Ökumenisches Heiligenlexikon

Jan Bula und Václav Drbola

1 Gedenktag katholisch: 20. Mai

Name bedeutet: J: Gott ist gnädig (hebr.)
V: der Ruhmreichere / der Herrlichere (tschechisch)

Priester, Märtyrer
* J: 24. Juni 1920 in Lukov, Ortsteil von Moravské Budějovice bei Jihlava in Tschechien
* V: 16. Oktober 1912 in Klein Steurowitz, heute Starovičky bei Brno / Brünn in Tschechien
† J: 23. Januar 1952, V: 3. August 1951 in Jihlava in Tschechien


Jan Bula, Sohn einer Eisenbahnerfamilie, studierte in Brno / Brünn Theologie, wurde im Juli 1945 zum Priester geweiht, wirkte dann als KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. in Rokytnice nad Rokytnou bei Jihlava und wurde 1949 Administrator dieser Pfarrei. Im Februar 1951 besuchte ihn dort sein ehemaliger Mitschüler Ladislav Malý und gab sich als Beauftragter des US-amerikanischen Nachrichtendienstes CIC aus, der die Flucht des internierten Kardinals Beran vorbereiten solle. Im Mai 1951 wurde Pfarer Bula verhaftet. Am 2. Juli 1951 überfiel Malý mit drei weiteren Personen eine Sitzung des lokalen Nationalausschusses der kommunistischen Regierung in Babice bei Jihlava; dabei wurden drei von dessen Mitgliedern erschossen und einer verletzt. Obwohl Bula zu der Zeit inhaftiert war, wurde er mit dem Anschlag in Verbindung gebracht und im November 1951 in Třebíč bei Jihlava in einem Schauprozess zum Tod verurteilt und dann in Jihlava gehängt.

Jan Bula
Jan Bula

Václav Drbola trat 1933 ins Priesterseminar in Brno / Brünn ein. Nach dem Studium der Theologie wurde er 1938 zum Priester geweiht und wirkte dann in verschiedenen Gemeinden, bis er 1950 als Administrator an die Kirche nach Babice kam, da der dortige Pfarrer in Untersuchungshaft saß. Im Mai 1951 wurde dort auch er von Ladislav Malý besucht. Im Juni 1951 wurde Drbola verhaftet, dann vom Landgericht in Brno zum Tod durch den Strang verurteilt und im Hof ​​des Bezirksgefängnisses in Jihlava hingerichtet.

Nach dem Attentat in Babice wurden mehrere Schauprozesse organisiert und insgesamt elf Todesurteile vollstreckt. Über 100 Personen erhielten teils lebenslange Freiheitsstrafen, einige Familien wurden unter Zwang umgesiedelt. Der Attentäter Ladislav Malý bezeichnete sich selbst als Agent des CIC, eines Nachrichtendienstes der US-Armee. Gemutmast wird heute von manchen, dass er dass er ein psychisch kranker Abenteurer war, der vom Staatssicherheitsdienst der Regierung für ein brutales Vorgehen gegen die ländliche Bevölkerung und die Kirche missbraucht wurde. Malý war am Tag nach dem Vorfall in Babice auf einem Feld erschossen worden.

Die Urne mit den sterblichen Überresten von Václav Drbola wurde auf dem Zentralfriedhof in Brno beigesetzt. 1968 wurde dort ein Massengrab mit 24 Urnen entdeckt; Drbolas Urne wurde von Angehörigen abgeholt und in ihrem Haus in Starovičky aufbewahrt, später heimlich im Sarg eines verstorbenen Verwandten bewahrt.

Jan Bula und Václav Drbola wurden 1990 posthum rehabilitiert. Am Pfarrhaus neben der Kirche in Rokytnice nad Rokytnou wurde 2019 eine Gedenktafel für Jan Bula angebracht. In Babice wurde 2013 eine Büste von Václav Drbola enthüllt.

Kanonisation: Jan Bula und Václav Drbola werden am 6. Juni 2026 durch Kardinal Michael Czerny im Auftrag von Papst Leo XIV. im Messegelände in Brno / Brünn seliggesprochen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.05.2026

Quellen:
• https://cs.wikipedia.org/wiki/Jan_Bula - abgerufen am 14.05.2026
• https://cs.wikipedia.org/wiki/V%C3%A1clav_Drbola - abgerufen am 14.05.2026
• https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2026-03/tschechien-seligsprechung-maertyrer-babice-bruenn-kirche.html - abgerufen am 14.05.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.