Ökumenisches Heiligenlexikon

Herbot

auch: Hermelan

1 Gedenktag katholisch: 17. Juni

Name bedeutet: ?

Einsiedler, Glaubensbote
* in England
550 im 6. Jahrhundert (?) in Saint-Herbot, Ortsteil von Plonévez-du-Faou bei Quimper in Frankreich


Wallfahrtsbanner in der Kirche in Lanhouarneau bei Quimper
Wallfahrtsbanner in der Kirche in Lanhouarneau bei Quimper

Herbot stammte der Überlieferung zufolge aus einer mächtigen Familie. Er kam in die Bretagne und ließ sich dort als Einsiedler nieder im Wald nahe Berrien bei Quimper. Dort vollbrachte er zahlreiche Wunder, auch die wilden Tiere gehorchten ihm, und er lehrte das Evangelium. Erzählt wird, dass die Frauen des Dorfes ihn mit Steinen verjagten, weil sie es satt hatten, dass ihre Männer sich mehr mit den Lehren des Einsiedlers als mit ihrer Arbeit beschäftigten - deshalb gibt es in der Gegend noch heute so viele Steine, was die Landwirtschaft beeinträchtigt. Herbot ging dann an die Stelle des heute nach ihm benannten Saint-Herbot, baute sich dort ein Haus, handelte mit Vieh und verstand sich gut mit den Einheimischen.

Gris de Louvigné: Statue, 2010, im „Vallée des Saints” nahe Carnoët bei Saint-Brieuc
Gris de Louvigné: Statue, 2010, im Vallée des Saints 2 nahe Carnoët bei Saint-Brieuc

Herbot wurde in Saint-Herbot bestattet, über seinem Grab wurde die ihm geweihte große Kirche errichtet, dort ist heute seine Grabplatte zu sehen. Seine Gebeine wurden angeblich 869 ins - heute abgegangene Kloster - nach Beaulieu-les-Loches bei Tours übertragen 1 und dann in die Kirche Saint-Ours in Loches bei Tours; ein Teil kam nach Rouen in die - auch abgegangene - Kirche Saint-Herbland, diese stand direkt an der Kathedrale, sie gingen verloren, als die Hugenotten diese Kirche 1562 niederbrannten.

Herbots Verehrung war in der Bretagne bei den Bauern weit verbreitet und er einer der bekanntesten Volksheiligen.

Manche Ausleger meinen, Herbot sei eine Verkörperung des mythischen keltischen Königs Gwar / Guéor, der unter einem Menhir auf dem Hügel Roc'h Bleingueor, etwa 1 km von der Kirche Saint-Herbot entfernt, begraben sei.

Patron der Pferde und Rinder

1 Das Kloster de la Trinité an der heute abgegangenen Kirche Saint-Pierre-Saint-Paul in Beaulieu-les-Loches wurde erst 1003/1004 gegründet.

2 Das Vallée des Saints entstand auf Initiative eines Philosophieprofessors und praktizierenden Katholiken mit dem Ziel, die rund 1000 bekannten Heiligen der Bretagne mit großen Skulpturen in der Tradition der hier vielfältig verbreiteten Menhire darzustellen. Seit 2009 wurden nun 2,5 bis 7 Meter hohe Granitstatuen von Bildhauern in einer Freiluftwerkstatt vor Ort geschaffen mit der Darstellung ihrer Gesichter und ihren den Legenden entnommenen Attributen. Die Finanzierung übernehmen Mäzene, der Eintritt zu der Anlage ist frei, aber die Parkgebühr beträgt 9,50 €. Konflikte zwischen dem Initiator und einem Mitstreiter, der Bankmanager ist, führten 2020 zum Rücktritt des erstern als Präsident der Projektgesellschaft, weil er eine Kommerzialisierung befürchtet, die das spirituelle und kulturelle Anliegen überdeckt. Kritiker bezeichen das Projekt als Anachronismus der Nostalgiker, als Pseudo-Kunstwerk, um Legenden zu hören, wie sie Kindern gefallen“ oder befürchten wie der Bischof von Saint-Brieuc, dass keltischer und christlicher Glaube zu einem Synkretismus verschmelzen. 2025 standen rund 200 Statuen in der Anlage, die in Wahrheit kein Tal, sondern die Flanke eines Hügels ist; sie werden von fast einer halben Million Besucher jährlich bestaunt.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.08.2025

Quellen:
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Herbot_(saint) - abgerufen am 15.07.2025
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Berrien_(Finist%C3%A8re) - abgerufen am 15.07.2025
• https://an-uhelgoad.franceserv.com/gawn.htm - abgerufen am 15.07.2025

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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