Ökumenisches Heiligenlexikon

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Samson von Dol


S. Samson (Sampson), Ep. Conf. (28. Juli). Das Leben dieses hl. Bischofs hat ein unbekannter Verf. in zwei Büchern, und nach diesem Bischof Balderich von Dol beschrieben. Das Mart. Rom. erwähnt seiner ohne Nennung eines Ortes: »In der Bretagne das Andenken des hl. Samson, Bischofs und Bekenners«. Er leuchtete, wie Baronius erläutert, um das J. 600. Die Hauptkirche von Dol und viele andere Kirchen dieses vormaligen Bisthums sind unter seinem Namen eingeweiht. In den englischen Litaneien des 7. Jahrh. wird er bereits unter den hl. Landespatronen angerufen. Er ist eine Heldengestalt, ähnlich dem alttestamentlichen Samson; auch seine Geburt wurde nach der Legende den Eltern durch einen Engel verkündet. Seine Heimath ist in Wales, oder näher Glamorganshire. Man darf annehmen, daß er um das J. 520 das Licht dieser Welt erblickt hat, da der hl. Iltut (s. d.) bis ungefähr um diese Zeit Kriegsdienste that, und sich ins Kloster zurückzog, wo ihm der hl. Samson als Kind von sieben Jahren zu Lhan-Iltut in der Stadt Neath zur Erziehung übergeben wurde. Seine Eltern Ammon und Anna hatten hiebei vielleicht die Absicht, ihn wieder Gott zu widmen, von dem sie ihn in vorgerücktem Alter erhalten hatten. Hier lernte er, »das Leben eines Engels auf Erden« zu führen, und muchte zugleich in den Wissenschaften gute Fortschritte. Die jungen Leute mußten auch den Feld und Gartenbau üben. Schon in seiner Jugend vollzog hier der hl. Samson eine wunderbare Heilung, indem er durch Anwendung von geweihtem. Wasser und Oel einen von einer giftigen Natter gebissenen Mitschüler vom Tode errettete. Der hl. Bischof Debricius von Caerleon legte ihm um das J. 545 die Hände auf. Doch suchte er weder Aemter und Würden, sondern bezog eine Einsiedelei, die er nur verließ, wenn der Gehorsam oder die Pflicht es erheischte! Er fastete sehr streng, aß niemals Fleischspeißen, blieb öfter zwei bis drei Tage ohne alle Nahrung, und durchwachte stehend ganze Nächte im Gebete; wenn ihn der Schlaf überwältigte, lehnte er sein Haupt an die Wand. Sein Gewissensrath war ein frommer Priester Namens Pyro. So vorbereitet ging er, nachdem er seinen Vater und mehrere Verwandte zum klösterlichen Leben beredet hatte, mit diesen nach Armorica, um als Bußprediger und Heidenbekehrer zu wirken. Zu diesem Behufe empfing er vom hl. Debricius die Bischofsweihe, und vom Könige Childebert I. die Ernennung und Einweisung. Der begründete Ruf eines Wunderthäters, noch mehr aber seine Frömmigkeit verschafften seinen Predigten den besten Erfolg. Er soll eine Schlange ihm unterthänig gemacht und wenn er Messe las, Engel zu Dienern gehabt haben. Die Abtei Dol, wohin er auch den bischöflichen Sitz verlegte, war seine erste Gründung. Er leitete um das J. 540 die geistliche Bildung des hl. Ethbinus, weihte (Mart. l. 248) ihn zum Diakon und gab dessen Mutter den Schleier. Im J. 557 unterschrieb er das zweite Concil von Paris in der damals üblichen Weise: »Ich Samson, ein Sünder und Bischof, habe beigestimmt und unterzeichnet.« Seine Lebensstrenge war außerordentlich; er genoß nur Brod und Gemüse. Er starb nach den Boll. um das J. 565. Seine letzte Ermahnung soll gelautet haben: »Arbeitet so viel ihr könnt, denn ihr könnet nicht so viel ihr sollt.« Bei seiner Leiche sangen himmlische Chöre die gewöhnlichen Psalmen. Auf dem bischöflichen Stuhl folgte ihm sein liebster Schüler, der hl. Maglorius. Ein beträchtlicher Theil seiner Reliquien kam im 10. Jahrh. nach Paris, wo zur Zeit noch bei St. Jakob du Haut-Pas einige derselben verehrt werden. Auf Bildnissen eröffnet er mit seinem Hirtenstabe eine Quelle. (VI. 568-593.)




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zuletzt aktualisiert am 03.12.2014
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