begann, der sein unschuldiges Leben längst mißgünstig ansah. Der böse Geist störte ihn öfter in seiner Andacht, indem er bald ein Zischen, wie das einer Schlange, bald ein Geheul, wie das eines wilden Thieres von sich gab. Aber der Heilige kehrte sich hieran so wenig, als an das Mäckern eines Schafes. Auch daß der Teufel die Kampfweise änderte, und ihn durch Erscheinung in Engelsgestalt zu täuschen versuchte, half ihn nichts. Das Zeichen des hl. Kreuzes, das er nicht ertragen konnte, war die sichere Probe, welche der hl. Oswald zu seiner Entlarvung vornahm. So kam die Zeit, wo er auf den Leuchter gestellt zu werden verdiente. Der heil. Odo berief ihn kurz vor seinem Tode, im J. 958 wieder nach England, wo ihn der hl. Dunstan dem König empfahl. Im J. 960 folgte er dem hl. Dunstan im Bisthum Wigorn (Worcester) und erhielt im J. 972 noch das Erzbisthum York. Das Pallium bekam er zu Rom im J. 973 von Papst Benedict VI. Nach seiner Heimkehr salbte er zu Bath in Somerset in Gemeinschaft mit dem hl. Dunstan in feierlichster Weise Edgar zum Könige. Bei dem im J. 975 eingetretenen Thronwechsel hielt er fest an dem hl. Eduard, ungeachtet viele Andere dessen Bruder Ethelred zum Könige haben wollten, welcher erst nach Eduards Ermordung die Krone erlangte. Er baute mehrere Klöster, worunter Ramesey (Ramesiesum), und gründete zu Wigorn die Marienkirche. Erstere Stiftung hatte in seinen Augen zunächst den Zweck, tüchtige Priester zu bilden, welche fromme und eifrige Thätigkeit über Wohlleben und Adel setzten. Es gelang ihm (non vi, sed arte sancta), aber erst nach schwerem Kampfe. Zuletzt traten selbst Weltgeistliche in's Kloster, weil sie in der Welt nicht geistlich leben konnten. Der heil. Oswald stand an der Spitze dieser reformatorischen Bestrebungen und war deßhalb mit dem hl. Bischofe Ethelwoldus von Winchester (Wintonia) von einer deßhalb gehaltenen großen SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. mit Ausführung ihrer Beschlüsse beauftragt worden. Nebstdem sorgte er für die Armen, zog sie an seinen Tisch, wusch ihnen die Füße, und heilte mit geweihtem Brode einen Fieberkranken, während eine Maus, die eine zufällig herabgefallene Krumme fraß, daran starb. Eines Tages sah er beim Kirchgange lange und aufmerksam, ohne die Augenlieder zu senken, zum Himmel. Die Seinigen fragten ihn, was er so anhaltend betrachte; er gab ihnen zur Antwort: Ich sehe, wohin ich ziehe, morgen werdet ihr es wissen. Sein Tod fällt auf den 29. Febr. 992. Doch nennen einige Martyrologien seinen Namen am 27. (III. 672), andere (Mart. Rom.) am 28. d. M. Es folgte ihm in seiner zweifachen Würde der Abt Aldulf von Medeshamstad. Er hat in seiner Kirche ein so berühmtes Andenken hinterlassen, daß die Chronisten (vgl. Boll. Jan. II. 242) die Jahre nach seinem Hingang als Zeitbestimmung gebrauchten. Seine Grabstätte erhielt er in der von ihm erbauten Marienkirche zu Worcester. Der hl. Wulstan vertraute in den wichtigsten Angelegenheiten der Kirche fest auf seine Beihilfe gegen falsche Beschuldigungen, und glaubte ihn und den hl. Dunstan persönlich zu sehen (um d.J. 1087.) Am 15. April 1002 wurde sein hl. Leib zu Wigorn erhoben. Seine mit Gold und Edelsteinen geschmückte Mitra wurde zu Beverlach aufbewahrt. (III. 749-756.)

1 Sein Vater Ethelstan war semirex und starb als Mönch zu Glastonia.




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zuletzt aktualisiert am 20.10.2018
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